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Hotelöffnung

Salzburger Stadthotellerie hat es schwer

Großes Stadt-Land-Gefälle

Auch in Salzburg dürfen ab heute, Freitag, Hotels, Pensionen und Campingplätze wieder öffnen. Doch nicht jeder Unternehmer macht davon auch Gebrauch, wie ein APA-Rundruf ergab. Die Buchungslage in den Seen- und Gebirgsregionen ist derzeit besser als in der Landeshauptstadt. Und eines zeigte sich klar: Ohne Gäste aus dem Ausland - allen voran aus Deutschland - wird die Saison trist verlaufen.

Salzburg

"Die Buchungslage im Land ist zweigeteilt", sagte Georg Imlauer, Hotellerie-Sprecher in der Wirtschaftskammer Salzburg, zur APA. "Die Ferienhotellerie am Land hat es leichter, da öffnen morgen laut einer Umfrage 40 bis 50 Prozent der Betriebe. Das hängt auch ein wenig davon ab, wann etwa die Bergbahnen aufsperren."

Jeder dritte Betrieb in Salzburg öffnen

Was die Stadt Salzburg betreffe, sei die Erwartungshaltung wesentlich geringer. Nur jeder dritte Betrieb dürfte heute aufsperren. "Die meisten warten noch auf die Grenzöffnungen Mitte Juni, manche sogar bis auf den Juli."

Die Gäste in der Stadt seien internationaler als am Land, wo der Anteil der Österreicher und Deutschen höher ist. Zwar dürften in der Stadt die Wochenenden halbwegs gut gebucht sein, "das wird am Ende des Tages zu wenig sein", so Imlauer. Es fehlen die Touristen aus wichtigen Herkunftsländern wie den USA, dem Vereinigten Königreich und China. "Der Juni ist in der Stadt gelaufen. Ich rechne mit keinen 20 Prozent Auslastung. Im Juli werden es wohl bis zu 35 Prozent werden, im August wäre ich über 50 Prozent froh." Im Herbst verspreche zumindest das Geschäft mit Kongressgästen und Geschäftsreisenden die Rückgänge etwas abzufedern.

Schwierige Lage für Hotels in der Stadt

"Die Ferienregionen am Land werden möglicherweise mit einem blauen Auge davon kommen. Die Betriebe in der Stadt werden es ganz schwer haben", sagte Imlauer, der heute selbst nur zwei seiner sechs Häuser aufsperrt. "Und auch die Preise werden unter Druck kommen. Von Festspielpreisen werden wir uns in der Stadt heuer verabschieden müssen" - auch wenn die reduzierten Festspiele im August ein großer Hoffnungsschimmer seien.

Die größten Chancen gebe es noch in den gehobenen Kategorien. "4 Stern, 4 Stern plus oder 5 Stern tun sich fast leichter. Es gibt eine Reihe gut situierter Gäste, die sonst ins Ausland gefahren wären. Auf der anderen Seite haben wir viele Menschen in Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit, die sich keinen Urlaub werden leisten können."

Guter Start im Tauernspa in Kaprun

Ein guter Start dürfte zumindest dem Tauernspa in Kaprun (Pinzgau) gelungen sein. Das Thermenhotel ist am Pfingstwochenende dank kurzfristiger Buchungen gut verkauft. "Zum Start sind 110 der 220 Zimmer gebucht, im Juni sind aber allgemein noch viele Zimmer verfügbar", sagte Geschäftsführer Karl Berghammer. Allerdings steige die Zahl der Anfragen derzeit von Tag zu Tag. "Viele Gäste machen bei uns ihren Zweit- oder Dritturlaub, die buchen häufig sehr kurzfristig. Darum ist es schwer abzuschätzen, wie sich die Lage entwickeln wird."

Optimismus auch beim Camping

Auch beim "Camping Park Grubhof" in St. Martin bei Lofer zeigt man sich optimistisch. Heute reisen die ersten Gäste aus Österreich an. Sie können - bei Vorweis ihrer Reservierungsbestätigung - neu das kleine deutsche Eck passieren. "Kaufmännisch wäre es natürlich besser gewesen, wenn auch die Gäste aus dem Ausland schon kommen könnten", sagte Betreiber Robert Stainer. "Die Österreicher machen in einem Regeljahr nur sieben Prozent bei uns aus, die Deutschen über 60 Prozent." So könne man zumindest Erfahrungen sammeln, wie die Maßnahmen beim Einchecken oder in den Sanitäranlagen klappen. "Viele Gäste hätten storniert, aber auch auf spätere Termine umgebucht", so Stainer. "Im Juli und August sind wir nach wie vor voll. Jetzt zu Pfingsten haben wir aber nur ein Viertel der Gäste vom vergangenen Jahr." Die Pfingstferien seien für viele Bayern oder Baden-Württemberger ein vorgezogener Sommerurlaub. "Mit denen wären wir voll gewesen."

Internationale Gäste fehlen

Das berühmte Hotel Goldener Hirsch in der Stadt Salzburg wird erst Mitte Juni wieder Gäste beherbergen - auch wenn Restaurant und Bar derzeit schon in Betrieb sind. "Wegen der fehlenden internationalen Gäste warten wir zu, bis zumindest die Grenzen zu Deutschland und der Schweiz wieder offen sind", sagte Hoteldirektor Wolfgang Putz. "Das sind starke Märkte, und hier sehen wir auch Buchungen hereinkommen." Auch der Pinzgauer Hotelier Wilfried Holleis sperrt seine beiden Häuser in Zell am See, den Salzburger Hof und das Grand Hotel, erst mit 11. Juni auf. Das Berghotel Rudolfshütte in 2.315 Metern Höhe folgt dann Mitte Juli - es wird ohnehin gerade ausgebaut.

Einem ganz anderen Aspekt der Öffnung widmete sich am Donnerstag der Salzburger KPÖ-Gemeinderat Kay-Michael Dankl. Er kritisierte, dass die Gelder, die Stadt und Land derzeit für Tourismuswerbung in die Hand nehmen, ohne ein Verbot von kommerziellen Online-Plattformen wie Airbnb und Co verpuffen würden. Ein Stopp würde nicht nur der Hotellerie helfen, sondern auch dringend benötigten leistbaren Wohnraum schaffen

(Quelle: APA)

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