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Weihnachtsbäckerei

Salzburger essen kiloweise Zucker

Das sind mögliche Alternativen

Über 33 Kilo Zucker nehmen die Salzburgerinnen und Salzburger pro Jahr durchschnittlich zu sich. Das sind 92 Gramm am Tag und um einiges zu viel, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Wir haben uns mit einer Ernährungsexpertin darüber unterhalten und zeigen euch mögliche Zucker-Alternativen für die Weihnachtsbäckerei auf.

Die WHO empfiehlt, weniger als zehn Prozent der täglichen Kalorien in Form von Zucker aufzunehmen. Noch besser wären nur fünf Prozent, daraus ergeben sich 18,3 Kilogramm bzw. 9,1 Kilogramm Zucker pro Person im Jahr. Die täglich empfohlene Zuckermenge wäre daher 50 bzw. idealerweise 25 Gramm. Das sind etwa sechs Teelöffel, die in Speisen oder Getränken insgesamt enthalten sein sollten.

Gewöhnung an süßen Geschmack

"Wir essen zu viel Zucker", sagt auch Gabriele Scheberan von der Ernährungs- und Diätberatung bei der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) gegenüber SALZBURG24. "Der süße Geschmack ist aber reine Gewöhnung, der Körper braucht keinen industriellen Zucker. Die benötige Energie wird über Brot, Obst und Gemüse aufgenommen." Zum Durstlöschen empfiehlt Scheberan grundsätzlich zuckerfreie Getränke. Vor allem Kinder sollten sich nicht an den süßen Geschmack gewöhnen, da sich Ernährungsmuster bereits im Kindesalter manifestieren. In Österreich ist jedes dritte Kind übergewichtig. Acht von zehn Menschen nehmen hierzulande mehr als die von der WHO empfohlene Menge Zucker zu sich.

Versteckter Zucker im Essen

Auf "versteckten Wegen" gelangt Zucker in den menschlichen Organismus, dieser lauert besonders in Getränken, Molkereiprodukten, Müsli bzw. Cornflakes und Fruchtjoghurts. "Eine gesunde Alternative wäre einen Naturjoghurt mit Obst zu verfeinern", erklärt die Ernährungsberaterin. In einem Esslöffel Tomatenketchup versteckt sich übrigens umgerechnet ein Teelöffel Zucker. "Darum sollte man es als Gewürz verwenden", zeigt die SGKK-Expertin auf.

Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mögliche Folgen übermäßigen Zuckerkonsums. Eine Zuckerreduktion um 20 Prozent könne bereits eine Vielzahl dieser Erkrankungen verhindern. Wichtig sei dabei, dass der Zucker in den Lebensmitteln nicht durch künstliche Süßstoffe ersetzt werde.

Woher Zucker eigentlich kommt

In den Einkaufsregalen steht bei uns in der Regel Zucker aus Zuckerrüben, der – genauso wie Rohrzucker – aus Saccharose besteht. Zucker ist kalorienreich und enthält keine Vitamine. Im Zuge der Raffination werden aus der Rübe bzw. dem Rohr die weißen Kristalle gewonnen. Haushaltszucker ist aus gleichen Teilen Fructose und Glucose zusammengesetzter Zweifachzucker namens Sucrose. Die weiteren Zucker-Arten unterscheiden sich oft nur durch das Mengenverhältnis der enthaltenen Einfachzucker. Honig besteht zum Beispiel aus mehr Fructose als Glucose. Jedoch beinhaltet jede Art von Kohlenhydraten Stärke, die ebenfalls eine Form von Zucker ist. Im Verdauungsprozess wird Stärke zu Glukose zerlegt – der Brennstoff für unseren Körper.

Alternativen für die Weihnachtsbäckerei

"In der Weihnachtsbäckerei kann bei vielen Rezepten einfach weniger Zucker hinzu gegeben werden“, rät Scheberan. "Mürbeteig kann zum Beispiel ganz ohne Zucker zubereitet werden." Für mehr Süße wird flüssiges Stevia in die Masse getropft. Aber auch hier gilt: Nur in Maßen, um den Geschmack nicht weiter zu versüßen. Im Internet finden sich eine Vielzahl an zuckerfreien bzw. zuckerreduzierten Rezepten für die Weihnachtszeit.

SB: Backen, Plätzchen, Adventzeit, Weihnachten, APA/BARBARA GINDL
In der Weihnachtsbäckerei gibt es Kekse, Kuchen und vieles mehr. (SYMBOLBILD)

Mit Zucker-Alternativen, wie Erythrit und Xylit, lassen sich zwar Kalorien einsparen und Karies vermeiden, "die Vorliebe auf Süßes ist aber unverändert", gibt die Ernährungsberaterin an. Die Zuckeralkohole haben weniger Kalorien als normaler Zucker und werden nur zu einem geringen Prozentsatz vom Körper aktiv verwertet. Das bedeutet, dass der Blutzuckerspiegel kaum oder nur wenig ansteigt. Ebenso wenig wird der Blutzuckerspiegel durch den natürlichen Zuckerersatz Stevia verändert, weshalb er bei Diabetikern beliebt ist. Es ist besonders gut dafür geeignet, Getränke zu süßen.

Agavensirup, Ahornsirup oder Honig

Agavensirup erhält seine Süße aus einem Fructose-Glucose-Mix. Das bedeutet, dass er einen der niedrigsten Werte für den glykämischen Index unter den natürlichen Süßungsmitteln erreicht. Dank seiner Konsistenz eignet sich Agavendicksaft als Zuckerersatz sehr gut zum Süßen von Getränken, jedoch nicht zum Backen, denn der hohe Fructosegehalt führt zu einer schnellen und intensiven Bräunung, und Teige erhalten nicht die von Haushaltszucker gewohnte Standfestigkeit. Für Menschen mit Fructoseinoleranz bietet sich hier Reissirup ein. Er eignet sich gut zum Süßen von Getränken und Süßspeisen und kann auch zum Backen verwendet werden.

 

Honig ist ähnlich ungesund wie handelsüblicher Zucker. Was das Produkt der Bienen von Kristallzucker unterscheidet, sind seine zusätzlichen wertvollen Inhaltsstoffe: Pollen, Mineralstoffe, Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine und natürliche Farb- und Aromastoffe. Viele dieser Bestandteile werden bei Temperaturen über 40 Grad zerstört, weshalb es zum Backen nicht empfohlen wird.

Ahornsirup wird je nach Farbe in Grad AA bis D unterteilt. Der hellste ist Grad A, der dunkelste Grad D. Je dunkler dieser Zuckerersatz ist, desto intensiver der Geschmack. Besonders gut passt er zu Süßspeisen, aber gesünder als Haushaltszucker ist er jedoch nicht.

(Quelle: SALZBURG24 / APA)

Aufgerufen am 21.04.2021 um 07:17 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/weihnachtsbaeckerei-zucker-und-moegliche-alternativen-80469730

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