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Schlaf, Ruhe, Starre

So kommen Igel, Frösche & Co durch den Winter

Die Überlebensstrategien der heimischen Tiere

Igel APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Mindestens 700 Gramm sollte ein Igel haben, um gut durch den Winter zu kommen. (SYMBOLBILD)

In der heimischen Tierwelt herrscht derzeit Hochbetrieb. Denn wer gut durch die kalte Jahreszeit kommen will, muss sich vorbereiten. Ob Winterschlaf, Winterruhe oder Winterstarre – wir haben uns anlässlich des heutigen Welttierschutztages die Überlebensstrategien der Tiere genauer angesehen.

Je kälter die Temperaturen werden, desto ruhiger und stiller wird auch die Natur. Unsere heimischen Tieren ziehen sich mehr und mehr zurück und bereiten sich auf den Winter vor. Dabei haben sie allerlei Strategien entwickelt, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Wann genau die Tiere mit der Vorbereitung auf den Winter beginnen, sei sowohl von Tier zu Tier, als auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich, sagt Christine Beck vom Zoo Salzburg im SALZBURG24-Gespräch. „Die Tiere haben keinen Kalender.“

Auf in den Süden!

Blickt man in den Himmel, kann man derzeit noch Vogelschwärme beobachten, die sich auf den Weg in wärmere Gefilde machen. Schwalben, Drosseln, Mauersegler, Kraniche, Enten, die Nachtigall, der Kuckuck, das Rotkehlchen, Drossel und viele Hundert Arten haben ihre Reise nach Afrika, Südasien oder ins Mittelmeergebiet bereits angetreten oder treten sie bald an. Dabei erreichen kleine Vögel eine Zuggeschwindigkeit von rund 50 km/h, Gänse das doppelte. Und manchen Arten entpuppen sich als regelrechte Marathonflieger: Schwalben können beispielsweise 1.000 Kilometer am Tag zurücklegen, der Kuckuck kommt sogar auf 3.000 Kilometer am Stück!

Im Winter bleiben nur etwa 60 Vogelarten bei uns. Das sind beispielweise die Blau- und Kohlmeise, aber auch Spatzen und Amseln. Sie ernähren sich von Beeren, Samen oder Insekten, die sie in Sträuchern oder Bäumen finden.

Kraniche sammeln sich für Herbstflug APA/dpa
Kraniche am Weg in den Süden.

Winterschlaf

Igel, Fledermäuse, Siebenschläfer und Murmeltier fallen in den Winterschlaf. Dabei sinkt die Körpertemperatur stark, der Herzschlaf wird langsam. Igel atmen beispielweise statt 50 Mal pro Minute nur noch ein bis zweimal, das Herz schlägt statt 200 gerade noch fünf Mal in der Minute. „Mit Oktober beginnen sich die männlichen Igel schon langsam zurückzuziehen, die Weibchen und ihre Jungtiere folgen erst etwa einen Monat später“, weiß Beck. Erst ab einem Körpergewicht von rund 700 Gramm hat ein Igel genug Fettdepot angefressen, um die karge Zeit im Schlaf zu überstehen.

Während des Winterschlafs wachen die Tiere auch auf – das ist meistens dann der Fall, wenn die Körpertemperatur zu stark absinkt. Die Tiere sind also nicht von Oktober bis März im Tiefschlaf. Sie geben in den kurzen Wachphasen Kot und Urin ab und wechseln ihre Schlafposition.

Winterruhe

Eichhörnchen, Braunbär, Dachs und Waschbär halten Winterruhe, sie verschlafen also nur einen Teil der kalten Jahreszeit. Das bedeutet, dass die Körpertemperatur nicht ganz so stark absinkt, wie bei Tieren, die in den Winterschlaf gehen. Sie wachen dadurch häufiger auf und suchen hin und wieder auch nach etwas Nahrung. Im Idealfall haben sie das Fressen – wie bei Eichhörnchen gut zu beobachten –schon eifrig im Herbst gesammelt und unter Laub oder im Erdboden vergraben.

Winterstarre

Die vierte Strategie der Natur unsere Tiere gut durch den Winter zu schicken, ist die Starre. In Winterstarre fallen etwa Fische, Frösche, Eidechsen, Schildkröten und Insekten. Fische suchen bereits im Herbst geschützte Verstecke auf. Wenn die Körpertemperatur unter einen bestimmten Wert fällt, tritt die Starre ein, aus der die Fische erst im Frühjahr wieder erwachen. Das funktioniert deshalb, weil Fische wechselwarm sind und ihre Temperatur anpassen können. Allerdings kann es auch passieren, dass die Tiere zu stark auskühlen. Dann sterben sie den Kältetod.

Frösche vergraben sich in Schlamm oder suchen kleine Mäusegänge, Insekten verstecken sich im Holz und in kleinen Ritzen.

(Quelle: SALZBURG24)

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