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Föhn-Südhänge gefährdet

Hitze führt zu großer Waldbrand-Gefahr

Waldbrand in Goldegg FF Schwarzach im Pongau
Erst kürzlich standen mehr als 120 Feuerwehrleute bei einem Flurbrand in Goldegg im Einsatz.

Das bis einschließlich Samstag prognostizierte heiße und trockene Wetter lässt die Waldbrandgefahr für bestimmte Regionen ein gefährlich hohes Niveau erreichen. Besonders gefährdet seien föhnbegünstigte Südhänge mit Nadelwaldbestand in Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark, warnt Mortimer Müller vom Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU).

Hitze und teils kräftiger Föhnwind sollen am Samstag in Gewitter übergehen. Danach dürfte eine vorübergehende Entspannung der Waldbrandgefahr eintreten, sagte Müller. Er betonte jedoch, dass derzeit keine außergewöhnliche Trockenheit herrsche: "Der Mai war feucht und kühl. Das Frühjahr kann hinsichtlich der Anzahl an Waldbränden als unterdurchschnittlich bezeichnet werden."

Heuer bisher wenige Waldbrände

Das belegt auch die Waldbrand-Datenbank der BOKU. Seit Anfang des Jahres sind 75 Brände für Österreich ausgewiesen. Im Jahr 2017 brannte es bis Mitte Juni beinahe doppelt so oft - nämlich 138-mal. Im Jahr 2016 wurden bis zur Jahresmitte 95 Brände registriert. Das Vorjahr war mit 70 Waldbränden dagegen verhältnismäßig ruhig für die Feuerwehren.

"Weggeworfene Zigarette häufigste Ursache"

Die beiden größeren Waldbrände der vergangenen Tage bei Zell in Kärnten und im Tiroler Karwendelgebirge sind für Müller nicht wirklich überraschend: "In Zell ist der Waldbrand auf einer Kahlschlagfläche ausgebrochen. Dort ist es besonders trocken und damit ist auch eine erhöhte Gefahr gegeben." Das Feuer in Tirol entzündete sich an Latschen. Diese sind laut dem Experten besonders feueranfällig.

Viele Waldbrände ließen sich verhindern. Schließlich sei der Mensch in 85 Prozent der Fälle dafür verantwortlich. "Die weggeworfene Zigarette ist die häufigste Ursache für einen Waldbrand. Aber auch Abbrennarbeiten oder Lagerfeuer, die außer Kontrolle geraten, lösen so manchen Brand aus", sagte Müller. In etwa zehn Prozent der Fälle könne davon ausgegangen werden, dass Brandstiftung die Ursache darstellt. Glasscherben oder die manchmal kolportierte Selbstentzündung können als Auslöser für Waldbrände dagegen vernachlässigt werden, erklärte der Experte.

Waldbrandgefahr steigt in Österreich

Die Waldbrandgefahr wird sich in Österreich tendenziell erhöhen. Das ist unter anderem auf den Klimawandel zurückzuführen. "Der Trend ist nicht eindeutig, aber Sommer werden aufgrund des Klimawandels tendenziell trockener und Winter feuchter. Auch gab es in den letzten Jahren längere Trockenperioden. Die Tage mit hoher Waldbrandgefahr nehmen damit tendenziell zu", erklärte Müller.

 

Aber auch der Umstand, dass Österreicher ihre Freizeit zunehmend im Freien verbringen, dürfte die Gefahr für Wälder steigern. Schließlich würden viele Menschen Zündquellen mit sich führen und damit die Wahrscheinlichkeit für Waldbrände ansteigen, so die Hypothese des Experten.

(Quelle: APA)

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