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Systemänderung notwendig

Wohnbauträger für Delogierungsverbot

Maßnahmen gegen steigende Betriebskosten

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Die Wohnkosten steigen aufgrund der Teuerung immanent. (SYMBOLBILD)

Die Teuerungskrise zeichnet sich auch schon längst bei den Wohnbauunternehmen ab. Hierzu schlägt jetzt die ARGE Eigenheim in Salzburg etwa ein Delogierungsverbot vor, also das Verbot der Zwangsräumung.

Die ARGE Eigenheim fordert neben dem Delogierungsverbot auch langfristige Ratenvereinbarungen. Auch die Energiekonzerne sollen in die Pflicht genommen werden. All das seien aber nur kurzfristige Lösungen, betont die ARGE Eigenheim.

Maßnahmen gegen Teuerung werden besprochen

Auch wenn die Betriebskosten für heuer erst 2023 abgerechnet werden: Die Teuerungskrise ist bei den Wohnbauunternehmen längst angekommen. "Mit Ende August hatten wir um 30 Prozent mehr offene Rechnungen und Mahnungen", berichtete die Obfrau der gemeinnützigen "Alpenland" in Niederösterreich, Isabella Stickler, am Mittwoch bei einem Pressegespräch der ARGE Eigenheim in Salzburg. Die Mitglieder der ARGE beraten diese Woche in St. Wolfgang über Maßnahmen gegen die Teuerung.

Ministerrat stellt Strompreisdeckel vor APA/ROLAND SCHLAGER
v.l.: Finanzminister Brunner (ÖVP), Vizekanzler Kogler (Grüne), Kanzler Nehammer (ÖVP) und Energieministerin Gewessler (Grüne) beim Pressefoyer nach einer Sitzung des Ministerrates am Mittwoch, 7. September 2022, in Wien. 

Strompreisdeckel ab Dezember in Kraft

Der sogenannte Strompreisdeckel wurde heute im Ministerrat beschlossen. Konkret wird der Preis bis zu einem Verbrauch von 2.900 Kilowattstunden gesponsert. Bis dahin sind 10 Cent pro Kilowattstunde …

Massiver Anstieg der Wohnkosten

Herwig Pernsteiner, stellvertretender Obmann des Österreichischen Verbands gemeinnütziger Bauträger, hat sich die Mehrkosten für eine durchschnittliche 75-Quadratmeter-Wohnung ausgerechnet, die mit Gas (inkl. Warmwasser) beheizt wird. Die reine Miete betrug 2021 wie auch heuer 330 Euro. Die Betriebskosten seien hingegen von 160 auf 216 Euro und die Heizkosten von 26 auf 140 Euro gestiegen. Ergibt unterm Strich nun 770 statt davor 568 Euro (brutto) im Monat. Kalkuliert man mit einem Gaspreis von 31 Cent pro Kilowattstunde (der Preis Ende der Vorwoche), würden die monatlichen Wohnkosten sogar auf 873 Euro steigen. In diese Rechnung sind private Stromkosten der Bewohner noch nicht inkludiert.

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(SYMBOLBILD)

So will die Regierung Teuerung entgegensteuern

Die Strompreisbremse wird am Mittwoch im Ministerrat beschlossen. Sie soll für Entlastung bei den Österreicher:innen sorgen. Alle Anti-Teuerungsmaßnahmen auf einen Blick findet ihr hier.

Langfristige Systemänderung nötig

"Wir müssen hier rasch eine Überbrückung schaffen, bis Hilfe von der öffentlichen Hand kommt", betonte Stickler. Notwendig seien sehr langfristige Ratenvereinbarungen, wobei den Betroffenen klar sein müsse, dass die Zahlungen nur gestreckt und nicht geschenkt seien, ergänzte Christian Struber, der Bundesobmann der ARGE. Ins Gebet will er auch die Energieversorger nehmen. Diese hätten einen Topf für Menschen, die ihre Rechnungen nicht mehr begleichen können, und damit solle verhindert werden, dass es zu Abschaltungen kommt. Zudem wird ein gesetzliches Delogierungsverbot analog zur Corona-Hilfe eingefordert. Dennoch seien all diese Maßnahmen bloß ein Heftpflaster für rasche Hilfe, denn längerfristig sei eine Systemänderung nötig. Da derzeit das teuerste Gaskraftwerk den Strompreis an der Börse vorgebe, obwohl der Gasanteil in der Stromerzeugung nur zehn Prozent ausmache, forderte Struber, den Gashandel für drei Jahre von der Börse zu nehmen.

Auch Verbraucher:innen können Kosten drosseln

Struber betonte aber, dass der Schlüssel auch beim Verbraucher:innen selbst liege. Er hat für ein Wohnhaus in Salzburg die Betriebskosten aller 24 Wohnungen verglichen und dabei festgestellt, dass die Differenz zwischen niedrigster und höchster Rechnung 200 Prozent ausmache. "Das ist schon auch ein Hebel für eine dauerhafte Lösung", so der Obmann. Die ARGE Eigenheim ist ein Zusammenschluss von rund 100 ÖVP-nahen Wohnbauunternehmen in Österreich mit einem Verwaltungsbestand von über 400.000 Einheiten, rund 5.000 Mitarbeitern und einem jährlichen Bauvolumen von mehr als einer Milliarde Euro.

Was ist die ARGE Eigenheim?

Die ARGE Eigenheim ist ein Zusammenschluss von rund 100 ÖVP-nahen Wohnbauunternehmen in Österreich mit einem Verwaltungsbestand von über 400.000 Einheiten, rund 5.000 Mitarbeitern und einem jährlichen Bauvolumen von mehr als einer Milliarde Euro.

(Quelle: APA)

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