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Erfahrungsberichte

"Kann mir Wocheneinkauf kaum noch leisten"

Wie hart die Teuerung junge Salzburger:innen trifft

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Drei junge Salzburger:innen haben uns berichtet, wie sehr sie unter der Teuerung leiden. (SYMBOLBILD)

Wer auf eigenen Beinen stehen, in die erste eigene Wohnung ziehen und von den Eltern unabhängig sein will, braucht vor allem eines – Geld. Angesichts der aktuellen Teuerung ist das aber bei vielen knapp. Junge Salzburger:innen haben uns erzählt, wie sie unter der Teuerung leiden und welche Zukunftspläne sie auf Eis legen müssen.

Steigende Mieten, horrende Energiekosten und immer teurer werdende Lebensmittel. Die Teuerung schlägt aktuell in allen Bereichen des Lebens zu. Das erleben auch junge Salzburger:innen. „Mit meinem Gehalt alleine, würde ich derzeit nicht über die Runden kommen“, reagiert etwa die 19-jährige Verena aus Kuchl (Tennengau) auf den SALZBURG24-Aufruf auf Instagram. Die gelernte Bürokauffrau lebt erst seit kurzem in einer eigenen Wohnung und habe angesichts der Preissteigerungen sogar überlegt, wieder zu ihren Eltern zu ziehen, erzählt sie.

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Wohnkosten bringen Salzburger:innen an ihre Grenzen

Diese Erfahrungen teilen aktuell viele in Salzburg. „Eine preiswerte Mietwohnung im Zentralraum zu finden, ist derzeit aus meiner Sicht ein Ding der Unmöglichkeit. Gerade junge Menschen, die gerne auf eigenen Beinen stehen würden, schauen da durch die Finger“, erklärt Peter Niederreiter, Geschäftsführer der Salzburger Schuldenberatung im S24-Gespräch am Mittwoch. Dazu käme noch, dass Neukund:innen gerade bei den ohnehin schon teuren Energieanbietern noch schlechtere Konditionen bekommen als Bestandskunden.

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Teuerung macht auf eigenen Beinen stehen schwierig

Wie das alles ohne Hilfe der Eltern gehen soll, fragt sich auch die 22-jährige Sophie. Sie lebt seit Anfang des Jahres mit ihrem Freund (24) in einer eigenen Wohnung in Seekirchen (Flachgau). Ursprünglich wollte das Paar des Studiums wegen in die Landeshauptstadt ziehen. „In der Stadt hätten wir uns zu zweit keine Zwei-Zimmer-Wohnung leisten können, obwohl wir beide nebenbei arbeiten. Kaum vorstellbar, wie es jemandem geht, der alleine auf eigenen Beinen stehen möchte“, so die Lehramts-Studentin.

 

„Kann ich mir fünf Bananen leisten?“

Nicht nur die Kosten für Wohnen und Energie stellen für viele aktuell eine Herausforderung dar. „Neben Mieten und Betriebskosten, schießen auch die Lebensmittelpreise in die Höhe. Es ist so weit, dass ich überlegen muss, ob ich mir fünf oder doch nur drei Bananen leisten kann“, klagt der 19-jährige David, der in der Gastronomie arbeitet und mit seiner Freundin in Radstadt (Pongau) wohnt. „Wir leben derzeit wirklich am Limit.“

Finanzielle Absicherung durch Teuerung „unmöglich“

Und dieses „am Limit leben“ könne früher oder später gravierende Folgen haben, betont der Schuldenberater. „Schulden werden sehr oft in dieser Zeit des Selbstständig-Werdens gemacht, die meisten unserer Klient:innen stecken dann mit 35 schon bis zum Hals drin“, beschreibt Niederreiter. Knapp 16 Prozent derjenigen, die sich an die Schuldenberatung wenden, sind sogar jünger als 30 Jahre. Dabei sei es gerade in den ersten Berufsjahren wichtig, sich finanziell abzusichern. Bei der aktuellen Teuerung sei das aber „schlicht unmöglich“, so der Experte.

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Für viele wird das alltägliche Leben durch die Teuerung zur finanziellen Herausforderung. (SYMBOLBILD)

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Teuerung trifft junge Menschen hart

Ein ähnliches Bild zeichnet auch Stefan Göweil, Arbeiterkammer-Experte für Marktbeobachtung: „Diese Teuerungswelle trifft besonders Menschen mit geringen Einkommen und da gehören die Jungen natürlich dazu.“ Zudem seien gerade die Preise für Dinge des täglichen Bedarfs stark angestiegen. „Lebensmittel sind knapp 10 Prozent teurer geworden, einzelne Produkte wie Nudeln, Öl oder Milchprodukte sogar noch mehr. Das sind Dinge, auf die die meisten nicht verzichten können“, so Göweil.

Verzichten müssen junge Salzburger:innen angesichts der hohen Kosten derzeit wohl auf einiges. „Unternehmungen mit Freunden sind einfach nicht drin, wenn ich mir schon Mitte des Monats den Wocheneinkauf nicht mehr leisten kann“, klagt Verena aus Kuchl. Die junge Salzburgerin stellt sich, wie auch die anderen, im S24-Gespräch die Frage, wie es weitergehen soll: „Ich hoffe einfach, dass sich irgendwas tut, damit das Leben und Überleben für junge Menschen wieder leistbar wird.“

(Quelle: SALZBURG24)

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