Jetzt Live
Startseite Salzburg
Zeit entscheidend

Wenn ein Sportler zusammenbricht: Das ist zu tun

SB, Rotes Kreuz, reanimieren, wiederbeleben, APA/JAKOB GRUBER
Eine Herzmassage kann Leben retten (Symbolbild).

Ein Fußballer geht mitten auf dem Spielfeld zu Boden. Grund dafür ist aber kein hartes Tackling oder brutales Foulspiel, sondern der eigene Körper. Zwei Amateur-Kicker sind in Salzburg und Oberösterreich binnen zwei Wochen ohne Fremdeinwirkung während eines Spiels zusammengebrochen. Wie man sich als Ersthelfer richtig verhält, welche Ursachen dem zu Grunde liegen können und was man falsch machen kann – SALZBURG24 hat nachgefragt.

Ein 34-jähriger Amateur-Fußballer ist am Wochenende in der Reserve-Partie Faistenau gegen Plainfeld zusammengebrochen. Der Spieler war auf dem Platz ohne Fremdeinwirkung kollabiert und musste ins Landeskrankenhaus Salzburg geflogen werden, wie das Rote Kreuz gegenüber SALZBURG24 angab. Er verstarb am Montag. Erst eine Woche zuvor war in Oberösterreich ein 18-Jähriger am Fußballplatz zusammengebrochen.

Wenn Sportler kollabieren

Wie kann es dazu kommen, dass Sportler mitten während eines Fußballspiels plötzlich zu Boden gehen? „Einen pauschalen Auslöser für diese Herz-Kreislauf-Probleme gibt es nicht“, erklärt Christian Patterer, Leiter der Salzburger Rot-Kreuz-Ausbildungsakademie, im S24-Gespräch. „Das kann von einem verschleppten grippalen Infekt bis hin zu bekannten Herz-Kreislauf-Problemen gehen.“

In der Regel handle sich in diesen Fällen um Belastungsreaktionen: „Im täglichen Leben gehe ich ja nicht regelmäßig an meine körperlichen Grenzen. Beim Sport steht der Körper aber unter Belastung“, klärt der Experte auf.

So geht Erste Hilfe

Bricht ein Fußballer auf dem Spielfeld zusammen, gilt es als Ersthelfer rasch zu handeln. „Als erstes spricht man den betroffenen Spieler laut an und schüttelt ihn sanft an den Schultern. Damit stellt man fest, ob die Person noch eine Reaktion zeigt oder bereits bewusstlos ist“, sagt Patterer. Reagiert der Betroffene nicht, ist es an der Zeit, Hilfe zu rufen. Dadurch werden weitere Personen alarmiert, die den Notruf wählen und einen Defibrillator oder Verbandskasten holen können.

„Wenn in Salzburg ein Notruf wegen Atem-Kreislauf-Stillstandes eingeht, kann die Leitstelle Auskunft darüber geben, wo sich der nächste Defibrillator befindet." Die meisten Geräte seien in der Rot-Kreuz-Leitstelle aufgelistet.

 

Das gilt es zu beachten

Für den Ersthelfer geht es dann wie folgt weiter: „Als nächstes überstreckt man den Kopf nackenwärts und beugt sich mit dem Ohr über den Mund- und Nasenbereich des Betroffenen und schaut auf den Brustkorb, ob sich dieser hebt und senkt. Das macht man zehn Sekunden lang. Stellt man in dieser Zeit keine normalen Atemzüge, – normal wären in diesem Zeitraum zwei bis drei – beginnt man mit der Herzdruckmassage und Beatmung“, erklärt der Experte.

Auf 30 Herzdruckmassagen folgen zwei Beatmungen. Pro Minute sollen etwa 100 Kompressionen des Herzens erreicht werden, die Eindrucktiefe soll etwa ein Drittel des Brustkorbes betragen. Wichtig ist, dass der Betroffene auf einem harten Untergrund liegt.

Erste drei Minuten entscheiden

„Die Reanimation macht man bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte. Wichtig ist dabei, erst aufzuhören, wenn der Rettungssanitäter die Anweisung dazu gibt. Dadurch vermeidet man eine lange Pause bei der Reanimation“, weiß der Experte.

Die Zeit ist in diesen Fällen ein sensibles Gut: „Wenn jemand in den ersten drei Minuten mit einer Herzdruckmassage und Beatmung beginnt, hat der Betroffene laut Statistik eine Überlebenschance von 75 Prozent. Bei jeder weiteren Minute, die vergeht, sinken die Chancen um zehn Prozent. „Das Einzige, das man falsch machen kann, ist nichts zu tun. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und wenn nötig mit der Reanimation zu beginnen. Nur so kann das Überleben des Betroffenen gesichert werden“, erklärt der Rot-Kreuz-Ausbilder.

Auf Signale des Körpers achten

Am besten schützen sich Sportler, indem sie präventiv in ihren Körper hineinhorchen. „Gerade wenn es um Herzerkrankungen geht, gilt es auf Symptome wie ein Stechen oder ein Druckgefühl am Brustkorb zu hören. Diese Anzeichen lassen schon darauf schließen, dass am Herzen etwas nicht in Ordnung ist“, klärt Patterer auf.

(Quelle: SALZBURG24)

Whatsapp

Aufgerufen am 20.07.2019 um 04:08 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/wenn-ein-sportler-zusammenbricht-das-ist-zu-tun-68144725

Kommentare

Mehr zum Thema