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Niedrige Pegelstände

Trockenheit bringt erste Probleme für Schifffahrt in Salzburg

Bootsverleiher am Wolfgangsee klagen über Niedrigwasser

Wolfgangseeschifffahrt Salzburg AG/Schafbergbahn und Wolfgangseeschifffahrt
Die MS Salzburg auf dem Wolfgangsee. (ARCHIVBILD)

Trockenheit und niedrige Pegelstände zeigen in Salzburg nun erste Auswirkungen auf die Schifffahrt. Besonders betroffen ist der Flachgau.

Die geringen Niederschläge machen sich auch in Salzburg bemerkbar. Die Situation an den Flüssen und Seen sei zwar noch nicht dramatisch, doch auch im Bundesland würden die Pegelstände sinken, hieß es am Dienstag vom Hydrografischen Dienst des Landes. Bemerkbar ist dabei ein Nord-Süd-Gefälle. Der Flachgau mit seinen großen Seen ist stärker betroffen als die Gebirgsregion. Am Wolfgangsee etwa klagen Bootsbesitzer und Betreiber von Fährschiffen über erste Probleme.

Niedrige Pegel, aber keine Extremwerte

"Auch die Pegel aller Flüsse im Flachgau liegen zum Teil deutlich unter dem langjährigen Mittel. Aber das ist nicht außergewöhnlich", sagte Hans Wiesenegger vom Hydrografischen Dienst zur APA. Wie sich die Lage weiter entwickelt, könne er nur schwer sagen. Er gehe aber davon aus, dass sich die Situation nicht schlagartig verbessen werde. Von extremen Werten sei man im Bundesland allerdings noch entfernt.

Gewitter verbessern Lage im Süden Salzburgs

Als einer der Referenz-Flüsse gilt die Lammer, ein gut 41 Kilometer langer Nebenfluss der Salzach. "Das ist ein natürlicher Fluss ohne Kraftwerke. Sie führt derzeit rund sieben Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das ist unter dem langjährigen mittleren Niedrigwasser von 10 Kubikmetern pro Sekunde, aber noch deutlich mehr als bei in der Vergangenheit verzeichneten Tiefständen mit 3,5 Kubikmeter pro Sekunde." Im Gebirge im Süden des Landes würden die abendlichen Gewitter immer wieder zu einer Verbesserung der Lage beitragen. Das zeige sich auch an den größeren Flüssen Enns, Saalach und Salzach.

Auch der Fuschlsee gilt laut Wiesenegger als gutes Referenz-Beispiel. Sein Pegel schwankt im Lauf eines Jahres viel stärker als jener von Seen, deren Pegelstände mit Klausen reguliert werden. "Wir liegen hier 20 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel, aber immer noch 20 Zentimeter vom bisherigen Minimum entfernt." Etwas extremer sei die Situation am Wolfgangsee, dessen Abfluss wie bei vielen anderen Seen mit einer Klause reguliert wird. "Damit wird gewährleistetet, dass - aus ökologischen oder energiewirtschaftlichen Gründen - eine Mindestmenge an Wasser in die Ischler Ache abgeleitet wird." Der Pegel liege derzeit rund 30 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel - und unter dem seit drei Jahrzehnten gemessenen niedrigsten Wert für diese Jahreszeit. "Den bisher registrierten Minimalwert haben wir aber noch nicht erreicht", so Wiesenegger.

Bootsverleiher am Wolfgangsee klagen über Probleme

Allerdings klagen am Wolfgangsee Bootsverleiher und Betreiber von kleineren Fährschiffen Medienberichten zufolge bereits über das Niedrigwasser. In flachen Bereichen fehle beim Manövrieren nicht nur das Wasser unter dem Rumpf, auch der Niveauunterschied zwischen Steg und Boot betrage beim Einsteigen mittlerweile 50 Zentimeter und sei schwierig zu überwinden. Nicht betroffen ist hingegen die von der Salzburg AG betriebene Touristen-Schifffahrt am See. "Der Betrieb läuft planmäßig, alle unsere Anlegestellen sind für niedrige Pegel ausgerichtet", sagte Geschäftsführerin Daniela Kinz.

Keine Einschränkungen bei Salzach-Schifffahrt

Ohne Beschränkungen läuft auch die Salzach-Schifffahrt in der Stadt Salzburg. "Die Gewitter im Gebirge sorgen immer wieder für ausreichend Nachschub", sagte Erich Berer, der das Ausflugsschiff Amadeus und einen Amphibienbus betreibt. "Wir haben bis dato alle Touren wie geplant durchgeführt. Probleme bereitet uns sonst eher das Hochwasser." Zumal habe sein Schiff lediglich einen Tiefgang von 40 bis 45 Zentimeter. Beim Bus seien es mit 80 Zentimetern zwar doppelt so viel, das Schwimmfahrzeug bewege sich aber im Rückstau des Kraftwerks Lehen.

Ökologisch könnten mittelfristig weniger der niedrige Wasserstand als vielmehr die höheren Wassertemperaturen für Veränderungen sorgen. Vor allem kleinere Gewässer mit wenig Schatten erwärmen sich rasch. "Wir werden uns mit dieser Entwicklung künftig auseinandersetzen müssen", sagte Daniela Latzer, Geschäftsführerin des Salzburger Landesfischereiverbands. Betroffen seien etwa Fischarten, die kühles und sauerstoffreiches Wasser bevorzugen - etwa die Bachforelle. "Diese wird zunächst flussaufwärts wandern - bis irgendwann der Lebensraum nicht mehr da sein wird."

Wasserstand für Kraftwerksbetreiber wichtig

Eine Rolle spielt der Wasserstand auch für die Kraftwerksbetreiber. Die Salzburg AG verzeichnet an den Laufkraftwerken an der Salzach für Juli und August einen Rückgang von zwölf Prozent an Stromerzeugung. Wie eine Sprecherin des Unternehmens zur APA sagte, könne man dies durch Pumpspeicherkraftwerke aber gut kompensieren. Ist der Strom billig, wird Wasser vom Tal in die Speicher gepumpt, um es bei Spitzen - wenn Strom gebraucht wird - abfahren zu können. Weil im heurigen Winter zudem wenig Schnee in der Bergen lag und die Zeit der Schneeschmelze kurz war, sei die Stromproduktion seit Jahresbeginn um 7,5 Prozent zurückgegangen.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 04.12.2022 um 10:42 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/trockenheit-schifffahrt-in-salzburg-mit-ersten-problemen-125759818

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