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Gefährliche Temperaturen

Was die Hitze mit deinem Körper macht

Herz und Nieren besonders gefordert

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Bis zu 33 Grad heiß soll es an den kommenden Tagen in Salzburg werden. Die Hitze kann unserer Gesundheit schaden.(SYMBOLBILD)

Ungemütlich heiß soll es mit bis zu 33 Grad diese Woche in Salzburg werden. Ab wann Hitze für unsere Gesundheit schädlich wird, wer besonders gefährdet ist und wie ihr bei einem Hitzschlag richtig reagiert, erfahrt ihr hier.

Die derzeitige Hitzewelle hat Europa fest im Griff. Mit dem Hoch "Jürgen" erreicht sie jetzt auch Österreich, auf bis zu 33 Grad sollen die Temperaturen in Salzburg klettern. Für wen die Hitze besonders gefährlich ist und wie man seinen Körper am besten an heißen Tagen unterstützen kann, hat uns Ärztin Ingrid Pretsch, stellvertretende Primaria der zweiten Inneren Medizin am Uniklinikum Salzburg, erklärt.

 

Hitze belastet Herz und Nieren

Ab wann es wirklich zu heiß für den Körper ist, sei sehr individuell. „Ab zirka 32 Grad etwa wird es den Salzburgern aber sicher unangenehm“, meint Pretsch heute im Gespräch mit SALZBURG24. „Mehr sind wir einfach nicht gewohnt.“ Mit Vorerkrankungen an Herz oder Nieren sei schon bei Temperaturen ab ungefähr 30 Grad Vorsicht geboten. Denn durch Hitze weiten sich die Gefäße, der Blutdruck fällt ab.

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Achtung bei Blutdrucksenkern

Um das zu kompensieren, muss das Herz mehr pumpen und wird damit zusätzlich angestrengt. „Darum sollten auch Menschen aufpassen, die blutdrucksenkende oder entwässernde Medikamente nehmen“, betont die Medizinerin. Wenn die Hitze es notwendig macht, könne die Dosierung der Mittel im Einzelfall gemeinsam mit dem:der Hausärzt:in angepasst werden.

Für wen Hitze besonders gefährlich ist:

  • Menschen mit Vorerkrankungen an Herz oder Nieren
  • Menschen, die blutdrucksenkende oder entwässernde Medikamente nehmen
  • Ältere Menschen
  • Kleinkinder

Ab 30 Grad auf Sport verzichten

Auf Sport sollte ab 30 Grad verzichtet werden, findet Pretsch. Stattdessen gelte es viel zu trinken, direkte Sonne zu meiden und „auf den eigenen Körper zu hören.“ Gerade auf den Flüssigkeitshaushalt von Kleinkindern solle man ein Auge haben, denn diese würden schnell austrocknen.

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Finger weg von Alkohol und Fett

Von Alkohol und fettigem Essen an heißen Tagen rät die Medizinerin ebenfalls ab. Denn Alkohol weitet die Blutgefäße zusätzlich und entzieht dem Körper Wasser. Leichte Kost hingegen mache die Hitze erträglicher. Fisch, Salate und Obst seien ideal, „aufs panierte Wiener Schnitzel sollte man lieber verzichten.“

Was tun bei Hitzschlag?

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Sonnenstich oder Hitzschlag, kann schon das Zurückziehen in einen dunklen, kühlen Raum und Beine hochlagern helfen. Medikamente in Form von Kreislauftropfen gebe es zwar, diese seien aber „eigentlich auch keine Lösung“, so Pretsch. Stattdessen heißt die Devise: Schonen, zur Ruhe kommen, abkühlen.

Bei Desorientierung ins Spital

Worin sich Sonnenstich und Hitzschlag genau unterscheiden, sei schwer zu sagen. „Da geht es um Nuancen. Ein Sonnenstich ist aber sicher weniger schlimm als ein Hitzschlag“, stellt sie fest. Im Gegensatz zum Sonnenstich könne ein Hitzschlag nämlich einen Besuch im Spital notwendig machen. Das sei etwa dann der Fall, wenn ein Mensch mit Hitzschlag kollabiere und sich nicht innerhalb weniger Minuten wieder erhole. Auch bei anhaltender Desorientierung, Sprachproblemen oder Atemnot sollte der Weg ins Krankenhaus führen.

SALK erwartet mehr Hitze-Patient:innen

In den vergangenen Sommerwochen seien nur wenig Menschen mit Hitzebeschwerden in die SALK-Ambulanzen gekommen, berichtet Pretsch. Sie führt das auf ein hohes Bewusstsein bei den Salzburger:innen zurück, wie mit Hitze umzugehen ist. In den kommenden Tagen erwartet sie aber mit den steigenden Temperaturen auch eine steigende Zahl Patient:innen. „Man kann Hitzekollaps eben nicht vollständig vorbeugen.“

Hitzetelefon in Österreich

Für Fragen ist das Hitzetelefon unter der Nummer 050 555 555 rund um die Uhr erreichbar. In akuten Fällen berät die Gesundheits-Hotline 1450. Im Notfall ist die Rettung zu alarmieren.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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