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Straße statt Handy im Blick

Video soll "Blindflug" auf Straßen beenden

Ablenkung ist in Salzburg die Unfallursache Nummer 1, in den vergangenen sechs Jahren starben alleine deswegen 58 Menschen im Straßenverkehr, mehr als 7.500 wurden verletzt. Auch bei jedem dritten Unfall am Schulweg ist Unachtsamkeit die Ursache. Seit Anfang Jänner werden Salzburgs Schüler mit einem Verkehrsvideo auf die Gefahren aufmerksam gemacht.

2017 ereigneten sich österreichweit 498 Unfälle am Schulweg, bei rund 33 Prozent war Ablenkung oder Unachtsamkeit die Unfallursache. Zu einem immer größeren Problem, das sowohl Schulkinder als auch andere Verkehrsteilnehmer betrifft, wird diesbezüglich das Smartphone. "Starren Fußgänger – Erwachsene wie Kinder – im Straßenverkehr andauernd auf ihre Handys, so gefährden sie nicht nur sich selbst sondern auch andere", warnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

"Smombies": Reale Welt gerät in Randbereich

Gerade am Schulweg wird das Smartphone immer mehr zum Zentrum der Aufmerksamkeit. "Einerseits möchte man Freunde über WhatsApp, Facebook, Instagram und Co immer auf dem Laufenden halten", weiß die Expertin des Mobilitätsclubs. "Andererseits schaut man aber auch gemeinsam die neuesten Videos, hört aktuelle Songs oder spielt sogar Spiele."

Die sogenannten Smombies (Kunstwort aus den Begriffen Smartphone und Zombie) unterschätzen allerdings die Gefahren, denen sie sich dadurch aussetzen. Durch den stetigen Blick auf das Smartphone gerät die reale Welt in den Randbereich. Risiken werden erst zu spät oder gar nicht erkannt.

"Blindflug": Video soll Salzburger Schüler aufrütteln

Mit einem Video will  man in Salzburg gegensteuern. Seit Anfang Jänner tourt der Clip, der sich mit dem "Blindflug" am Steuer durch das Smartphone beschäftigt, durch Salzburgs Schulen. „Wir machen damit den Jugendlichen und Fahranfängern auf Augenhöhe klar, dass Ablenkung durch WhatsApp-Checken, Instagram-Posten und so weiter während der Fahrt lebensgefährlich sein kann“, so Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) und Erich Lobensommer vom ÖAMTC Salzburg.

"Smartphones lenken vom Verkehrsgeschehen ab, denn Augen, Ohren, Hände und Denkvermögen sind besetzt", skizziert Seidenberger die Gefahr, die von Smartphones im Straßenverkehr ausgeht. "Das Umherblicken, die Beobachtungsmöglichkeiten und das Antizipieren von Verkehrssituationen fallen weg – man sieht schlicht weg nichts, außer dem Display."

Vor kurzem machte der Kurzfilm in der Landesberufsschule 4 in der Stadt Salzburg Station wo sich die jungen Autofahrer beeindruckt zeigten. "In den vergangenen sechs Jahren sind 58 Menschen in Salzburg im Straßenverkehr durch Ablenkung ums Leben gekommen. Außerdem sind ein Drittel der Verkehrstoten Fahranfänger. Genau diese Zielgruppe wollen wir erreichen, um Leben zu retten", so Schnöll. Premiere feierte das Video in der Berufsschule Wals, seither sind die Verkehrspädagoginnen des ÖAMTC damit auf Tour.

(Quelle: SALZBURG24)

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