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Infektion "sehr hoch"

Maßnahmen gegen Vogelgrippe werden verschärft

Geflügelpest bei weiteren Wildvögeln nachgewiesen

symb_geflügel Pixabay
Für größere Betriebe kommt es zu deutlich mehr Pflichten. (SYMBOLBILD)

Seit Oktober 2020 treten in zahlreichen Ländern Europas Fälle der Geflügelpest auf – sowohl bei Wildvögeln, als auch beim Hausgeflügel. Nach Auftreten neuer Fälle wird jetzt nochmals ordentlich nachgeschärft.

Nachdem im Dezember 2020 bereits Teile des Flachgaus und die Stadt Salzburg als Gebiete mit erhöhtem Risiko eingestuft wurden, schärft das Gesundheitsministerium die Maßnahmen nach bestätigten Fällen in Niederösterreich, Wien und der Steiermark nochmals nach: Innerhalb der Risikozone gilt deshalb ab sofort eine absolute Stallpflicht für Betriebe, die mehr als 350 Stück Geflügel halten.

SB: Henne, Huhn, Geflügelpest, Land Salzburg/Melanie Hutter
Bei Nutzgeflügel wie Hühnern führt die Geflügelpest meist zu deutlichen Krankheitszeichen.

Angst vor Geflügelpest im Flachgau

Das Gesundheitsministerium hat 16 Flachgauer Gemeinden und die Stadt Salzburg zu Gebieten mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko erklärt. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die Vogelgrippe auf …

Virus von Zugvögeln

„Mit hoher Wahrscheinlichkeit stammt das Virus von Zugvögeln. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die gefundenen Virusstämme auf den Menschen übertragen werden können“, betont Landesveterinärdirektor Josef Schöchl und ergänzt: „In der derzeitigen Situation ist allerdings das Risiko einer Infektion von Hausgeflügel sehr hoch. Durch die Maßnahmen können wir dies einigermaßen abfedern.“

Geflügelpest: Pflichten für größere Betriebe

Innerhalb der Risikozone, die in Salzburg 16 Flachgauer Gemeinden und die Stadt Salzburg umfasst, gilt für Betriebe mit mehr als 350 Stück Geflügel, die somit der Geflügelhygieneverordnung unterliegen, eine absoluten Stallpflicht. Für große sowie kleine Betriebe gilt jederzeit eine Meldepflicht, wenn Herden die Aufnahme von Futter und Wasser reduzieren, die Legeleistung zurückgeht oder eine erhöhte Sterblichkeit der Tiere beobachtet wird.

Ausnahmen für Klein- und Hobbyhalter

Unter 350 Tieren gelten wie bisher Ausnahmen: Wenn das Geflügel durch Netze, Dächer oder ähnlichem vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt ist oder die Futter- und Trinkmöglichkeiten ausschließlich im Gebäude platziert werden, entfällt die Stallpflicht. In gemischten Höfen müssen Enten und Gänse vom Rest getrennt gehalten werden. Zudem sind Beförderungsmittel, Ladeplätze und Arbeitsgeräte besonders sorgfältig zu reinigen und zu desinfizieren.

Verendete Vögel nicht berühren und melden

„Verendet aufgefundene Wasser- und Greifvögel sollte man besser liegen lassen, egal ob man sie in- oder außerhalb des Risikogebiets findet. Außerdem ist der Fundort unmittelbar bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft oder dem Amtstierarzt zu melden“, so Schöchl abschließend. 

(Quelle: SALZBURG24)

Schweine- und Geflügelpest rücken näher

SB: Henne, Huhn, Geflügelpest, Land Salzburg/Melanie Hutter
Bei Nutzgeflügel wie Hühnern führt die Geflügelpest meist zu deutlichen Krankheitszeichen.

Aktuell melden Österreichs Nachbarländer – auch Deutschland – Fälle von Geflügel- und Schweinepest. Welche Gefahren die Tierkrankheiten mit sich bringen, was sie gemeinsam haben und welche Folgen für Salzburgs Landwirte entstehen können, haben wir für euch zusammengefasst.

In Österreichs Nachbarländern wurden in letzter Zeit Fälle von Geflügel- und Schweinepest gemeldet. In Österreich ist bisher noch kein Fall bekannt. Bayern verkündete nun, Wildzäune im Jahr 2021 in Richtung Österreich ausbauen zu wollen, um die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. In 16 Flachgauer Gemeinden und der Stadt Salzburg gelten außerdem aufgrund des erhöhten Geflügelpest-Risikos besondere Maßnahmen.

So überträgt sich die Geflügelpest

Seit dem 7. Dezember in den Gemeinden St. Georgen bei Salzburg, Bürmoos, Lamprechtshausen, Dorfbeuern, Nußdorf am Haunsberg, Berndorf, Seeham, Mattsee, Obertrum am See, Göming, Oberndorf, Anthering, Bergheim, Wals-Siezenheim, Anif, Elsbethen und der Landeshauptstadt wurden die Maßnahmen für Geflügelhalter verschärft. Übertragen wird die Vogelgrippe von Tier zu Tier oder über den Kot der Tiere. Die Virusstämme H5N8 und H5N5, die derzeit grassieren, sind laut Landesveterinärdirektor Josef Schöchl nicht auf den Menschen übertragbar.

Massive wirtschaftliche Folgen drohen bei Österreich

Falls in einem Betrieb ein Geflügelpest-Fall auftritt, müssen alle Tiere getötet und Sperrzonen errichtet werden. Auch Exportverbote könnten laut Schöchl drohen, was massive wirtschaftliche Folgen haben könnte.

Derzeit werde in den Gemeinden, die als Risikogebiete gelten, darauf geachtet, dass die Vögel drinnen fressen und trinken und keinen Kontakt zu Wild- und Wasservögeln haben. Der Landesveterinärdirektor rechnet damit, dass sich die Lage wieder entspannt, wenn der Vogelzug im Februar beendet ist. Das hätte sich auch beim Ausbruch in den Jahren 2016 und 2017 gezeigt, als in Österreich rund 150 Vogelgrippefälle aufgetreten sind.

Schweinepest mit Zäunen aufhalten

Die Schweinepest ist ebenfalls nicht auf den Menschen übertragbar, für Hausschweine sei die Krankheit aber „eine Katastrophe“. Sie werde meist von Wildschweinen über Nahrungsreste verbreitet und ist von Nord- und Osteuropa nach Deutschland gekommen. Es gebe aber schon seit längerer Zeit eine Verordnung in Österreich, die besondere Maßnahmen für Freilandschweine vorschreibt, wie etwa doppelte Zäune, um den Kontakt mit Wildschweinen zu vermeiden, sagt Schöchl.

Erfahrungsberichte aus Tschechien und Belgien würden zeigen, dass es durchaus wirksam sei, kleinere Ausbrüche abzuschirmen und diese Gebiete einzuzäunen. Einen langen Zaun, zum Beispiel entlang von Landesgrenzen, hält Schöchl hingegen nicht für sinnvoll.

Er vermutet eine langsam fortschreitende Ausbreitung der Schweinepest. Es sei auch möglich, dass in Österreich Fälle auftreten könnten. Eine genauere Einschätzung sei derzeit aber noch nicht möglich.

„Ausbruch wäre existenzbedrohend“

In Salzburg gibt es wenige Bauern, die Geflügel oder Schweine halten. Dennoch sei es natürlich für die Betroffenen eine Katastrophe, wenn der Bestand aufgrund einer Ansteckung gesperrt werden müsste. Ein Ausbruch im Betrieb könnte existenzbedrohend sein, erklärt Schöchl.

Betroffene Bauern informieren sich laufend

Derzeit stehe man in regem und intensivem Austausch mit jenen, die von den Maßnahmen rund um die Vogelgrippe betroffen sind. Allerdings gehen Salzburgs Landwirte laut Schöchl sehr sachlich mit dem Thema um, da man die Situation bereits aus Vorjahren kenne. Dasselbe erwarte er auch bei der Schweinepest, hier gebe es seit Jahren immer wieder Besprechungen.

Aufgerufen am 28.02.2021 um 11:10 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/vogelgrippe-verschaerfung-der-massnahmen-99874822

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