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Versicherungsschutz

Dächer unbedingt von Schnee befreien

20190109_PD3286.HR.jpg APA/Helmut Fohringer
Beim Abschaufeln von Dächern sollte man grundsätzlich auf Profis zurückgreifen oder eine entsprechende Sicherung (Gurt, Seil etc.) verwenden. 

Nach dem heftigen Wintereinbruch der vergangenen Tage türmen sich auf vielen Hausdächern die Schneemassen. Die Dächer sollten aber unbedingt abgeschaufelt werden, da sonst der Versicherungsschutz verloren geht, berichtet die Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) in einer Aussendung am Donnerstag.

Schneedruckschäden sind grundsätzlich durch die Sturmversicherung gedeckt. Der Kunde hat allerdings eine Sorgfaltspflicht: „Dazu zählen in jedem Fall die regelmäßige Kontrolle der Schneelast sowie das Befreien des Daches von Schneemassen, um drohende Schäden abzuwenden“, so Engelbert Löcker, Obmann der Versicherungsagenten in der WKS. Beim Abschaufeln von Dächern sollte man grundsätzlich auf Profis zurückgreifen oder eine entsprechende Sicherung (Gurt, Seil etc.) verwenden.

Gegen Schäden durch Naturgewalten versichert

Schäden durch Schneelawinen sind in der Katastrophenhilfe gedeckt, die standardgemäß in Eigenheimversicherung inkludiert ist. Versichert sind Schäden am Gebäude, die durch eine Naturgewalt entstanden sind. Typische Schäden sind etwa das Abreißen einer Dachrinne, die Beschädigung von Dachziegeln oder des Dachstuhls teilt die UNIQA-Versicherung auf SALZBURG24-Anfrage mit.

Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, dass Versicherungsnehmer nicht unterversichert sind, also die Summe für mögliche Schäden ausreicht. Der persönliche Versicherungsberater kann hier mit Tipps weiterhelfen. 

Versicherung deckt Schäden durch Schneedruck

Die Sturmschadenversicherung im Eigenheimbündel ersetzt Schäden, die durch Schneedruck entstehen. Dazu zählen etwa beschädigte Hausdächer und eventuell auch Zäune oder Schäden an einem Nebengebäude. „Eine Eigenheimbündelversicherung deckt auch etwaige Haftungsfälle, die durch eine Dachlawine verursacht werden“, erklärt Löcker. Er rät Autobesitzern, ihr Fahrzeug nicht unter Bäumen oder schneebedeckten Häusern abzustellen, um Schäden durch herabstürzende Äste oder Dachlawinen zu vermeiden. Bei Kraftfahrzeugen sei allerdings in erster Linie die Kfz-Kaskoversicherung zuständig.

Gehsteige vor Haus räumen

Grundstücks- und Hauseigentümer bzw. Hausverwalter sind in Österreich dazu verpflichtet, Gehsteige vor dem Haus vom Schnee zu befreien bzw. bei Glätte zu streuen. Diese Verpflichtung gilt von 6 bis 22 Uhr. „Ein Verstoß kann eine Geldstrafe nach sich ziehen und zu Schadenersatzansprüchen führen, wenn sich beispielsweise eine Person aufgrund der mangelnden Räumung verletzt“, betont Löcker.

Verantwortung bei Schäden durch Lawine

Eine Lawine kann nicht nur das Hab und Gut, sondern auch Menschenleben gefährden. Wer eine Lawine auslöst, macht sich zwar nicht strafbar, kann aber bei Schäden zur Verantwortung gezogen werden. Werden andere Menschen verletzt, Gebäude oder ein Wald in Mitleidenschaft gezogen, kann vom Verursacher Schadenersatz gefordert werden. „Auch wenn eine private Haftpflichtversicherung die Deckung für Schäden durch das Auslösen einer Lawine übernimmt, kann die Versicherung eine Leistung trotzdem ablehnen. Im Unglücksfall muss zwischen grober Fahrlässigkeit und der bewussten Inkaufnahme eines Unglücks unterschieden werden“, sagt Löcker abschließend.

Aufgerufen am 18.01.2019 um 01:52 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/versicherungsschutz-daecher-unbedingt-von-schnee-befreien-63842455

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