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Unwetter in Salzburg

Flüge zeigen massive Schäden

Aufräumen auf Hochtouren

Am Montag verschafften sich Spezialisten aus der Luft ein genaues Bild der Lage in den betroffenen Gebieten entlang des Alpenhauptkamms. Schwerpunkt der Erkundungsflüge waren das Gasteiner- und das Großarltal im Pongau, das Raurisertal im Pinzgau und der gesamte Lungau.

Im Gasteinertal wurden hunderte klein- bis großflächige Rutschungen und Vermurungen festgestellt. „Die Sperrbauwerke sind zumeist randvoll. Die Verbauungen haben gehalten, an ihnen konnten keine Schäden festgestellt werden. Die Sperren Kötschachbach, Kapellenbach, Aubach, Durchganggraben, Kugelgassgraben werden so schnell wie möglich freigemacht“, berichtet der Pongauer Katastrophenschutzreferent Norbert Paßrucker.

Weitere Rutschungen drohen

Dutzende Güterwege, Gemeinde- und Forststraßen sind nicht passierbar. Besonders problematisch ist der Bereich Badberg an der Gasteiner Landesstraße, der gleich durch mehrere Rutschungen verlegt ist. „Es drohen weitere Rutschungen, deshalb ist eine Öffnung noch nicht möglich“, so Paßrucker. Zur Erreichbarkeit von Bad Gastein soll die Straße in Badbruck sofort geräumt werden. Die Angertalstraße ist über hunderte Meter beschädigt. Hier laufen die Räumarbeiten bereits. Zahlreiche evakuierte Wohngebäude können vorläufig noch nicht freigegeben werden.

Großarltal: Sperren noch nicht voll

Besser ist die Situation im Großarltal. Die Rutschungen und Muren beginnen südlich des Großarler Ortszentrums bis nach Hüttschlag, wo es zu großflächigen Rutschungen und zahlreichen Vermurungen von Verkehrswegen gekommen ist. Betroffene Gehöfte scheinen keine Zerstörungen davongetragen zu haben. Die Wildbachsperren können noch Material aufnehmen.

Nasse Hänge im Raurisertal

Ludwig Fegerl vom Landesgeologischen Dienst hat den Pinzgau vom Helikopter aus unter die Lupe genommen. „In Rauris allein wurden hunderte kleine und größere Rutschungen festgestellt. Einige Häuser sind von der Umwelt abgeschnitten. In den Hängen ist noch extrem viel Wasser, was schnelle Aufräumarbeiten unmöglich macht. Ab Wörth ist das Rauriser Tal südwärts auf dem Straßenweg nicht erreichbar“, so sein erster Bericht.

Aufräumen im Lungau

„Die Situation deckt sich mit den Informationen, die wir bereits durch Einzelmeldungen hatten. Die dokumentierten Schäden werden in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Wildbach- und Lawinenverbauung, des Landesgeologischen Diensts, der Gemeinden und der Straßenmeistereien in den kommenden Tagen abgearbeitet“, so der Lungauer Katastrophenschutzreferent Philipp Santner.

Bereits 3.500 Schadensfälle in diesem Jahr

"In einem durchschnittlichen Jahr werden sechs Millionen Euro aus dem Katastrophenfonds ausbezahlt. Alleine das Schadensbild nach dem gestrigen Ereignis wird dieselbe Summe an Entschädigungen nach sich ziehen. Hinzu kommt, dass bei bisher 3.500 Fällen in diesem Jahr bereits zehn Millionen Euro an Zuschüssen angefallen sind", erklärt Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP), der sich im Pinzgau ein Bild von der Lage machte.

(Quelle: SALZBURG24)

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