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Unwetter und Muren

Salzburgs Süden im Ausnahme-Zustand

Ein Überblick der Ereignisse

Im Bundesland Salzburg waren seit Sonntag rund 35 Gemeinden von Starkregen, Hochwasser, Sturm und Muren betroffen. Über 1.800 Feuerwehrleute halfen bei insgesamt 630 Einsätzen. Am dramatischsten war die Lage in Bad Gastein, wo eine Mure zwei Einfamilienhäuser aufeinander schob und zerstörte. Ein Überblick der Ereignisse findet ihr hier.

Kurz vor Mitternacht hatte sich der Hang im Bad Gasteiner Ortsteil Badbruck in Bewegung gesetzt. Die Erdmassen erreichten zunächst ein Wohnhaus, zerstörten dieses völlig und schoben es auf ein darunter liegendes Gebäude, das ebenfalls total beschädigt wurde. Während eine Bewohnerin nach kurzer Zeit aus den Trümmern geborgen wurde, gestaltete sich die Rettung der zweiten Frau deutlich schwieriger. Sie wurden erst nach zwei Stunden aus ihrem zerstörten Haus befreit. Die Feuerwehrleute mussten sich dabei während des Einsatzes mehrere Male rasch zurückziehen, weil die Mure immer wieder Geröll nachschob.

Unwetter - Lage in Süd-/Westösterreich APA
Lage am Montagnachmittag in Süd- und Westösterreich.

Zivilschutzalarm in Salzburger Gemeinden

Für die Gemeinden Großarl, Hüttschlag, Bad Hofgastein und Muhr war Sonntagabend Zivilschutzalarm ausgerufen worden. Bis Montagabend war dieser in Großarl und Hüttschlag aufgehoben, in Muhr und Bad Hofgastein noch aufrecht. Die Bewohner wurden angehalten, die Häuser nicht zu verlassen. Der Regen hatte zwar über Nacht aufgehört, die Gefahr weiterer Murenabgänge habe sich seither aber nicht viel verändert, sagte Franz Wieser, der Sprecher des Landes.

Dauereinsatz für Feuerwehrleute in Salzburg

Bei insgesamt 675 Einsätzen standen am Montag 60 Feuerwehren mit 1.927 Floriani im Einsatz. Nachdem die Pegelstände in den Bächen und Gräben während der Nacht zurückgegangen waren, wurde mit den ersten Sofortmaßnahmen zu Bachrückführungen, mit der Sicherung von Rutschungen, und dem Lösen von Verklausungen begonnen. Außerdem wurden Muren und umgestürzte Bäume von Straßen beseitigt, Keller ausgepumpt und abgedeckte Dächer provisorische abgedicht. Besonderes betroffen waren die Lungauer Gemeinden Muhr, Zederhaus und Ramingstein, wo 20 Gebäude evakuiert und 54 Personen in Sicherheit gebracht wurden. In etlichen Schulen der betroffenen Gebiete fiel am Montag der Unterricht aus.

Etliche Straßen in Salzburg gesperrt

Etliche wichtige Straßen- und Bahnverbindungen waren am Montag noch gesperrt. Bad Gastein im Pongau sowie Saalbach-Hinterglemm und der Ortskern von Zell am See im Pinzgau waren auf der Straße nicht erreichbar. Nicht befahrbar waren im Pongau die Pinzgauer Straße B311 in Schwarzach und die Gasteiner Straße B167 zwischen Bad Hofgastein und Bad Gastein. Im Pinzgau war die Dientner Straße L216 zwischen Lend und Dienten gesperrt.

Wegen Murenabgänge war der Ortskern von Zell am See vorerst nicht erreichbar, ebenso Saalbach-Hinterglemm aufgrund der gesperrten Glemmtal-Landestraße. Wegen umgestürzter Bäume war auch die Felbertauern-Mautstraße zwischen Mittersill und Matrei nicht befahrbar. Weiters gesperrt waren im Lungau etwa die Turacherstraße B95 zwischen Tamsweg und Murau, die Muhrer Landesstraße (L211) von Oberweißburg bis Muhr und die Göriacher Landesstraße von Laser bis Göriach.

Bahnstrecken unterbrochen

Unterbrochen war auch die inneralpine Bahnstrecke zwischen Saalfelden und Hochfilzen sowie Bruck-Fusch und Zell am See. Sie ist mittlerweile wieder frei. Nicht passierbar war auch die Murtalbahn von Tamsweg bis Murau.

Ein Teil der Tauernstrecke im Gasteinertal konnte dann am späten Nachmittag wieder freigegeben werden. Damit können Dorfgastein und Bad Hofgastein von Schwarzach-St. Veit aus wieder mit der Bahn erreicht werden. Aufgrund der Reparaturarbeiten nach den Unwetterschäden bleibt die Tauernstrecke aber zwischen Bad Hofgastein und Spittal-Millstättersee bis voraussichtlich Samstag, 6 Uhr, gesperrt. Nach Bad Gastein kann aufgrund der aktuellen Straßensperre auch kein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Für Reisende von und nach Kärnten wurde zwischen Bischofshofen und Spittal-Millstättersee ein Schienenersatzverkehr mit Bussen über die Tauernautobahn eingerichtet. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um rund 20 Minuten.

Der ÖBB-Sprecher empfiehlt, sich vor geplanten Fahrten über den aktuellen Status auf der Internetseite www.oebb.at oder unter der Telefonnummer 05-1717 zu informieren.

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(Quelle: SALZBURG24)

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