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Experten klären auf

Wo Dirndl & Lederhose ihren Ursprung haben

So hat sich Salzburgs Tracht entwickelt

Tracht & Country Messe SALZBURG24 Konrad
Dirndl und Lederhose sind auch heuzutage noch gefragt (SYMBOLBILD).

Dirndl und Lederhose statt Anzug und Abendkleid prägen das Bild zahlreicher Veranstaltungen in Salzburg zur Ballsaison. Die Salzburgerinnen und Salzburger mögen es gerne trachtig. Doch wo nehmen Dirndl und Lederhose eigentlich ihren Ursprung und seit wann gibt es eine Trachtenkultur? SALZBURG24 hat nachgefragt.

Trachtenhemd und Lederhose für die Herren, Dirndl, Bluse und Schürze für die Damen – so zeigen sich zahlreiche Salzburgerinnen und Salzburger heutzutage gerne bei Festen und Veranstaltungen.

Woher der Begriff „Tracht“ kommt

„Unter dem Begriff 'Tracht' verstehen wir ursprünglich, das, was getragen wird, also die verwendete übliche Kleidung“, erklärt Michael Greger, der Leiter des Salzburger Landesinstitutes für Volkskunde. „Das, was heute als Tracht bezeichnet wird, meint häufig ständisch geprägte und später als ländlich und regionstypisch stilisierte Kleidung.“

Historische Tracht Wikimedia Commons
Ein Dachauer Bauer mit seinen Kindern in alter Tracht, 1908

Dirndl und Lederhose waren einst Arbeitskleidung, wie Hans Köhl, der Leiter des Salzburger Heimatwerkes, betont: „Das Dirndl war das Arbeitsgewand der Magd. Im ländlichen Raum gab es Alltagstrachten für Bäuerinnen und Bauern und auch Festgewand“, weiß der Experte. Aber auch in städtischen Bereichen wurde Tracht dokumentiert.

Trachtenpflege seit dem 19. Jahrhundert

Jene Trachtenpflege, die noch heute betrieben wird, gibt es seit rund 200 Jahren. „Im 19. Jahrhundert hat man gemerkt, dass das, was früher als Standardkleidung getragen wurde, am Verschwinden war. Denn im Zuge der Industrialisierung, wo viele Menschen in die Städte gezogen sind, wurden sehr wenige Trachten getragen“, berichtet Köhl.

In jener Zeit hat die Wissenschaft das Thema Tracht für sich entdeckt. „Es wurde dokumentiert, was in den jeweiligen Regionen als Tracht zu verstehen ist. Aus diesem Fundus an Dokumentationen schöpfen wir noch heute“, erzählt der Heimatwerk-Leiter.

Zurück zur Natur

Im 19. Jahrhundert kehrte eine nationale Denkweise ein, dazu besannen sich die Menschen wieder zurück zur Natur, wollten die Landschaft und Berge entdecken. „Im Zuge dessen hat man sich auch auf die Landbevölkerung konzentriert und nach Besonderheiten gesucht, die man in der Stadt nicht gekannt hat“, erklärt Köhl.

So entdeckte auch die urbane Bevölkerung Trachtenkleidung wie das Dirndl für sich: „Man hat aus der einfachen Arbeitskleidung der Magd etwas gemacht, das auch für Menschen aus den Städten tragbar war – beispielsweise für diejenigen, die auf Sommerfrische gefahren sind“, betont der Experte.

Vom Alltagsgewand zur Festtracht

Mit dem Aufkommen der Trachtenvereine hat auch die Lederhose einen Wandel vollzogen: „Diese Vereine haben die Lederhose als Bühnentracht getragen, man hat begonnen sie zu besticken und zu verzieren. Hier hat man vieles von den Ungarn übernommen“, erzählt Köhl. „Der Tiroler Volksheld Andreas Hofer (1767 – 1810, Anm.) hat noch keine gestickte Lederhose getragen. Kaiser Franz Joseph (1830 – 1916, Anm.) hingegen schon. An diesem Vergleich merkt man: Zuerst war die Lederhose eine Funktionskleidung, später wurde sie zum Festtagsgewand.“

Wie Tracht heutzutage getragen wird und wie es um ihre Zukunft bestellt ist, lest ihr HIER.

(Quelle: SALZBURG24)

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