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"Zeppaio": Wie Instagram sein Leben veränderte

Fotografie statt Geographie-Ausbildung

Über 141.000 Instagramer folgen Sebastian Scheichl und seinen Landschaftsfotos auf der sozialen Plattform. Wie die Fotografie das Leben des leidenschaftlichen Bergsteigers verändert hat, und warum der 23-Jährige seine Zukunftspläne danach ausgerichtet hat, erzählt uns der gebürtige Salzburger im Sonntags-Talk.

Fotografen, Blogger, sogenannte Influencer sind zu digitalen Meinungsmachern avanciert. Für viele Jugendliche sind sie wie Stars, für Unternehmen wichtige Markenbotschafter sowie Werbeträger. Sebastian Scheichl fand seine Liebe zu den Bergen und erweckte eine Leidenschaft in der Fotografie, die sein Leben umkrempeln sollte.

Instagramer Sebastian Scheichl im Sonntags-Talk

SALZBURG24: Sebastian, begeisterter Bergsteiger bist du ja schon ewig. Wie bzw. wann hast du die Fotografie für dich entdeckt?

SEBASTIAN SCHEICHL: Ich bin als Kind schon immer mit meinen Eltern mit auf die Berge gegangen. In der Pubertät bin ich dann im Alter von 14 bis 16 Jahren in ein Loch gefallen, ehe ich das Bergsteigen später wieder für mich entdeckt habe. Vor ungefähr drei Jahren habe ich hobbymäßig damit angefangen, Handyfotos am Berg zu schießen. Diese postete ich dann auch auf Instagram.

Mit dem Ziel, ein großes Netzwerk aufzubauen?

Nein, gar nicht. Den Leuten gefallen meine Bilder, also habe ich mich immer intensiver damit beschäftigt. Weil ich immer besser werden wollte, legte ich mir eine Spiegelreflexkamera zu. Ich experimentierte zu Beginn ein wenig und fing dann an, Youtube-Tutorials von Benjamin Javorskyj anzuschauen. Er erklärt die Grundlagen der Fotografie für Laien sehr verständlich. Von ihm und meinen Vorbildern Daniel Ernst und Hannes Becker habe ich viel gelernt.

Nun folgen dir über 141.000 Follower auf Instagram. Hat sich dadurch das Bergsteigen und dein Leben verändert?

In gewissen Aspekten auf jeden Fall. Ich denke nun viel mehr wie ein Fotograf als ein Bergsteiger. Meine Routenwahl wird dadurch auch beeinflusst, da ich der Community einfach schöne Plätze und Gipfelfotos zeigen will. Ich nütze neben meinem Geographie-Studium jede freie Minute, um auf die Berge zu gehen.

Kannst du dir ein Leben als Influencer oder Blogger langfristig vorstellen oder willst du im Bereich Geografie beruflich tätig werden?

Man weiß ja nicht, wie lange es Instagram und Co. geben wird, daher ist das schwierig zu prognostizieren. Aber ich tendiere auf jeden Fall dazu, als Fotograf mein Geld zu verdienen. Erste Erfahrungen habe ich bereits gemacht und mir meine ersten fünf Semester damit finanziert. Einige Tourismusregionen wie Zell am See, Saalbach und die Salzburger Sportwelt haben bereits einige meine Bilder gekauft. Im Rahmen von "Instaweekends" habe ich auch schon an Marketingstrategien für das Salzburger Land Tourismus teilgenommen. Mit meinen Fotos wurde Werbung für die Region betrieben.

Für euch Fotografen gleichen die Koordinaten der Gipfelfotos einer Schatztruhe. Kannst du unseren Usern aus dem Salzburger Raum dennoch ein paar Geheimtipps geben?

Da hast du Recht. Auch ich gebe die genaue Location nicht immer bekannt, sonst werden die Plätze von Bergsportler regelrecht gestürmt. Rund um Salzburg gibt es unzählige schöne Orte. Ich kann nur das Panorama beim Twenger Almsee in Obertauern, den Blick vom Hochkeil auf die Mandelwände in Werfenweng sowie den Schober empfehlen. Da entstehen eigentlich immer coole Bilder.

Was braucht es, um schöne Fotos zu schießen und die Follower zu begeistern?

Wichtig ist es, sich für ein Thema zu spezialisieren, deswegen folgen die Leute einem ja auch. Dazu kommt ein guter Content, aktives Posten und die Interaktion mit der Community. Täglich bin ich ungefähr eineinhalb Stunden auf Instagram aktiv, pflege den Kontakt mit anderen Usern und lade mindestens ein Bild pro Tag hoch.

Um schöne Fotos zu schießen, empfehle ich die Stimmung bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang festzuhalten. Mittags nehme ich meine Kamera gar nicht mehr mit. Um die Bilder noch greifbarer zu machen, eignet es sich Personen mit einzubauen. Da werden dann die Dimensionen und die Wucht der Berge ersichtlich. Mit Signalfarben wie gelb und rot arbeite ich auch, wende mich aber immer mehr davon ab, da es mittlerweile zu viele Leute benützen.

Auf Instagram nennst du dich "Zeppaio". Wie ist dieser Name entstanden?

In der Schulzeit haben mich viele Seppi und Seppei genannt. Mit hat die Mischung daraus gefallen, vor fünf Jahren ersetzte ich vorne das S mit einem Z. Zeppaio gefällt mir einfach.

Und deinen Followern offensichtlich deine Bilder. Danke für deinen Besuch und das Gespräch, Zeppaio. Ich wünsche dir alles Gute.

Auch ich bedanke mich. Bis bald!

Sonntags-Talk auf SALZBURG24

Wir veröffentlichen jeden Sonntag ein Interview mit besonderen Menschen aus Salzburg – egal ob prominent oder nicht. Wir freuen uns über eure Vorschläge via Mail.

Sebastian Scheichl zu Besuch in der SALZBURG24-Redaktion

(Quelle: SALZBURG24)

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Aufgerufen am 21.07.2019 um 09:21 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/wie-instagram-sebastian-scheichls-leben-veraenderte-66532585

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