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Warum wir in Salzburg den Rupertikirtag feiern

Von kirchlichen Traditionen zum Mega-Volksfest

Rupertikirtag, Samstag SALZBURG24/Wurzer
Rein in die Tracht und ab zum Salzburger Rupertikirtag. (ARCHIVBILD)

Traditionelle Tracht, zünftige Musik und beste Stimmung im Festzelt – das ist der Salzburger Rupertikirtag. Das Domkirchweihfest zu Ehren des Landespatrons Rupert ist für viele von uns ein Fixtermin – aber warum eigentlich?

Salzburg

Rein in die Tracht und ab zum Rupertikirtag: Mit dem traditionellen Bieranstich startete Mittwochmittag das 45. Domkirchweihfest zu Ruperti. Im Herzen der Salzburger Altstadt – auf dem Alten Markt, Residenzplatz, Mozartplatz, Domplatz und Kapitelplatz – herrscht bei einem der traditionsreichsten Volksfeste Österreichs noch bis Sonntag reges und buntes Treiben.

In Tracht zum Rupertikirtag

Heute steht der Rupertikirtag für Dirndl, Lederhose und vor allem zünftiges Essen sowie frisch gezapftes Bier gepaart mit traditioneller Blasmusik. Zwar kennen wir das Brauchtums-Event in dieser Form, aber vor hunderten Jahren hatte das Domkirchweihfest einen etwas anderen Charakter.

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So kennen wir den Salzburger Rupertikirtag. (ARCHIVBILD)

Wer ist der Heilige Rupert?

Rupert war Bischof von hochadeliger Herkunft und gilt als Gründer der Stadt Salzburg im 7. Jahrhundert. Er war zudem erster Abt des Klosters Nonnberg. Nach seinem Tod wurden Ruperts Gebeine vom heiligen Bischof Virgil anlässlich der Einweihung des Dom-Neubaus am 24. September 774 überführt.

Obwohl Rupert formell nie heiliggesprochen wurde, entwickelte sich in den folgenden Jahren ein vom Papst anerkannter Kult, sodass Rupert Schutzheiliger des Salzburger Doms sowie Salzwesens und später auch Landespatron wurde. Der Salzburger Dom ist also dem Heiligen Rupert geweiht und ihm zu Ehren wurde das Kirchenweihfest ursprünglich an eben diesem Tag abgehalten.

Wie sich ein Markt entwickelte

Um das Kirchweihfest herum gab es im Mittelalter sogenannte Zinstermine, zu denen die Bauern Naturalien oder Geld an ihre Grundherren abliefern mussten. Und das wurde wiederum genutzt, um Märkte abzuhalten. Dort wurden nicht unbedingt alltäglich Dinge wie Gewürze, seltene Stoffe und Werkzeuge, Wein oder Südfrüchte feilgeboten. Und aus diesem regen Marktleben entwickelte sich schließlich ein Jahrmarkt, der zunächst Rupertidult genannt wurde und in den folgenden Jahren an wechselnden Plätzen Salzburgs abgehalten wurde. Die erste historische Nennung geht übrigens auf eine Nonnberger Urkunde aus dem Mittelalter – genauer gesagt aus dem Jahr 1331 – zurück.

Als Landesheiliger wird Rupert historischen Quellen zufolge seit dem 14. Jahrhundert verehrt, weil sich Salzburg damals vom Herzogtum Bayern loslöste. Rupert wurde dabei zur Identifikationsfigur hochstilisiert. In den folgenden Jahren entwickelten sich die Festtage rund um den 24. September zum wichtigsten Tag für Händler.

 

Im 19. Jahrhundert – so schilderte es der Salzburger Lokalhistoriker Karl Adrian – lebte das Fest neben seiner Marktaktivität vor allem durch die verschiedenen Schaustellende, die den Salzburger:innen Menschen aus damals noch fremden Kulturen regelrecht vorführten oder auch wilde Tiere zur Schau stellten.

Wiederbelebung in 1970er-Jahren

Nach 1924 wurde der Kirtag in Salzburgs Innenstadt reaktiviert. Nach der Unterbrechung während des Zweiten Weltkriegs lebte die Dult ab 1946 in veränderter Form weiter und war dabei zuerst bei der Hofstallkaserne und war bis 1957 im Volksgarten untergebracht. Danach wurde es einige Jahre sehr ruhig um den Salzburger Rupertikirtag.

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Der Domplatz ist das Herz des Salzburger Rupertikirtags. (ARCHIVBILD)

1977 wurde die "Rupertidult" unter dem Namen "Rupertikirtag" wiederbelebt und fand erneut rund um den Salzburger Dom statt. Fahrgeschäfte kamen vermehrt hinzu, der Markt selbst rückte in den Hintergrund: Allerdings bekommt man auch heute noch besondere Leckereien, wie spezielle Würstel, die es sonst nicht immer gibt.

Tradition und Brauchtum

Heutzutage wird viel Wert auf das historische Vorbild gelegt, weshalb ausschließlich ältere Fahrgeschäfte, fast vergessenes Handwerk und Brauchtum beim Rupertikirtag zu finden sind. Und Tracht gehört mittlerweile zur Grundausstattung bei Jung und Alt.

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Zu einem Symbol wurde etwa das Kettenkarussell aus dem Jahr 1848, das nur mehr zum Rupertikirtag aufgestellt wird. Im Festzelt wird zudem ausschließlich Blasmusik gespielt.

So wird 45. Rupertikirtag eröffnet

In Kriegszeiten und während Seuchen fand der Rupertikirtag nicht statt. Für eine weitere Besonderheit sorgte die Corona-Pandemie: Nach einem Mini-Rupertikirtag im Jahr 2020 und einer Auflage mit 3-G und Registrierungspflicht findet das Volksfest heuer ohne Corona-Einschränkungen statt.

Begleitet von der Bürgergarde Salzburg und einer Trachtenmusikkapelle zog der Festzug am Eröffnungstag vom Alten Markt über den Residenzplatz und Kapitelplatz auf den Domplatz. Unter den Salutschüssen wurde die Marktfahne vom Salzburger Hanswurst gehisst – und mit dem Bieranstich ist das fünftägige Fest offiziell eröffnet. Der Hanswurst gilt als Maskottchen des Rupertikirtags und ist bei allen wichtigen Veranstaltungen präsent. Ein Feuerwerk zum Abschluss findet heuer nicht statt.

Rupertikirtag, Samstag SALZBURG24/Wurzer

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Schulen bleiben am Salzburger Landesfeiertag geschlossen, allerdings fällt der 24. September heuer auf einen Samstag. Während der gesamten fünf Tage ist das gesamte Öffi-Angebot im Land Salzburg übrigens kostenlos.

Bei diesen fünftägigen Feierlichkeiten wird sich im Land Salzburg an den Patron Rupert erinnert, dem der Dom geweiht ist – und ihm zu Ehren wird alljährlich ein besonderer Gottesdienst abgehalten.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 03.10.2022 um 03:16 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/warum-salzburg-den-rupertikirtag-feiert-127331968

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