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„Teurer Tod": Die finanziellen Folgen eines schmerzlichen Verlusts

Wenn ein geliebter Mensch von uns geht, steht die Trauerfamilie trotz des schmerzlichen Verlusts vor großen bürokratischen Angelegenheiten. Wir haben kurz vor Allerheiligen und Allerseelen einen Überblick für Sie, was ein Begräbnis vor allem auch finanziell mit sich bringt. Durchschnittlich ist aber mit einem vierstelligen Betrag zu rechnen.

Nach einem Todesfall ist dies spätestens am nächstfolgenden Werktag beim zuständigen Standesamt zu melden.

Unterlagen, die Sie dazu benötigen:

  • Geburtsurkunde
  • Nachweis des Hauptwohnsitzes (bei Wohnsitz im Ausland)
  • Staatsbürgerschaftsnachweis
  • Heiratsurkunde
  • Sterbeurkunde
  • Scheidungsurteil

Vorbereitung der Bestattung und Parten

Verstirbt ein naher Angehöriger zu Hause, muss nach dem zuständigen Arzt auch ein Bestattungsunternehmen kontaktiert werden, der den Leichnam abholt. Den Irrglauben, das Bestatter ortsgebunden sind und nicht die freie Wahl besteht, zerstreut Wolfgang Ebner, Leiter der städtischen Bestattung Salzburg im Gespräch mit Salzburg24.at. Grundsätzlich kann jeder Bestatter an jedem Friedhof eine Beerdigung durchführen, aber meist werden die ortsansässigen Unternehmen gewählt, da diese über die nötige Infrastruktur vor Ort verfügen und so kostengünstiger bleiben.

Leichenschmaus oder kleines Traueressen

Um die Familie und den Freundes- und Bekanntenkreis des Verstorbenen über den Trauerfall zu informieren, gibt die Familie Parten und Sterbebilder in Druck. Laut Ebner kann man durchschnittlich bei 100 Parten mit 120 Euro und für 200 Sterbebilder mit 250 Euro rechnen.

Was den Leichenschmaus nach der Bestattung betrifft, geht der Trend vor allem im städtischen Gebiet zum Essen im kleineren Kreis, berichtet Wolfgang Ebner. In ländlicheren Regionen wird noch häufiger die gesamte Trauergesellschaft eingeladen.

Erdbestattung oder Einäscherung

Ob ein Mensch nach seinem Ableben in einem Sarg bestattet oder eingeäschert werden möchte, wurde oft bereits testamentarisch geregelt oder die nächsten Angehörigen über den Wunsch informiert. In beiden Fällen muss ein Sarg besorgt werden. Durchschnittlich sind für einen Sarg ab 550 Euro zu bezahlen, nach oben hin sei die Grenze aber offen, so der Leiter der städtischen Bestattung.

Für die Einäscherung im städtischen Krematorium am Kommunalfriedhof kommen noch etwa 1.600 bis 1.700 Euro hinzu. Ein Urnengefäß kostet in etwa 80 bis 400 Euro. Muss der Leichnam erst von beispielsweise Zell am See nach Salzburg überführt werden, sind noch Kosten für die Überführung hinzuzurechnen, informiert Ebner.

Die letzte Ruhestätte

Der größte Friedhof in der Stadt Salzburg, der Kommunalfriedhof, bietet mehrere Möglichkeiten der letzten Ruhestätte. Insgesamt gibt es weitere vier städtische Friedhöfe in Salzburg – Aigen, Gnigl, Maxglan und Morzg.

Neben traditionellen Erd- und Urnengräbern sowie Grüften, stehen auch alternative Grabarten wie Kolumbarienanlagen, Urnenstelen, halbanonyme Baumhainbestattung und die anonyme Urnenwiesen-Bestattung zur Auswahl.

In Kolumbarienanlagen oder Urnenstelen können mehrere Urnen gleichzeitig bestattet werden. Die Pflege übernimmt die Friedhofsverwaltung, die Nischen bzw. die säulenförmigen Denkmäler können aber individuell gestaltet werden.

Asche geht in Baumwurzel über

Für naturnahe Bestattungen steht am Kommunalfriedhof eine speziell ausgewiesene Rasenfläche zur Verfügung. Bei der halbanonymen Baumhain-Bestattung werden biologisch abbaubare Urnen beigesetzt – die Asche gelangt nach Abbau der Urne in den Wurzelbereich der Bäume. Erinnerungstafeln können angebracht werden. Bei der anonymen Bestattung erfolgt die Beisetzung namenlos.

Seebestattung, das Verstreuen der Asche sowie die Verarbeitung der Asche zu Diamanten sind in Österreich zurzeit noch nicht möglich, informiert die Friedhofsverwaltung der Stadt Salzburg.

Das kostet eine Bestattung

Die Kosten, die für die Trauerfamilie anfallen, unterscheiden sich je nach Bestattungsart und werden in der Friedhofsgebührenverordnung der Stadt Salzburg wie folgt aufgelistet:

Für die Beerdigung in

  • Familiengräbern: 504,40 Euro
  • gemauerten Grabstellen: 321,70 Euro
  • Freigräbern: 103 Euro

 

  • Für die Urnenbeisetzung einer Urne: 63,90 Euro
  • Für die Beisetzung einer Urne in eine anonyme Bestattungsanlage: 381,20 Euro
  • Für die Beisetzung einer Urne in eine halbanonyme Bestattungsanlage: 517,40 Euro

Bei der Trauerzeremonie am Friedhof fallen noch zusätzlich Kosten für Nutzung der Aussegnungshalle sowie Geläute und Musik an.

Soll die Urne außerhalb eines Friedhofes bestattet werden, sind laut der Landes- und Gemeinde-Verwaltungsabgabenverordnung 2012 405,30 Euro für die Bewilligung zusätzlich einer Gebühr von 22,10 Euro zu begleichen.

Die Grabmiete

Da die Grabstellen nicht mit der so genannten Beisetzungsgebühr für mehrere Jahre finanziell abgegolten sind, kommt auf die Erben eine Grabstellen(erneuerungs-)gebühr zu. Diese entspricht einer Grabmiete, die die Nutzung der Grabstelle für zehn Jahre abdeckt.

Für Familiengräber sind in der Stadt Salzburg je nach Lage am Friedhof ab 298, 50 Euro (III. Ordnung; I. Ordnung entspricht 575,50 Euro) zu entrichten. Gemauerte Grabstellen – Grüfte – schlagen ab 1.707,40 Euro zu Buche. Für Arkadengrüfte sind gar 3.482,80 Euro zu berappen. Die Grabstellengebühr für Aschegräber beginnt ab 137,50 Euro (III. Ordnung). Die Miete einer Urnensäule – für fünf Urnen – kostet 561 Euro.

Da dieses Ansuchen auf die Nutzung der Grabstelle auch von einem bürokratischen Prozess begleitet wird, sind Verwaltungsabgaben in der Höhe von insgesamt 40,70 Euro (für die Einbringung des Ansuchens 14,30 Euro Bundesabgabe, für die Bearbeitung 26,40 Euro Verwaltungsabgabe) zu entrichten.

Kosten hängen vom Friedhof ab

Die Kosten hängen immer vom jeweiligen Friedhof ab und können für das Land Salzburg nicht pauschalisiert werden. Die Stadt Hallein veranlagt etwa für ein Reihengrab (bis zu zwei Särge) 260 Euro, für Randgräber sind 520 Euro zu bezahlen.

Pflege der Grabstelle

Die Friedhofsordnung der Stadt Salzburg verpflichtet die Erben des Weiteren zur Grabpflege. Das Grab muss in einem würdigen, dem Friedhof entsprechenden und gepflegten Zustand gehalten werden. Verwelkte Blumen und Kränze sind zu entsorgen. Umwelt-, pflanzen- oder steinschädigende Mittel dürfen auf den städtischen Friedhöfen nicht verwendet werden.

(Quelle: S24)

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