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Meinungscheck

Gibt Salzburg zu wenig für den Tierschutz aus?

Ausgaben deutlich unter Österreich-Schnitt

Katze, Hund, SB, Haustier Pixabay/CC0
Über 180 Haustiere sind aktuell in der Salzburger Fundtierdatenbank registriert. (SYMBOLBILD)

263.000 Euro hat das Land Salzburg im Vorjahr für den Tierschutz ausgegeben – für die SPÖ ist das viel zu wenig. "Würden sich in Salzburg nicht derart viele ehrenamtliche Tierfreunde engagieren, bräche das System zusammen", ist deren Tierschutzsprecherin Karin Dollinger überzeugt. In drei Umfragen sowie in den Kommentaren ist eure Meinung gefragt.

Für Dollinger ist dieser Bereich in Salzburg seit Jahren grundlegend unterfinanziert. Sie fordert eine deutliche Anhebung des Budgets, wie sie im Gespräch mit SALZBURG24 klarstellt: "Es gehört an allen Ecken und Enden nachgebessert. Denn die Tierheime sind zum Bersten voll und es gibt keine Kapazitäten mehr." In den Gebirgsgauen fehle ein Tierschutzhaus etwa komplett. Gänzlich unbedacht bleibt zudem die Österreichische Tierrettung (ÖTR) mit Sitz in Salzburg. Man erhalte keinerlei Förderung durch Stadt oder Land Salzburg, gibt ÖTR-Präsident Oswin Mair gegenüber S24 an. Behördliche Einsätze könnten allerdings in Rechnung gestellt werden. Sonst finanziere sich die Organisation über Spenden und Kurse. Die ehrenamtlichen Tierretter sind dennoch durchgehend abrufbereit.

 

Kritik an Tierschutz-Ausgaben: "Salzburg spart seit Jahren"

Im Bundesländervergleich gebe Salzburg "in absoluten Zahlen und heruntergerechnet auf die Ausgaben pro Kopf […] am wenigsten für den Tierschutz aus und spart in diesem Bereich seit Jahren", prangert Dollinger an. So seien es in Salzburg gerade einmal 47 Cent pro Einwohner, während Wien mit 3,91 Euro und das Burgenland mit 2,55 Euro das Spitzenfeld darstellen. Der österreichweite Schnitt liegt bei 1,77 Euro pro Einwohner. Als mit Salzburg vergleichbares Bundesland habe Kärnten mit seinem rund 561.000 Einwohnern laut Landesrechnungsabschluss 800.000 Euro für den Tierschutz positioniert, so die Tierschutzsprecherin der SPÖ weiter. In Salzburg seien es bei ähnlichen 558.000 Einwohnern gerade einmal 263.000 Euro.

Der zuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) sieht diese hohe Differenz zwischen Salzburg und Kärnten einerseits der "langfristigen Verpflichtung zur Rückzahlung eines Kredites für den Neubau des Tierheimes Klagenfurt in Höhe von 400.000 Euro" geschuldet. Außerdem habe es in Kärnten im Vorjahr eine Sonderzahlung an das Tierheim Klagenfurt gegeben, erklärt ein Sprecher aus dem Büro Schwaiger auf S24-Anfrage. "Die für den operativen Bereich zur Verfügung stehende Summe ist in etwa gleich hoch wie im Land Salzburg", heißt es weiter. Die Mittel der öffentlichen Hand würden "sparsam und vor allem zielgerichtet" eingesetzt.

 

Wie teilen sich die besagten 263.000 Euro nun auf? Schwaiger listete die Ausgaben der vergangenen Jahre in einer früheren Anfragebeantwortung wie folgt auf:

Großteil des Tierschutz-Budgets für Fundtiere

Pro Jahr werden über drei Viertel des Budgets für die Versorgung und Verwahrung von Fundtieren ausgegeben. Aktuell sind in der Fundtierdatenbank des Landes 187 Tiere gelistet. In diese sind von allen Verwahrern alle behördlich bekannt gewordenen Fundtiere einzutragen, um den Besitzerinnen und Besitzern die Möglichkeit zu geben, das verlorene Tier rasch wieder finden zu können.

 

Kein Tierheim in Gebirgsgauen

Es gibt Verwahrverträge mit dem Tierschutzverein für Stadt und Land Salzburg, dem Tierschutzverein für Stadt und Bezirk Hallein, dem Neuen Salzburger Tierschutzverein THEO, dem Fohlenhof Tenneck und mit drei Tierärztinnen und Tierärzten im Pinzgau. Die Realisierung des Tierschutzhauses in Bruck an der Glocknerstraße (Pinzgau) wurde im Vorjahr angekündigt, die Umsetzung steht allerdings noch aus.

 

Viele der Fundtiere werden zudem von privaten Vereinen verwahrt, wie etwa der Pfotenhilfe Lochen im grenznahen Oberösterreich oder der Tierzuflucht Schnauzerl in Neumarkt (Flachgau). Derzeit werden in Neumarkt sieben Tiere versorgt, wie Betreiberin Linda Ann Pieper gegenüber S24 erklärt. Die Tierzuflucht wird gewerblich geführt, sie erhalte keine generellen Subventionen.

Land subventioniert Kastration für Katzen

Wie in der Grafik oberhalb zu sehen ist, sind in den Tierheimen vor allem Findel-Katzen untergebracht. Daher ist die Eingrenzung der Population mit rund 15 Prozent des Budgets ein weiterer großer Posten des Landes-Tierschutzbudgets. Im Rahmen der Katzenkastrationsaktion werden jährlich mehrere hundert halbwilde oder wildlebende Katzen kastriert.

 

Voraussetzungen für eine Teilnahme unter finanzieller Beteiligung des Landes:

  • Es muss sich um halbwild oder wildlebende Katzen handeln, die nicht eindeutig einem Halter/Besitzer zuzuordnen sind.
  • Ein Teil der Kosten (34 Euro) muss vom "Nutznießer" (Anrainer oder Person, die füttert, Landwirt oder Gemeinde) getragen werden. Pro Katze übernimmt das Land weitere 34 Euro und die Tierärztinnen/Tierärzte verzichten auf einen Teil ihres Honorars.
  • Alle Katzen der Population müssen kastriert werden.
  • Alle Katzen werden nach der Kastration am Fangort wieder freigelassen.

Weiters werden seitens des Landes verschiedene Tierschutzinitiativen unterstützt bzw. mit ihnen kooperiert, wie zum Beispiel mit dem Verein "Tierschutz macht Schule". Das Ziel dieser Initiative ist die Wissensvermittlung über artgerechte Tierhaltung und den Umgang mit Tieren, wobei diese Lehrinhalte für alle Altersstufen beginnend im Kindergarten angeboten werden.

(Quelle: SALZBURG24)

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