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Akku als Gefahr

Warum E-Autos und Hybride anders brennen

Feuerwehr bei Einsätzen stundenlang gefordert

Hybrid-Auto geht in Flammen auf FMT-Pictures/MW
Im Salzburger Stadtteil Gneis brannte in der Nacht ein Hybrid-Fahrzeug aus.

Ein Hybridauto ist in der Nacht auf Donnerstag in der Stadt Salzburg völlig ausgebrannt. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz, um den verbauten Hochvolt-Akku zu kühlen. Hier lest ihr, was solche Brände gefährlich macht und wie Autobesitzer im Ernstfall reagieren sollten.

Grundsätzlich ist die Brandgefahr von Hybrid- oder E-Autos nicht höher als bei anderen Fahrzeugen. Da sind sich Rupert Brugger, technischer Ausbildungsleiter beim ARBÖ und Josef Schörghofer, Kfz-Experte beim Landesfeuerwehrverband Salzburg, einig. Auch beim Ladevorgang sieht Brugger kein zusätzliches Gefahrenpotenzial. "Die Autos sind gut gesichert und die Ladeleistung ist vor allem zuhause mit Wechselstrom ja eher gering."

Unterschiede beim Löscheinsatz

Das Feuer breche meist nicht direkt in der Hochvolt-Batterie aus, sondern wie bei anderen Fahrzeugen auch eher im Bereich des Motors bzw. bei der Zwölf-Volt-Batterie. Die Ursache für das Feuer in Gneis ist bis dato noch nicht geklärt.

Lithium-Ionen-Akkus verhalten sich bei einem Brand dann aber völlig anders als fossile Kraftstoffe. Während sich flüssiges Benzin oder Diesel an Ort und Stelle löschen lassen, kann eine noch spannungsgeladene Zelle Stunden oder gar Tage später erneut zu brennen beginnen. Bei einem Hybridauto ist beides vorhanden – also eine Hochvolt-Batterie und ein Kraftstofftank, wie Brugger im Gespräch mit SALZBURG24 erläutert. Die Batterie sei aber im Vergleich zu einem E-Auto verhältnismäßig klein.

 

So geht die Feuerwehr bei Autobränden vor

"Das wichtigste ist bei Einsatzbeginn abzuklären, um welches Fahrzeug es sich handelt", erklärt Schörghofer von der Feuerwehr. "Ist das Feuer abgelöscht, müssen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben gekühlt werden, vor allem da die Gefahr besteht, dass die Batterie einen Schaden genommen hat", so Schörghofer. Das könne Stunden in Anspruch nehmen. Mit einer Wärmebildkamera werde das Fahrzeug nach Temperaturerhöhungen abgesucht. Brennt die Batterie bereits, sei es für die Feuerwehr unmöglich diese zu öffnen und zu löschen.

Das Fahrzeug wird schließlich an einen zertifizierten Abschleppdienst bzw. den Hersteller übergeben. "Dieser muss das Auto abholen und auf einen speziellen Quarantäneplatz bringen", schildert der Feuerwehrmann. Der ist nicht überdacht und das Fahrzeug steht dort frei. Dort wird dann ein möglicher Schaden an der Batterie überprüft und diese notfalls ausgebaut.

Wichtige Tipps beim Brand eines E- oder Hybrid-Autos

  • Möglichst frei abstellen, sicher aber selbst nicht in Gefahr bringen
  • Zündung ausschalten, denn dann ist das Hochvolt-System deaktiviert
  • Die Feuerwehr unter 122 alarmieren
  • Wenn möglich, erste Löschversuche unternehmen, sich aber nicht in Gefahr bringen
(Quelle: SALZBURG24)

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Hybrid-Auto brennt in Gneis komplett aus

Hybrid-Auto geht in Flammen auf FMT-Pictures/MW
Aus noch unbekannter Ursache fing das Auto Feuer. 

Komplett ausgebrannt ist ein Hybridauto am Mittwochabend im Salzburger Stadtteil Gneis. Das Fahrzeug stand zu dem Zeitpunkt in einer Garage. Drei Feuerwehren standen im Einsatz und konnten ein Übergreifen der Flammen verhindern.

Die Berufsfeuerwehr der Stadt Salzburg, die Freiwillige Feuerwehr Liefering sowie der Löschzug Bruderhof übernahmen die Löscharbeiten. Das Auto brannte komplett aus, auch an der Garage entstand erheblicher Sachschaden. Die genaue Schadenssumme ist laut Bericht der Polizei noch nicht bekannt.

Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Wie es zum Brand kam, ist derzeit noch unklar.

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