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Unberechtigte Vorurteile

E-Bike mehr als Pensionistenrad

Anspruchsvollere und längere Distanzen für alle möglich

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Mit dem E-Bike können längere und anspruchsvollere Routen geradelt werden. (SYMBOLBILD)

Das Vorurteil: E-Bikes sind nur für alte und unsportliche Menschen, hat wohl bereits jeder einmal gehört. Doch diese Annahmen sind laut Sportwissenschaftlerin Anita Birklbauer veraltet. Was das Elektrofahrrad noch alles kann und für wen es sich eignet, haben wir für euch herausgefunden.

„Leider besteht das Klischee, dass Jugendliche mit dem Moped oder Rad fahren und alte Menschen das E-Bike nehmen“, erzählt Anita Birklbauer, Sportwissenschaftlerin und Trainingstherapeutin, im Gespräch mit SALZBURG24. Doch dieses Vorurteil bestätige sich in der heutigen Zeit nicht, denn das elektrische Fahrrad ist für alle geeignet.

 

Fitness-Level nicht mehr entscheidend

Für Menschen, welche körperliche nicht mehr besonders gut belastbar sind, ist das E-Bike auch eine optimale Alternative zum normalen Rad. Wenn die eigene Muskelkraft nicht reicht, können sie auf die motorisierte Unterstützung zurückgreifen. „Vor allem für Menschen nach einer Herz-OP, Verletzte, Übergewichtige und Lungenkranke eignet sich ein E-Bike sehr gut“, stellt Birklbauer fest. Diese Menschen können trotz ihres körperlichen Handicaps Sport betreiben und wieder aufs Rad zurückkehren.

E-Bike fahren als Ganzkörpertraining

Das Radfahren und somit auch das Fahren mit dem E-Bike ist eine Ausdauersportart. Nur wenn man die Pedale bewegt, also mit pedaliert, schaltet sich der Motor ein. Die Sportler können somit längere Distanzen in einem niedrigen Intensitätsbereich zurücklegen. Doch untrainierte Menschen oder Radanfänger sollen trotz Motor mit langsam und vorsichtig starten und nicht übertreiben. Die gleichmäßig runde und gelenkschonende Bewegung wirkt sich positiv auf die Beinmuskulatur aus. „Der Rumpf und Nackenbereich wird auch trainiert und darum gilt der Sport als Ganzkörpertraining“, erklärt Birklbauer.

Gemeinsam Zeit verbringen

Auch jüngere Menschen greifen immer mehr zum E-Bike. Vor allem für Pärchen bitte sich die elektrische Variante an, um miteinander Zeit zu verbringen. „Leider stimmt das Klischee oftmals, dass die Burschen besser trainiert sind als ihre Freundinnen. Darum fährt der Mann mit einem normalen Rad und die Frau mit einem E-Bike, so können sie trotz unterschiedlichem Fitness-Level gemeinsam etwas unternehmen“, erzählt Birklbauer.

Downhiller auf E-Bikes unterwegs

„Viele Downhiller haben auch bereits ein E-Bike. Sie wollen vor allem Spaß beim Runterfahren haben“, äußert Birklbauer. Doch leidenschaftliche Radfahrer würden sich wohl trotzdem kein E-Bike kaufen. Laut Birklbauer sei die Motivation für den Freizeitsport zu groß. „Sie wollen ihre eigenen Kräfte messen und beim Bergfahren zum Beispiel den Kampf gegen sich selbst gewinnen.“ Darum werde das E-Bike auch nie komplett das Rad ablösen.

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Sportwissenschaftlerin Anita Birklbauer

Mit dem E-Bike in die Arbeit

Das Rad wird zwar bleiben, jedoch könne das E-Bike in anderen Bereich gut integriert werden. Laut Birklbauer würde sich dafür vor allem die Arbeitswelt anbieten. „Viele Menschen fahren nicht mit dem Rad in die Arbeit, weil die Distanz zu lange ist, sie schwitzen und keine Möglichkeit haben in der Firma zu duschen.“ Mit einem E-Bike könne man diese Faktoren jedoch umgehen. Längere Distanzen, ohne zu große Anstrengung, können geradelt werden. „Das E-Bike anstatt das Auto zu nehmen ist zusätzlich noch umweltfreundlicher.“

„Geschwindigkeit nicht unterschätzen“

In Europa dürfen die E-Bikes einen Motor von maximal 250 Watt haben, das bedeutet eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Beim bergab fahren oder auf einer Geraden nur mit Muskelkraft kann das E-Bike natürlich auch schneller fahren. Doch laut Birkblauer bringen diese hohen Geschwindigkeiten ein Gefahrenrisiko mit sich. „Die Geschwindigkeit wird anfangs oft unterschätzt.“ Darum solle man sich erstmals an die Geschwindigkeit gewöhnen, bevor man losdüst. Vor allem bei Bergfahrten beschleunigt das Rad sehr schnell, da es schwerer ist als ein normales Mountainbike.

Kostenlose E-Bike-Kurse

Um die Gefahr und die Geschwindigkeit besser einschätzen zu können, empfehlen sich E-Bike-Kurse. Der ÖAMTC bietet drei kostenlose Übungsstunden für Anfänger, Wiedereinsteiger sowie fortgeschrittene an. Dabei stehen den Teilnehmern zertifizierte Fahrrad-Trainer mit Tipps zur Fahrtechnik zur Hilfe. „Solche Angebote sollten genutzt werden, damit Fragen wie bremse ich richtig und wie lange ist mein Bremsweg, geklärt sind“, sagt Birklbauer.

(Quelle: SALZBURG24)

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