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Vom Schlosser zum Künstler

Scheffauer schafft riesige Stahl-Skulpturen

21-Jähriger mit erster Ausstellung

Es ist ein seltenes Talent, das der 21-jährige Martin Rehrl aus Scheffau (Tennengau) vor einigen Jahren an sich entdeckt – und schließlich auch umgesetzt hat. Der gelernte Schlosser kreiert einzigartige Skulpturen aus Metall. Mit seinen Werken tritt er mehr und mehr in die Salzburger Kunstszene ein. Am 30. Oktober eröffnet er seine erste Ausstellung. Wir haben den aufstrebenden Bildhauer in seiner Werkstatt besucht.

Golling an der Salzach, Scheffau am Tennengebirge

Seinen Arbeitsplatz hat Martin Rehrl im Gollinger Gewerbegebiet, nahe des Zementwerks Leube. Dort steht seine Werkstatt samt Garage, Maschinen, Lager und einem kleinen, spartanisch eingerichteten Büro. Der 21-jährige Tennengauer strahlt, als er uns in seinem Reich in Empfang nimmt. Er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und arbeitet seit 2017 als selbstständiger Künstler. Für seine herannahende Ausstellung mit dem Titel „the next generation“ (von 30. Oktober bis 28. November im Casino Salzburg) ist noch viel zu tun. Uns hat er gezeigt, wie seine teils lebensgroßen Stahl-Skulpturen entstehen.

Alles begann mit einem Hirschkopf

Das handwerkliche Geschick scheint ihm in die Wiege gelegt worden zu sein. „Ich bin schon als kleiner Bub in der Werkstatt gestanden“, erzählt er. Der Sprung vom Handwerk zur Kunst kam dann durch eine junge Frau. „Mein allererstes Projekt war ein Hirschkopf, den habe ich für meine damalige Freundin zu Weihnachten gemacht.“ Und der Hirschkopf hatte es dann bald dem Annaberger Bürgermeister angetan, der einen eben solchen bei Rehrl für Marcel Hirscher in Auftrag gab. „Der Hirscher hat den Kopf dann zu seinem sechsten Gesamtweltcup-Sieg bekommen. Ich war bei der Übergabe dabei. Es gab Fotos, es stand in der Zeitung und kam im Radio. So sind die ersten Aufträge reingekommen und das Ganze hat begonnen“, blickt der 21-Jährige zurück.

Einzigartige Metall-Skulpturen

Die Einzigartigkeit der Kunstwerke entsteht durch die spezielle Machart: Dabei schneidet Rehrl zunächst die Metallstäbe, biegt sie und schweißt dann die Fuge aus. Fertig sind seine Werke schon meist bevor sie überhaupt entstehen. „Ich weiß ganz genau, wie es ausschauen wird, auch wenn man eigentlich noch gar nichts erkennt“, so der 21-Jährige. „Ich habe selbst lange nicht gewusst, dass ich das habe, zumal ich in der Schule überhaupt nicht zeichnen konnte.“

Martin Rehrl, Künstler SALZBURG24/Wurzer
Wie Martin arbeitet, davon konnten wir uns ein ganz genaues Bild machen.

Musik, Flow und Inspiration

Zwei Jahre nach seinem künstlerischen Start sind Rehrls Kunstwerke gewachsen. „Ich probiere mich jetzt lieber an größeren Skulpturen“, erzählt er. Sein neuestes Projekt ist der schweigende König. Hunderte Stunden hat der junge Bildhauer bereits in die wie schwebend wirkende 400-Kilo-Figur investiert. „Von Sonntagabend bis Montag in die Nacht hinein – das ist meine produktivste Zeit, da bringe ich am meisten weiter.“ Laute Musik sei dabei ein Muss, grinst er. Aufgelegt wird „quer durch die Bank – von Slipknot über Rammstein und Goa bis hin zu Mozart.“ Mit der Musik komme der Flow, mit dem Flow die Inspiration.

Martin Rehrl, Künstler SALZBURG24/Wurzer
Martin bei den letzten Schliffen am schweigenden König. Diese Skulptur wird erstmals bei seiner Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Wir halten uns an die Vorgabe des Künstlers und veröffentlichen nur einen Teil des Werks. 

Rehrl: "Dann steh ich davor und zittere"

Und der Moment, wenn die Skulptur so da steht, wie er sie im Kopf hatte? „Dann steh ich davor und zittere direkt, weil’s mir einfach so taugt.“ Das Endergebnis sei jede Sekunde der manchmal doch mühevollen Schneide- und Schweißarbeit wert.

Für die Zukunft wünscht sich der 21-Jährige, dass er bald ganz von seiner Kunst leben kann. „Ich bin zwar selbstständig, mache aber nebenbei noch einige Schlosserarbeiten für „Dreikant“ (sein Bruder ist hier einer der drei Köpfe, Anmk. der Redaktion), mit denen er übrigens auch die Werkstatt in Golling teilt.

Künstler mit Botschaft an die Jugend

Unseren Besuch schließt Rehrl mit einer ganz speziellen Botschaft an seine Generation ab: „Das tun, was man gerne macht, das sollte unser Ziel sein – nicht umsonst habe ich meine Ausstellung ‚the next generation‘ genannt.“ Jeder habe Talente und wenn sie entdeckt und gelebt werden, sei auch die nötige Unterstützung da, um sich zu verwirklichen.

(Quelle: SALZBURG24)

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