Jetzt Live
Startseite Salzburg
Sommersemester

Wie geht's an der Uni Salzburg weiter?

ÖH-Vorsitzende über Online-Lehre und neue Prüfungs-Modi

SB, Unipark Nonntal, Universität Salzburg SALZBURG24/Wurzer
Am Unipark Nonntal herrscht derzeit kein Betrieb.

Die Tore der Uni Salzburg sind seit nunmehr drei Wochen geschlossen. Kurse finden derzeit möglichst online statt. Wann an der Hochschule wieder Normalität einkehren kann, ist – wie aktuell in so vielen Bereichen unseres Lebens – noch unklar. Wir haben mit der Vorsitzenden der ÖH Salzburg, Keya Baier, gesprochen, wie die rund 12.000 Studierenden dennoch das Sommersemester erfolgreich abschließen sollen.

Salzburg

Die Hochschulen bleiben aufgrund der Corona-Pandemie wohl noch bis mindestens Ende April im derzeitigen Notbetrieb, wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt gab. Konkretes vermisste Baier in den Angaben des Ministers.

Von Uni-Betrieb ab Mai "wohl nicht auszugehen"

"An der Universität Salzburg sind viele Prozesse ins Stocken gekommen, weil es aus dem Bundesministerium keine Entscheidungen gibt. Das ist für unsere Studierenden sehr frustrierend, weil sie zu diversen Bereichen noch immer keine Antworten haben", kritisiert Keya Baier. Österreichweit warten über 400.000 Studierende momentan auf Entscheidungen aus dem Bundesministerium.

Optimal wäre es laut Baier, wenn nach dem 30. April wieder Präsenzlehre stattfinden könnte. "Davon ist aber wohl nicht auszugehen", räumt sie im Gespräch mit SALZBURG24 ein. Gemeinsam mit der Universität plane die ÖH nun für den "Worst Case", also dass die Uni das komplette Sommersemester über geschlossen bleibt.

Keya Baier, ÖH Salzburg SALZBURG24/POSCH
Salzburgs ÖH-Vorsitzende Keya Baier.

Neue Prüfungsarten für Studierende

Dabei geht es vor allem um unterschiedliche Prüfungsmodalitäten, wie sie erklärt. Es müsse jedenfalls die Möglichkeit geben, dass alle Lehrveranstaltungen, die jetzt online stattfinden, auch abgeschlossen werden können. Vorstellbar seien etwa Prüfungen mit offenen Fragen, die zu Hause innerhalb einer vorgegeben Zeitspanne abgearbeitet und online abgeschickt werden müssen. Aber auch Multiple-Choice-Testungen über Online-Tools seien denkbar. "Wir loten hier gerade gemeinsam mit der Uni Salzburg die verschiedensten Möglichkeiten aus und prüfen diese Tools, die eventuell zum Einsatz kommen könnten", schildert die ÖH-Vorsitzende. Nicht jede Prüfungsart sei für jeden Kurs gleich gut geeignet. Studierende sollen zudem wählen können.

Nach Ostern, sobald einigermaßen absehbar sei, ob es wieder Präsenzlehre gebe, solle die weitere Vorgehensweise an die Studierenden kommuniziert werden, kündigt sie an.

Große Unterschiede bei Online-Lehre an Uni Salzburg 

Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Prüfungsphase ist aber auch der funktionierende Lehrbetrieb. Mit 11. März wurden alle Präsenzlehrveranstaltungen an der Uni Salzburg eingestellt. Die Kurse mussten kurzerhand auf eine Online-Variante umgestellt werden. "Ich muss den Lehrenden hier ein großes Lob aussprechen. Sie haben sich mit großer Mehrheit viele Gedanken gemacht und die Kurse sehr schnell und sehr gut online umgesetzt", sagt Baier. Es gebe allerdings auch Ausnahmen. Einzelne Lehrende hätten alle ihre Termine ausfallen lassen, in der Hoffnung, dass es nach Ostern wieder Präsenzlehre gebe. Andere würden utopische Arbeitsaufträge einfordern, die nicht schaffbar seien, schildert sie. Um sich hier ein genaues Bild zu verschaffen, schickt die ÖH Salzburg noch am heutigen Donnerstag einen Fragebogen an alle Studierenden aus, "um zu erheben, wo es läuft und wo nicht". So sollen Verbesserungen in der Lehre eingefordert werden können.

Sommersemester bis in den Juli hinein?

Auch über eine Ausdehnung des Sommersemesters hinein in den Juli, gibt es aktuell Diskussionen. Für die ÖH ist das nur "unter ganz bestimmten Voraussetzungen" denkbar, um beispielsweise Prüfungen oder Laborarbeit nachzuholen. Jedoch dürfe es sich dabei um keine verpflichtenden Leistungen handeln. "Im Regelfall müssen Studierende im Sommer einem Job nachgehen oder ein Pflicht-Praktikum absolvieren", erklärt Baier. "Wir finden es gut, wenn in dieser Zeit Termine auf freiwilliger Basis angeboten werden, weil Studierende dann die Möglichkeiten haben, Leistungen nachzuholen. Aber wenn sie das nicht können, soll ihnen dadurch kein Nachteil entstehen", stellt sie klar.

Faßmann kündigt "neutrales Semester" an

Was Minister Faßmann jedenfalls bereits angekündigt hat, ist, dass das Sommersemester als "neutrales Semester" bewertet werden soll - es würde also etwa nicht für den Beihilfenbezug angerechnet.

(Quelle: SALZBURG24)

Whatsapp

Aufgerufen am 10.08.2020 um 01:56 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/uni-salzburg-wie-studierende-das-sommersemester-abschliessen-sollen-85719379

Kommentare

Mehr zum Thema