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Tierschützer retten Arbeitsesel in Afrika

Der Verein RespekTiere aus Bergheim (Flachgau) engagiert sich seit sechs Jahren in Mauretanien (Westafrika), wo ein Hilfsprojekt zur Entlastung der Arbeitsesel läuft. Einen kurzen Einblick in die grausamen Verhältnisse und die bereits erreichten Ziele des Vereins finden Sie hier.

Wir, der Verein RespekTiere aus Bergheim, betreiben nun schon seit sechs Jahren ein Hilfsprojekt in Mauretanien, Westafrika, wo es gilt, den Arbeitsesel der allerärmsten Bevölkerungsschicht mittels einer mobilen Klinik beizustehen.

Nun gibt es Neues zu dem Projekt; wir waren jetzt erneut zwei Wochen vor Ort und haben die Weichen für die Zukunft gestellt!

Hier sehen Sie einen kleinen Überblick, z. B. ?unsere? Frauen beim Halftermachen, verletzte Esel, wie wir Preise für besonders schöne ? das heißt solche, die offensichtlich nicht geschlagen werden ? Esel vergeben, unser Doktor beim Einsatz.

Esel ziehen bis zu 1.000 Kilo!

Mauretanien, gelegen an der Westküste Afrikas, zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Wo es den Menschen derart schlecht geht, wie mag dann erst das Schicksal der Tiere aussehen? Auf diese Frage haben wir Antwort gesucht und wir können behaupten: unfassbar schlimm!

RespekTiere betreibt seit nunmehr sechs Jahren eine mobile Klinik in Mauretaniens Hauptstadt Nouakchott, dort, wo es rund 100.000 Arbeitsesel gibt. Diesen werden sämtliche Transportaufgaben zugeteilt (man geht davon aus, dass Esel rund 80 % aller Güter befördern!), vom Wasser bis zum Baumaterial läuft fast die gesamte Wirtschaft sprichwörtlich auf dem Rücken der Esel ab. Dabei müssen die Tiere unglaubliche Bedingungen erdulden ? bis zu 1.000 kg an Gütern ziehen sie hinter sich her, bei glühender Hitze, bei schlechtester Nahrung (in Fakt werden sie fast ausschließlich mit zerkleinertem Karton und Müll gefüttert), unter schlimmsten Schlägen, welche sie zu noch mehr Anstrengung anspornen sollen ? Arbeitszeit: Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, Temperaturen im Sommer manchmal jenseits der 40 Grad, im Winter selten unter 30 Grad; Ruhetag: keiner! Die Wunden der Tiere, seelische wie körperliche, sind kaum vorstellbar, die Behandlung derer bisher Wunschdenken.

Halfter sollen das Schlagen von Eseln eindämmen

RespekTiere-Tierhilfe beinhaltet immer auch Hilfe für die Menschen ? und wer mag behaupten, die Arbeit unserer Klinik stelle nicht den direktesten Weg dar, um auch den Menschen zu helfen? Geht es dem Tier gut, dann profitiert ?Mensch? umso mehr, denn bezahlt werden die Eselhalter natürlich anhand der Menge, welche ihre Tiere befördern. Und dass gesunde Tiere mehr Leistung bringen, braucht keine Erwähnung.

Um das Schlagen einzudämmen, lassen wir vor Ort Halfter herstellen, solche mit Zugleinen; diese werden begeistert angenommen, mit dem Nebeneffekt, dass nun die Hände nicht mehr frei sind für den Schlagstock, der Esel somit über die Zügel gelenkt werden muss.

Die Halfterproduktion ist ein Projekt im Projekt geworden, werden diese doch von einer Hausfrauengemeinschaft bestehend aus rund 20 Frauen, in einem Armenviertel handgenäht. So wird das Familieneinkommen erheblich aufgebessert, nebenbei der Rolle der Frau gestärkt ? in einem Umfeld wo Männer als alleinige Entscheidungsorgane fungieren, bedeutet diese Arbeit eine Rückzugsmöglichkeiten im Freundeskreis. Es wird Tee gekocht, geplaudert und ? Geld verdient. Somit ist allen geholfen!

Natürlich beinhaltet unser Mauretanien-Engagement noch viele weitere Punkte, zum Beispiel den Kampf gegen das Streunerhunde-Töten, welches in Nouakchott jährlich mittels arsenvergifteter Köder oder durch das Aussenden von Militär- und Polizeistreifen, welche jeden Hund ? egal ob Streuner oder jemand gehörend ? auf offener Straße einfach und brutal niederschießen, schwer verletzte einfach liegen lassen.

Dazu kam es bei der diesmaligen Reise auch zu einem Treffen mit der Bürgermeisterin.

(Quelle: S24)

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Aufgerufen am 17.10.2019 um 11:07 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tierschuetzer-retten-arbeitsesel-in-afrika-59248945

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