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Tödliches Rolex-Ecstasy mit PMMA im Umlauf

Pinke Pillen mit eingestanztem Rolex-Logo wurden in Zürich als MDMA verkauft. Jedoch war der Wirkstoff das lebensgefährliche PMMA. NARONG SANGNAK / EPA
Pinke Pillen mit eingestanztem Rolex-Logo wurden in Zürich als MDMA verkauft. Jedoch war der Wirkstoff das lebensgefährliche PMMA.

Chemische Drogen zu konsumieren ist ohnehin gefährlich. Am Wochenende wurde beim mobilen Drug-Check in der Schweiz eine als Ecstasy abgegebene Pille auf den toxischen Wirkstoff PMMA getestet. Die Einnahme kann zum Tode führen.

Das Rolex-Ecstasy unterscheidet sich optisch kaum von anderen vermeintlichen Ecstasy-Pillen. Sie ist pinkfarben und hat die Gravur der Luxus-Uhr Rolex eingestanzt. In ihr sollte eigentlich der Ectasy-Wirkstoff MDMA enthalten sein, doch im Drogentest in Zürich kam heraus, dass stattdessen PMMA Hauptbestandteil der Pille ist.

Schweizer Streetworker bezeichneten die Droge gegenüber dem Internet-Portal 20min.ch "als eine der gefährlichsten Pillen", die ihnen je untergekommen sei.

Was ist PMMA?

PMMA ist ein bereits lange bekanntes Amphetamin. "Während bis 2009 kaum in Europa davon zu hören war, sind seither vermehrt Fälle mit dem Konsum von PMMA auch mit letalen Folgen gemeldet worden ", so Professor Wurst, Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie II im Gespräch mit SALZBURG24. Die Einnahme von Paramethoxymethamphethamin hat ähnliche körperliche Symptome wie MDMA: Der Puls und die Körpertemperatur steigen, die Pupillen weiten sich.

Doch die typische psychische Wirkung von MDMA bleibt aus. "Das Gefühl der Überschwänglichkeit und Enthemmung - die entactogenene Eigenschaften - kommen nicht auf, so besteht die Gefahr schnell eine weitere Pille zu konsumieren. Das kann schnell zur Überdosis führen", sagt Prof. Wurst. MDMA wirkt nach knapp 30 Minuten, PMMA erst nach gut einer Stunde. Prof. Wurst: "Es ist nicht nur sehr leicht herzustellen, sondern auch vergleichsweise billig!"

Überdosis ist lebensgefährlich

Doch genau das ist das Gefährliche. Es droht eine Serotoninvergiftung. Zu viel Serotonin kann im zentralen Nervensystem zu Belastungen führen und durch den Konsum von PMMA auch toxisch sein.

"Die möglichen Folgen sind neben dem Anstieg der Körpertemperatur auf über 40 Grad, auch Bluthochdruck, Bewusstlosigkeit und Atemnot, Krämpfe, komatöse Zustandsbilder, Herzrhythmusstörungen, Blutungen oder Organversagen," sagt Prof. Wurst.

In Nordirland verloren im Jahr 2013 in kurzer Zeit acht Menschen ihr Leben, weil sie PMMA-haltige Pillen eingenommen hatten – eine davon trug ebenfalls das Rolex-Logo, sie war allerdings nicht pinkfarben, sondern grün.

In Österreich gibt es das Online-Portal CheckYourDrugs, die regelmäßig neue chemische Drogen testen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.03.2021 um 08:29 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/toedliches-rolex-ecstasy-mit-pmma-im-umlauf-45107017

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