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Weltfrühchentag

500 Frühgeburten pro Jahr in Salzburg

Babys mit besonderen Bedürfnissen

Baby Pixabay
Am 17.November ist Weltfrühchentag. (SYMBOLBILD)

In Österreich kommt heutzutage jeder zehnte Säugling als Frühchen auf die Welt. Das bedeutet anders gesagt, dass das Kind vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Im Bundesland Salzburg kommt es im Schnitt zu 500 Frühgeburten pro Jahr, wie Divisionsleiter Martin Wald von der Neonatologie an der Universitätsklinik Salzburg (SALK) anlässlich des Weltfrühchentages am 17. November im Gespräch mit SALZBURG24 berichtet.

Grundsätzlich gelten Frühgeborene als größte Kinderpatientengruppe Österreichs. Während in Salzburg im Durchschnitt 500 Frühgeburten pro Jahr zur Welt kommen, sind es österreichweit rund 6.500 Säuglinge die zu früh geboren werden. Hochgerechnet werden also immerhin acht Prozent aller Neugeborenen im Land Österreich zu früh geboren. Die zu frühe Geburt eines Kindes stellt beide Elternteile grundsätzlich vor enorme Herausforderungen. Frühgeborene Kinder und ihre Familien haben ganz spezielle Bedürfnisse und brauchen daher besonders große Unterstützung. Mütter von Frühgeborenen reagieren meistens entweder geschockt oder enttäuscht, erzählt Martin Wald. „Obwohl heutzutage die meisten frühgeborenen Kinder grundsätzlich ohne Defizit auf die Welt kommen“, betonte Martin Wald.

Probleme beim Schreiben und Rechnen

Besonders schwer haben es Eltern von extrem früh geborenen Kindern, denn erfahrungsgemäß haben diese Kinder vor allem in der Schulzeit bei sogenannten exekutiven Fähigkeiten wie Schreiben und Rechnen große Probleme. Das heißt für die Eltern, sie müssen das frühe Neugeborene gut durch die Schulzeit bringen. Wenn sie diese Lebensphase aber erst einmal überstanden haben, haben sie erfahrungsgemäß weder im Berufsleben noch in der höheren Ausbildung mehr Probleme als Kinder die zum errechneten Geburtstermin das Licht der Welt erblickt haben. Die früheste Frühgeburt an der Neonatologie (Kinder- und Jugendmedizinabteilung) im Universitätsklinikum Salzburg ereignete sich laut dem leitenden Neonatologen Martin Wald übrigens in der 23. Schwangerschaftswoche.

Neonatologie in Salzburg in der Vorreiterrolle

An der Neonatologie (Kinder- und Jugendmedizinabteilung) am Uniklinikum Salzburg sorgt ein Team bestehend aus PflegemitarbeiterInnen, ÄrztInnen und Therapeuten für die Frühgeborenen und ihre Familien. In der Division für Neonatologie in Salzburg wird eine österreichweit einzigartige Kombination aus Spitzenmedizin und dem sogenannten Betreuungskonzept NIDCAP (Newborn Individualized Developmental Care and Assessement Program angeboten. Hier wird den Eltern von Frühgeborenen geholfen, sich zu orientieren und ihre Selbstbetreuungskompetenz gestärkt. Dabei beginnt die Betreuung der Eltern im Idealfall schon vor der Geburt und es wird ein individueller Hilfeplan für die Familien erstellt. Grundsätzlich sollen Eltern durch das sogenannte Case Management dazu angeleitet werden, ihre Kinder so gut wie möglich selbständig betreuen zu können.

(Quelle: SALZBURG24)

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