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Gleiche Ansteckungswege

Wo sich Corona und Grippe unterscheiden

Kann Influenza-Welle durch Lockdown abgeschwächt werden?

Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen steigt in Österreich weiter an – wenn auch mittlerweile langsamer. Eine Infektion mit dem Virus kann bekanntlich schwer verlaufen und tödlich enden, die Infektion mit Grippeviren aber ebenso. Doch wo sind die Unterschiede zwischen Corona und Influenza bei Symptomen, Krankheitsverlauf und Therapie?

Die Virusgrippe der Influenza ist eine hochansteckende Erkrankung, bei der durchaus ein schwerer Verlauf auftreten kann. Und auch sie kann sich zur Pandemie entwickeln, wie die Spanische Grippe vor knapp 100 Jahren zeigte. Rund 50 Millionen Menschen kamen im Jahr 1918 dabei ums Leben.

Grippe nicht zu unterschätzen

Etwa 1.300 Menschen sterben jährlich in Österreich am Influenza-Virus. Grundsätzlich haben Menschen über 60 Jahren und jene mit Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko, das die Erkrankung lebensbedrohlich verlaufen kann – genauso wie beim Coronavirus.

Höhepunkt der Grippesaison ist für gewöhnlich Ende Jänner, Anfang Februar. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gab erst am gestrigen Sonntag zu bedenken, dass im Dezember – mit dem Beginn der Grippewelle – eine deutliche Zusatzbelastung der Spitäler zu erwarten sei.

Unterschiede bei Symptomen

Doch wie erkenne ich überhaupt eine Grippe? Typische Symptome sind ein starkes Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, bohrende Kopfschmerzen, starke Halsschmerzen und oft schmerzhafter Husten. Andere Krankheitsverläufe gehen mit starkem Schnupfen oder Durchfall, Übelkeit und Erbrechen einher, wie unlängst Apotheker Wolfgang Lanner gegenüber SALZBURG24 erklärte.

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Verschiedene Inkubationszeiten

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Krankheitserreger bis zum Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen, liegt bei der Grippe bei nur ein bis zwei Tagen, die Symptome treten also meist schlagartig auf. Beim Coronavirus sind es zwei bis sechs Tage, in manchen Fällen dauert es auch bis zu zwei Wochen. Die Infektion verschlimmert sich eher langsam über Tage hinweg.

Es gibt kein einheitliches typisches Beschwerdebild von Covid-19. Das Spektrum ist sehr breit. Häufigste Symptome für das Coronavirus sind Fieber, trockener Husten, Müdigkeit, der Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, aber auch Atembeschwerden bzw. Kurzatmigkeit. Bei einem Verdacht auf Covid-19 sollte man Zuhause bleiben und sofort die Hotline 1450 anrufen – entscheidend ist, ob es möglichen Kontakt zu Erkrankten gab. Gewissheit könne schließlich nur ein Test bringen. Im Gegensatz zur Influenza ist Corona bereits zwei Tage vor Beschwerdebeginn ansteckend.

Corona-Folgen noch unerforscht

Wie gefährlich eine Corona-Infektion wirklich ist und welche Folgeschäden auftreten können, ist noch nicht eindeutig geklärt, denn die Covid-19-Erkrankung ist bislang nur unzureichend erforscht. Zunächst galt es jedenfalls als reine Lungenerkrankung, die vor allem die unteren Atemwege betrifft. Mittlerweile ist jedoch klar, dass das Coronavirus auch andere Organe und die Blutgerinnung beeinflusst, beschreiben die deutschen Helios-Kliniken den aktuellen Forschungsstand. Demnach sei einer der entscheidenden Unterschiede zu Grippe, dass der Bevölkerung die Grundimmunität gegen Corona fehlt. Ohne diese sei es für den Erreger leichter, sich zu verbreiten.

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Medizinische Behandlung

Die Therapie bei Influenza-Erkrankungen richtet sich gegen die Symptome. So können zum Beispiel gegen Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Fieber Schmerzmittel mit gleichzeitig fiebersenkender Wirkung zum Einsatz kommen. Neben der medikamentösen Therapie ist insbesondere bei Kindern eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Außerdem braucht der Körper in dieser Situation viel Ruhe, um sich zu erholen. Dies hilft auch, möglichen Komplikationen vorzubeugen, heißt es dazu im öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs.

Bei rund 80 Prozent der Betroffenen nimmt Covid-19 einen milden oder moderaten Verlauf. Das heißt, die Symptome sind eher leicht ausgeprägt und klingen ohne spezielle Behandlung und ohne Spitalsaufenthalt von alleine wieder ab. Erkrankungen mit schwerem oder tödlichem Verlauf treten gehäuft bei älteren und immungeschwächten Personen sowie bei Personen mit Vorerkrankungen auf. Hier müssen die Patienten häufig künstlich beatmet werden. 

Beide Erkrankungen können sich zu einer gefährlichen Lungenentzündung entwickeln. Zudem können sie auch andere Organe schädigen und auf den ganzen Körper übergreifen.

Weniger andere Infektionskrankheiten

Die Pandemie-Schutzmaßnahmen dürften im Herbst auch andere Infektionskrankheiten stark ausgebremst haben. Das zeigt jedenfalls eine Analyse der AOK Nordost aus Deutschland. So waren von Ende September bis Mitte November im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen 50 Prozent weniger AOK-Versicherte im Nordosten wegen der Grippe krankgeschrieben, wie die Kasse am Wochenende mitteilte. Allerdings haben sich wahrscheinlich auch mehr Menschen gegen Influenza impfen lassen. Dazu gibt es für die Region noch keine Zahlen.

 

Alltagsmasken, häufiges Hände waschen und Distanzgebote halten augenscheinlich aber auch andere Infektionskrankheiten häufiger in Schach als früher: So sanken die Krankschreibungen wegen Magen-Darm-Infekten und Lungenentzündungen nach AOK-Angaben um ein gutes Drittel. Bei akuter Bronchitis gingen sie sogar um mehr als die Hälfte zurück. Für Österreich bzw. das Land Salzburg gibt es eine solche Erhebung übrigens noch nicht. "Das ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht aussagekräftig genug", heißt es dazu auf SALZBURG24-Nachfrage bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Es sei derzeit noch zu früh, um eine Tendenz zu erkennen, ob die Kontaktbeschränkungen Auswirkungen auf andere Infektionskrankheiten haben. Experten der AGES gehen aktuell davon aus, dass die Influenza-Welle in der Saison 2020/2021 aufgrund der Kontaktreduktionen etwas später und abgeschwächt erfolgen wird.

Schutz vor Corona und Grippe

Sowohl Covid-19 als auch das Influenza-Virus verbreiten sich über die gleichen Ansteckungswege. Deshalb sind auch die Schutzmaßnahmen ident:

  • Abstand halten (mindestens 1,5 Meter)
  • Mund-Nasen-Schutz tragen
  • Kontakte reduzieren
  • Häufiges und gründliches Händewaschen
  • Menschenansammlungen und Großveranstaltungen meiden
  • Auf Händeschütteln, Umarmungen usw. verzichten
  • Regelmäßiges Lüften
  • Treffen mit Freunden eher an der frischen Luft

Und was ist mit der Impfung?

Eine Grippeimpfung gilt als umstritten, weil sich Influenza-Viren jedes Jahr aufs Neue verändern, weshalb es mehrere Abwandlungen der Krankheit gibt, die gleichzeitig auftreten können. Weil das Virus sehr anpassungsfähig ist und mutieren kann, beobachten die Impfstoffhersteller ständig die aktuelle Entwicklung der unterschiedlichen Virusstämme und passen den Impfstoff entsprechend an. Jedoch war die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung in den vergangenen Jahren recht gering. Das dürfte sich aber angesichts der Corona-Pandemie heuer ändern. Jetzt sind die Influenza-Impfstoffe nahezu überall ausverkauft.

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Für Covid-19 gibt es die ersten Impfstoffe, die schon bald in Europa zugelassen werden sollen. Mit Anfang 2021 sollen die ersten Impfungen in Österreich durchgeführt werden. Alle Hoffnungen richten sich darauf, dass die Impfstoffe dazu beitragen werden, die Ausbreitung des Erregers in absehbarer Zeit aufzuhalten.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 09.03.2021 um 05:25 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/unterschiede-zwischen-coronavirus-und-grippe-96340192

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