Jetzt Live
Startseite Salzburg
Feuerwehr-Großeinsätze

Unwetter verursacht Schaden in Millionenhöhe

Gewitterfront trifft den Flachgau schwer

Ein heftiges Unwetter ist am Dienstagabend über Salzburg und Oberösterreich gezogen und hat zahlreiche Feuerwehr-Einsätze gefordert. Besonders betroffen war der Flachgau. Am Wallersee musste überdies die Wasserrettung ausrücken.

Gewitter, Starkregen, Sturm, dazu Hagel. Ein heftiges Unwetter erreichte die nördlichen Teile Salzburgs am Dienstagabend. Besonders betroffen waren die Gemeinden Elixhausen, Hallwang, Seekirchen, Henndorf, Straßwalchen und Neumarkt, meldete der Landesfeuerwehrverband Salzburg. Insgesamt rückten 18 Feuerwehren mit 583 Mitgliedern zu 152 Einsätzen aus.   

Für Schäden dürfte vor allem der intensive Hagel gesorgt haben: Die teilweise mehrere Zentimeter großen Hagelkörner zerstörten Getreide- und Blumenfelder und beschädigten Autoscheiben, Dächer und Hausfassaden. Auf der Westbahnstrecke musste der Zugverkehr unterbrochen werden, nachdem umgestürzte Bäume die Oberleitung beschädigt hatten. 

"Wir rechnen allein in Salzburg mit Schäden in der Höhe von zwei Millionen Euro“, erklärt Wiener Städtische-Landesdirektor Martin Panosch. Salzburgs Landesrat Josef Schwaiger gab bekannt, dass Landeshauptmann Wilfried Haslauer bereits heute mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (alle ÖVP) vereinbart hatte, dem Land Salzburg schon jetzt Bundesgelder im Vorhinein zur Verfügung zu stellen. „Damit kann in solchen Fällen schnell und effektiv geholfen werden“, so Schwaiger in einer Aussendung am Mittwoch.

Heftiger Hagel in Seekirchen

Aufgrund des Unwetters war am Dienstagabend in Seekirchen (Flachgau) in weiten Teilen der Strom ausgefallen. 

Zudem wurde der Schneepflug eingesetzt, um die Straßen vom Hagel freizubekommen. Von den Helfern wurden zahlreiche Auspumparbeiten durchgeführt und entwurzelte Bäume beseitigt, teilte das Landesfeuerwehrkommando mit.

 

Auch die Feuerwehr Seekirchen war gefordert, sie musste bei 43 Einsätzen auf mehreren Straßen Bäume entfernen, Keller auspumpen und Hagelschäden bearbeiten. Unterstützt wurden sie von der Feuerwehr Eugendorf.

 

Schwere Unwetter in Hallwang und Mondsee

Nahe des Hallwanger Sportplatzes wurden zwei Fahrzeuge von Bäumen getroffen. Die Freiwillige Feuerwehr Hallwang (Flachgau) musste ausrücken. Auch an der Hallwanger Landesstraße wurden mehrere Bäume umgerissen und beschädigten ein Hausdach sowie ein weiteres Fahrzeug. Die Westbahnstrecke musste zwischenzeitlich gesperrt werden.

Über Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) gingen ebenso schwere Unwetter nieder, golfballgroße Hagelkörner beschädigten zahlreiche Dächer und Pkw. Bei einem Autohaus in Tiefgrafen wurden zahlreiche Autos beschädigt, auch Häuserfassaden wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr rückte auch wegen Überflutungen aus. Um die zahlreichen Einsätze zu koordinieren, wurde eine eigene Stabsstelle im Feuerwehrhaus Mondsee eingerichtet.

Dach abgedeckt in Thalgau

Die Feuerwehr Thalgau (Flachgau) musste ebenso ausrücken. So wurde das Dach eines Landwirtschaftsgebäudes beschädigt und musste gemeinsam mit den Feuerwehr St. Gilgen mittels Planen abgedeckt werden, um so einen Wassereintritt zu verhindern. Auch zahlreiche Bäume und Äste mussten von den Straßen entfernt werden, verstopfte Kanäle wieder freigemacht werden.

Personensuche im Wallersee

Zu einem dramatischen Einsatz rückte die Wasserrettung Salzburg am Wallersee aus. Während des heftigen Unwetters meldete eine Person um kurz nach 19 Uhr vom Ufer aus, dass sich eine Person rund 100 Meter vom Ufer entfernt beim Strandbad Henndorf (Flachgau) in Not befand.

Die Wasserrettung Wallersee und Salzburg Stadt sowie die Feuerwehr Henndorf suchten mit Booten den See ab. Mehrere Taucher der Wasserrettung starteten eine Unterwassersuche. Nachdem um 22  Uhr ein weiteres Gewitter aufzog und auch noch keine Vermisstenmeldung vorlag, wurde der Einsatz abgebrochen.

Hagelschaden in Millionenhöhe 

"Ein einzelnes Schadensereignis wie noch nie in der Geschichte der Österreichischen Hagelversicherung", beschrieb es deren Chef Kurt Weinberger. Der Schaden belaufe sich allein in der oberösterreichischen Landwirtschaft auf 22 Millionen Euro.

Die Gewitterfront mit "bis zu hühnereigroßen Hagelschloßen" habe eine Fläche von 40.000 Hektar Acker-, Obst- und Gemüsekulturen sowie Grünland schwer geschädigt, berichtete der oö. Landesleiter Wolfgang Winkler. "Binnen weniger Minuten wurden landwirtschaftliche Kulturen regelrecht gehäckselt."

Unwetter zieht nach OÖ weiter

Am späten Abend verwüstete der Hagel vor allem im Innviertel und in den Bezirken Vöcklabruck und Gmunden Gärten und Felder, Glashäuser wurden zerstört, Dächer beschädigt, Keller überflutet. In Pinsdorf (Bezirk Gmunden) beispielsweise lagen die Hagelkörner 40 Zentimeter hoch auf der Straße und wurden mit Schneepflügen entfernt.

Über Mitternacht beruhigte sich die Lage etwas. Zwischen 1.00 und 4.00 Uhr gingen dann neuerlich heftige Regenfälle nieder, die zu Überflutungen führten, allerdings war diesmal kein Hagel mehr im Spiel. Betroffen waren wie bereits zuvor das oö. Seengebiet, aber auch die Bezirke Wels-Land und Linz-Land.

Die Feuerwehren rückten im Bundesland mit knapp 2.000 Helfern zu hunderten Einsätzen aus. Zwischenzeitlich wurden die Arbeiten unterbrochen, weil es zu gefährlich war, bei Dunkelheit und Starkregen auf Dächer zu steigen. In der Früh rückten die Feuerwehrleute dann aber erneut aus, um an den Schadensstellen zu helfen, berichtete das Landesfeuerwehrkommando.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 31.07.2021 um 11:21 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/unwetter-in-salzburg-zahlreiche-feuerwehreinsaetze-105609613

Kommentare

Mehr zum Thema