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Traditionen im Advent

Adventkalender kommt aus München

Adventkalender Julian Stratenschulte/dpa/AFP
Der Adventkalender kommt mittlerweile in allen Farben und Formen (Symbolbild).

An diesem Sonntag beginnt offiziell die Adventzeit. Die erste Kerze am Adventkranz wird angezündet und damit starten auch der Weihnachtsfestkreis sowie ein neues Kirchenjahr. Auch, wenn die Vorweihnachtszeit für einige ihren religiösen Charakter verloren hat, gehen viele Traditionen auf die Kirche zurück.

Das Wort Advent kommt vom lateinischen „adventus“ und bedeutet „Ankunft“. Christen verbinden damit die Erinnerung an die Geburt Jesu in Bethlehem. Für sie ist der Advent die Zeit der freudigen Erwartung. Die Adventzeit ist seit dem fünften Jahrhundert bekannt. Ihre Länge hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Zu Beginn wurde in Jerusalem nur ein Adventsonntag gefeiert. Papst Gregor der Große hat schließlich im siebten Jahrhundert die Zahl auf vier festgelegt.

Mailand feiert sechs Adventsonntage

Vom 11. Jahrhundert an gewann die Adventliturgie auch außerhalb Roms an Bedeutung. Die sich über vier Sonntage erstreckende Vorweihnachtszeit wurde 1570 durch Pius V. allgemein verbindlich und hat auch heute noch Gültigkeit. Einzige Ausnahme ist die Erzdiözese Mailand, in der sechs Adventsonntage gefeiert werden.

 

Adventkranz erst sei 1945 in Österreich

Verschiedene Bräuche unterstreichen das Warten auf Weihnachten. Der Adventkranz ist das zentrale Symbol der vorweihnachtlichen Zeit und geht auf den norddeutschen evangelischen Theologen Johann Wichern (1808–1881) zurück. In Österreich verbreitete sich der Brauch erst nach 1945. Ähnlich wie im benachbarten Bayern ist in Österreich der Kranz traditionell in den liturgischen Farben – mit drei lila Kerzen und einer rosafarbenen – geschmückt. Die rosa Kerze wird am dritten Adventsonntag entzündet. Die vier Kerzen sind ein Hinweis auf das Licht, das zu Weihnachten durch die Geburt Jesu der Welt geschenkt wird.

Die Kreisform des Adventkranzes kann als Symbol des Erdkreises, der Ewigkeit und als Symbol Gottes verstanden werden. Die Segnung der Adventkränze findet am Samstag bei der Vorabendmesse oder am ersten Adventsonntag in den Kirchen statt.

Adventkalender zum Naschen

Versüßt wird die Zeit bis Weihnachten vor allem durch den Adventkalender. Verschiedene Vorformen finden sich bereits im 19. Jahrhundert. 1908 druckte der Münchner Verleger Gerhard Lang den ersten Adventkalender mit Klapptürchen. Hinter jedem geöffneten Fenster sollte - wenn der Adventkalender seinen Namen zu Recht trägt - ein vorweihnachtlicher Gedanke, eine Anregung zum sorgfältigen Umgang miteinander oder auch ein Hinweis auf Heiligenfeste im Advent stehen. Die religiöse Botschaft ist jedoch mehr und mehr in den Hintergrund getreten. Heute verbergen sich hinter den Türchen Bilder oder Sprüche, aber hauptsächlich Süßigkeiten oder auch Spielzeug.

 

Tirol und Salzburg "klöpfeln an"

Ein vor allem in Tirol und Salzburg gängiger Brauch ist das „Anklöpfeln“. Im Mittelpunkt steht die Verkündung der Weihnachtsbotschaft. Eine Gruppe von Sängern verkleidet sich dafür als Hirten und zieht von Haus zu Haus, um das Weihnachtsevangelium zu verkünden. Zeitlich fällt das „Anklöpfeln“ auf die drei Donnerstage vor Weihnachten. Mittlerweile ist der Brauch von der Österreichischen UNESCO-Kommission in das „Immaterielle Kulturerbe“ aufgenommen worden.

Im städtischen Bereich weitaus unbekannt, aber in ländlichen Gegenden noch praktiziert ist der Brauch des „Frauentragens“. Dabei wandert ein Marienbild oder eine Muttergottesstatue von Familie zu Familie, die sie für je einen Tag aufnimmt und sie mit einem Rosenkranzgebet und Adventliedern begrüßt bzw. wieder verabschiedet.

(SALZBURG24/APA)

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