Jetzt Live
Startseite Salzburg
Zeit für Veränderung?

Vier-Tage-Woche künftig unumgänglich

Flexibles Arbeiten wichtig für Jüngere

Macht die Vier-Tage-Woche in Salzburg Sinn oder nicht? Zumindest sei es unumgänglich, sich über neue Arbeitszeitmodelle Gedanken zu machen, sagte Landeshauptmann Wiflried Haslauer (ÖVP). Dieses Statement brachte jedenfalls Bewegung in die Debatte.

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ließ letzte Woche aufhorchen, weil er erstmals öffentlich die Einführung der Vier-Tage-Woche in Erwägung zog. Die Arbeitsregelung könne dem Personalmangel im Tourismus entgegenwirken. Jene Branche, die für Salzburgs Wirtschaft so wichtig ist. Über 50 Prozent der SALZBURG24-User stimmten Haslauer in einer Umfrage zu.

 

Allerdings ginge das nicht von heute auf Morgen und auch nicht in allen Bereichen, wie ein Sprecher des Landeshauptmanns am Montag gegenüber S24 klarstellte. Haslauer hätte lediglich gemeint, dass es künftig unumgänglich sei, sich über neue Arbeitszeitmodelle Gedanken zu machen. Gespräche oder konkrete Pläne gebe es daher aktuell keine. Auch, weil sich viele Betriebe das mit ihren Arbeitnehmer:innen ohnehin intern ausmachen würden. Dazu brauche es die Politik gar nicht.

SPÖ fordert schon länger Vier-Tage-Woche

Auch der Salzburger SPÖ-Chef David Egger meldete sich rasch zu Wort und unterstützt den Vorschlag. „Wir fordern seit Jahren, die Vier-Tage-Woche. Bürgermeister Andreas Haitzer in Schwarzach und der ÖGB beim Parkhotel Brunauer haben in Salzburg gezeigt, dass die Umsetzung einer Vier-Tage-Woche in Salzburg möglich und sinnvoll ist“, so Egger in einer Aussendung. Die SPÖ fordert schon länger die Einführung dieses Arbeitszeitmodells.

Mögliche Vorteile einer kurzen Arbeitswoche

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie würde verbessert, Arbeitnehmer:innen seien gesünder, erholter und motivierter, heißt es in der SPÖ-Aussendung. Unternehmen würden für die Arbeitnehmer:innen attraktiver werden, was sich positiv auf den akuten Personalmangel in Branchen wie etwa der Gastronomie und Hotellerie auswirken könnte.

 

Weniger Pendler würden zudem Salzburgs Stau-Problem lösen und gleichzeitig einen positiven Aspekt für die Umwelt beisteuern. „Alles in allem zeigt sich, dass die Vier-Tage-Woche im Land und in den Betrieben, wo das Land Salzburg Einfluss hat, sofort umgesetzt werden muss. Ich werde Landeshauptmann Haslauer gerne bei der Umsetzung unterstützen“, sagt Egger.

Salzburger Hotel mit Vorreiter-Rolle

Im angesprochenen Salzburger Hotel gilt seit Mai 2022 die Vier-Tage-Woche. Konkret heißt das, dass die Angestellten 36 Stunden pro Woche arbeiten und dann drei Tage frei haben. An ihrem Lohn bzw. Gehalt ändere sich nichts. Laut ÖGB handle es sich dabei um das erste Salzburger Hotel, das dieses Modell eingeführt hat. Es sei eine Antwort auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen, heißt es. „Wir wissen, dass eine gute Work-Life-Balance von zentraler Bedeutung für die Arbeitszufriedenheit und auch die Berufswahl ist“, sagt ÖGB-Landesvorsitzender und Präsident der AK Salzburg Peter Eder.

 

Jüngere eher für Vier-Tage-Woche

Die Hälfte der Österreicher:innen würde eine gesetzlich verankerte Wahlmöglichkeit zwischen Vier- und Fünf-Tage-Woche bei unveränderter Gesamtarbeitszeit begrüßen. Das zeigt eine aktuelle Spectra-Umfrage. Besonders gut käme eine freie Entscheidungsmöglichkeit bei Jüngeren an: Unter den 15- bis 29-Jährigen sind 68 Prozent dafür, bei den Über-50-Jährigen nur 40 Prozent. Ablehnend stehen der Idee im Bevölkerungsschnitt lediglich 15 Prozent gegenüber. Das Linzer Meinungsforschungsinstitut hat im März und April 1.031 Personen über 15 Jahre befragt.

Gründe für die Befürwortung eines derartigen Modells sind vor allem "mehr Freizeit" sowie – vor allem bei den Jungen – "mehr freie Tage/ein verlängertes Wochenende". Zudem begründeten die positiv Gesinnten dies damit, dass man ja ohnehin die Wahlmöglichkeit hätte. Jene, die der Idee skeptisch gegenüberstehen, begründen die Ablehnung damit, dass acht Stunden Arbeit täglich genug seien, nicht jeder Beruf dafür geeignet sei und mit Angst vor Überlastung der Mitarbeitenden.

Belgien lässt flexibel arbeiten

Die belgische Regierung einigte sich bereits im Februar auf eine entsprechende Arbeitsmarktreform. "Der erste Pfeiler ist, den Arbeitern mehr Flexibilität, mehr Freiheit zu geben", sagte Premierminister Alexander De Croo. Vollzeit-Arbeitnehmer:innen dürfen am Tag länger arbeiten, damit alle erforderlichen Stunden in vier Tagen geleistet werden können. Das solle etwa der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben zugutekommen.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 03.10.2022 um 10:38 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/vier-tage-woche-neue-arbeitszeitmodelle-unumgaenglich-125364082

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel. Starte die Diskussion.

Kommentare anzeigen K Kommentare ausblenden Esc Teile uns deine Meinung mit.

Mehr zum Thema