Jetzt Live
Startseite Salzburg
Historischer Abriss

Wie der Krampus zum "Krampus" kam

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es den Krampus. FMT-Pictures/KT/Archiv
Seit dem 19. Jahrhundert gibt es den Krampus.

Krampus und Nikolaus – diese Figuren gehören zur Adventszeit, wie der Glühwein zum Christkindlmarkt. Ihre Tradition geht bis in die keltische Zeit zurück. Ein Abriss.

Einst war die heidnische "Frau Percht" Gut und Böse in einer Person. Damals hüllte man sich in Masken, im Glauben die bösen Geister des Winters vertreiben zu können. Durch die Christianisierung wurden aus „Frau Percht“ der belohnende Nikolaus und der bestrafende Krampus. Für das Wort Krampus gibt es laut Brauchtumsforscher Hartmut Prasch zwei Erklärungen: So wurde im 19. Jahrhundert "krammen" für "mit Klauen packen" oder "verwunden" gebraucht. Der Begriff könnte aber auch aus dem Wien der k.u.k.-Monarchie stammen, wo griechische Kinder- und Hausmädchen aus gedörrten Zwetschken Teufelsfiguren herstellten und diese "Zwetschkenkrampus" nannten. Das griechische Wort "krampos" heißt "ausgedörrt".

Krampus versetzt in Angst und Schrecken

Krampusse, auch als Bartl, Spitzbartl, Grauspaule oder Klaubauf bekannt, versetzen die Kinder wegen ihres Aussehens in Furcht und Schrecken. Auch auf Erwachsene, vor allem wenn diese jung und weiblich sind, machen sie gerne Jagd. Das hat schon so mancher Frau blaue Flecken eingebracht.

Brauch breitet sich immer weiter aus

Die Hochburg des Brauches liegt vor allem im Bereich des österreichischen Ostalpenraumes, genauer gesagt in den Bundesländern Salzburg, Kärnten, Tirol sowie im Salzkammergut. Seit der Jahrtausendwende breitet sich der Brauch immer weiter aus und findet heute auch im restlichen Österreich sowie in Bayern, Slowenien, Südtirol und Oberitalien immer größeren Zuspruch. Im Land Salzburg förderten verschiedene Einflüsse das Wiederaufleben der Bräuche zwischen der Mitte des 19. und den Anfängen des 20. Jahrhunderts.

Krampusläufe als Einkehrbräuche

Krampus- und Perchtenläufe zählen zu den klassischen Einkehrbräuchen, es wird also von Haus zu Haus gezogen. Der Krampus begleitet den Nikolaus, der die braven Kinder mit Gaben beschenkt – er ist der Gegenpol, der die unartigen Kinder bestraft. "Der Brauch rührt vor allem vom Nikolausspiel. Zentral war hier das Streitgespräch zwischen 'Luzifer' und 'St. Michael' vor dem heiligen Nikolaus. Es war ein katholisches Lehrstück um die Notwendigkeit von Reue und Buße zu Erlangung der himmlischen Seeligkeit. Der Teufel allein verweigert diese Einsicht und bleibt für ewig in der Hölle angekettet", klärt das Salzburger Landesinstitut für Volkskunde auf.

Nikolaus führt Rudel an

Viele Krampus- und Perchtenvereine erlassen eigene Vorschriften. Auch in den "wichtigsten zehn Krampusregeln in der Gastein", finden sich noch Anklänge an ältere Umlaufspiele. Der heilige Nikolaus ist nach wie vor der Verantwortliche jeder Passen, dem sich auch die "Klaubauf" unterordnen müssen, die zusätzlich ihrem "Vorteifi" unterstehen. Die "Klaubauf" tragen heute meist keine Butte (Gefäß, Korb) mehr zum "Aufklauben" der bösen Menschen.

Das trägt ein Krampus

Im Normalfall wird die Figur des Krampus durch folgende Utensilien bekleidet:

  • Mantel bzw. Hosenanzug aus Schaf- oder Ziegenfell
  • Holzmaske aus Zirben- oder Lindenholz geschnitzt, mit Ziegenbock-, Steinbock- oder Widderhörnern, heutzutage gibt es auch viele Krampusse, die eine Aluminium-, Kunststoff- oder Gummimaske tragen.
  • Kuhglocken oder Balkenglocken, die an einem Gürtel oder Gurt am Rücken angebracht sind. Verwendet werden entweder eine Balkenglocke, die bis in die Kniekehlen reicht, oder mehrere kleinere bis mittelgroße Kuhglocken
  • einem Rossschweif oder Kuhschwanz
  • eine Weidenrute
  • eine Butte, ein auf dem Rücken befestigter Behälter, in dem - der Sage nach - böse Kinder mitgenommen werden.

Unterschied: Krampus - Percht

Der Krampus ähnelt in seinem Aussehen dem Teufel ebenso wie mystischen und Tiergestalten, wie sich als Schirchperchten im alpenländischen Brauchtum finden. Im Unterschied zu diesen, die in den Rauhnächten laufen, gehören die Krampusse ausschließlich zum Adventbrauchtum.

Perchtenläufe bringen Glück

Das Brauchtum der Perchtenläufe bezieht sich auf die Raunächte, in denen der Winter bzw. die bösen Geister des Winters und das alte Jahr ausgetrieben werden sollen. Als Utensil zum Austreiben verwenden die Perchten eine Glocke. Bekommt man von Perchten Besuch, so ist das – im Gegensatz zum Krampusbesuch – also ein glücksbringendes Omen, auch wenn die Perchten ganz schön schaurig aussehen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 24.01.2022 um 09:07 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/wie-der-krampus-zum-krampus-kam-46137184

Kommentare

Mehr zum Thema