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Touristiker sind vorbereitet

"Die Leute lechzen danach, wohin zu fahren"

Fokus liegt auf Österreichern und Deutschen

Tourismus, Touristen, Gäste, SB, Salzburg APA/BARBARA GINDL/Symbolbild
Asiatische Reisegruppen wird man im Tourismusjahr 2021 in Salzburg wohl selten bis gar nicht antreffen. (ARCHIVBILD)

Der Tourismus in Stadt und Land Salzburg wird sich 2021 stark verändert präsentieren. Abgesehen vom späten, aber immer noch ungewissen Start, setzen die Touristiker hierzulande auf beliebte Klassiker, Natur und dem Verlangen der Europäer nach Urlaub.

Für gewöhnlich sind die Betten in Salzburgs Tourismusgebieten um diese Zeit bereits auf lange Sicht ausgebucht. Gäste aus aller Herren Länder genießen ihren Urlaub in Stadt und Land. Kultur- und Wintersportangebote locken ein breites Publikum nach Salzburg. "Dank" der Corona-Pandemie sind Hotelzimmer wie Straßen fast leer. Die Touristiker warten indes gespannt auf den „Startschuss“ der Politik. Die Kampagnen, um Urlauber nach Salzburg und damit Umsätze für Gastronomie und Hotellerie zu bringen, liegen dafür in den Schubladen.

SB: Hotel, Hotelzimmer, Beherbungsbetrieb pixabay
(SYMBOLBILD)

Tourismus fällt um Jahrzehnte zurück

2020 hat die Corona-Krise dem heimischen Tourismus ab März einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. Im gesamten Kalenderjahr sank die Zahl der Nächtigungen gegenüber dem Jahr davor …

Touristische Zugpferde fallen aus

Die Wintersaison haben die Hoteliers im Innergebirg ohnehin schon abgeschrieben. In der Stadt Salzburg gilt das gleiche für die Mozartwoche im März. Beides große Zugpferde, die jährlich für Touristenströme aus dem In- und Ausland sorgen und somit die gesamte Wirtschaft befruchten. Auf jeden Fall stattfinden, wenn auch stark verkürzt, werden die Osterfestspiele.

Touristiker scharren in den Startlöchern

„Wir haben fertige Kampagnen in der Schublade und warten nur noch auf den Moment, diese dann auch auszuspielen“, sehnt der Geschäftsführer der Tourismus Salzburg GmbH (TSG), Bert Brugger der Öffnung entgegen. Man habe in den letzten Monaten Zeit gehabt „spannende Tools“ zur Verbreitung zu entwickeln. Dazu setze man auf die Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram und Co. „Die Stadt Salzburg wirbt mit seinen bekannten Bildern ohnehin für sich selbst“, erzählt Brugger im Gespräch mit SALZBURG24.

„Alle sehnen sich nach Urlaub“

Der TSG-Geschäftsführer ist sich auch sicher, dass Salzburg wieder Touristen aller Länder anziehen wird. „Wir alle sehnen uns nach Urlaub“, meint Brugger. Da sei Salzburg mit seinen Highlights das ganze Jahr lang attraktiv. Hinzu kommen das Festspiel-Jubiläum, die Kulinarik und Attraktionen wie die Festung. Einzelne Schwerpunkte müssen somit gar nicht gesetzt werden.

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So sahen die Reisegewohnheiten im Jahr 2019 aus.

Es wird vermehrt Deutsch gesprochen

Was sich im Tourismus-Jahr 2021 aber auf jeden Fall ändern wird, sind die Gäste. Aufgrund von Reisebeschränkungen rechnet Brugger frühestens gegen Jahresende mit Urlaubern aus Asien oder Nordamerika. Das gewohnte Bild von asiatischen Reisegruppen, die sich durch die Salzburger Altstadt schlängeln, wird man im Sommer somit nicht sehen. „Der erste Markt für uns ist Österreich, darauf folgt Deutschland“, sagt der 62-Jährige. „Schon im letzten Sommer war der deutsche Markt sehr stark, mit zweistelligen Zuwächsen im Juli und August.“ Diesen Ausblick bestätigte auch der deutsche Botschafter in Österreich, Ralf Beste: „Dass Deutsche eher früher als später wieder gerne Urlaub in Österreich machen werden und andersrum, das bezweifle ich nicht.“

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So sahen die Reisegewohnheiten im Jahr 2019 aus.

Auch andere europäische Länder, wie Niederlande und Tschechien seien interessant. Sorgen, dass die Landeshauptstadt für manche Nationen zu teuer sei, macht sich Brugger dabei nicht. „Salzburg hat ein großes Angebot im vier und fünf Sternebereich, aber auch im Budget-Segment. Da sollte für jeden etwas dabei sein. Zudem wird die schwächere Bettenauslastung Auswirkungen auf die Preise haben“, ist sich Brugger sicher. Das Geld könnten die Touristen dann eventuell in der Gastronomie oder im Handel lassen. Ein Übernachtungsgast ließ im letzten „normalen“ Sommer im Schnitt 230 Euro pro Tag in Salzburg. Aussichten, die sich Brugger frühestens 2022 wieder erhofft.

 

Urlaubsplanung der Österreicher dauert

Auch beim Salzburger Land Tourismus setzt man im kommenden Jahr voll auf einheimische Gäste. „Der Heimatmarkt ist ein absoluter Backbone für uns. Auf dem Markt tun wir uns auch leichter“, erzählt der Geschäftsführer vom Salzburger Land Leo Bauernberger im S24-Gespräch. Da spielte der letzte Sommer, in dem viele Österreicher ihren Urlaub bereits in Salzburg verbracht haben, den Touristikern natürlich in die Karten. Trotzdem sei es wichtig, die Werbung früh genug am richtigen Kanal zu platzieren. „Wir haben letzte Woche gestartet. Das ist wichtig, weil die Österreicher drei bis sechs Monate Vorlaufzeit für ihre Urlaubsplanung benötigen“, weiß Bauernberger.

Wegfall von US-Markt schmerzt

Schmerzlich sei der Wegfall des amerikanischen Marktes, der in den letzten Jahren immer besser in Schuss gekommen sei. Dafür hofft Bauernberger auch auf britische Urlauber. Ansonsten überschneiden sich die Zielgruppen von Stadt und Land im Großen und Ganzen. Ebenso der Optimismus, dass trotz anhaltender Corona-Pandemie viele Menschen ihren Urlaub bei uns verbringen werden. Auch weil Übersee-Reisen insgesamt ausfallen werden. „Diese Märkte fallen auch für andere Europäer weg und genau die wollen wir ansprechen“, sagt der 58-Jährige.

 

Menschen sehnen sich nach Natur und Sicherheit

Sehr überzeugt ist Bauernberger vom vielfältigen Angebots-Mix im Salzburger Land. „Die Werte Natur, Nähe und Sicherheit sind sehr gefragte Urlaubsmotive. Da sind wir sehr gut aufgestellt.“ Das findet sich auch im Werbeslogan „Dafür leben wir“ wieder, wofür unter anderen Marcel Hirscher als Testimonial werben wird. Im Fokus stehen Freizeitaktivitäten in der Natur. Ganz besonders sollen Wandern und Radfahren für naturnahe Erlebnisse sorgen. Weil wir im letzten Jahr auf vieles verzichten mussten, sei der Drang sich selbst zu belohnen sehr groß. „Die Leute lechzen danach, wohin zu fahren. Sie wollen genießen und sich für die Enthaltsamkeit belohnen“, so der Touristiker abschließend.

(Quelle: SALZBURG24)

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