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Wo in Salzburg noch "GeoWaves" installiert wurden

150 Metallwellen sind vor 15 Jahren im Salzburger Landeskrankenhaus (LKH) installiert worden. Warum genau die "GeoWaves" angeschafft wurden, kann man beim Krankenhaus nicht nachvollziehen. Doch das LKH ist nicht die einzige Einrichtung in Salzburg, in der die "GeoWaves" hängen.

Laut Referenzliste des Unternehmens sind noch zahlreiche andere Gesundheitseinrichtungen in Salzburg Kunden. Allerdings wurden die Gesundheitseinrichtungen nun von der Website gelöscht: Wie SALZBURG24 am Mittwoch berichtete, hat etwa das Salzburger Landeskrankenhaus 150 Wellen installiert. Warum genau die "GeoWaves" vor 15 Jahren angeschafft wurden, weiß man nicht. "Der damalige Deal dürfte gewesen sein, dass die Wellen installiert werden und sie dann beforscht werden können", erklärt Pressesprecherin Mick Weinberger.

Salzburg24 Die Referenzliste sah bis Dienstag noch ganz anders aus. Foto: Screenshot/SALZBURG24
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Die Referenzliste sah bis Dienstag noch ganz anders aus. Foto: Screenshot/SALZBURG24

Wie lief Deal mit Landeskrankenhaus ab?

Wie der Deal mit dem Landeskrankenhaus damals abgelaufen ist, dazu kann man bei "GeoWave" selbst nichts sagen. Der dortige Energetiker Markus Mayer erklärt, das sei gewesen, bevor er oder der neue Eigentümer in der Firma tätig gewesen seien. Er verweist auf den ursprünglichen Gründer Adolf Wiebecke. Dieser war für SALZBURG24 am Donnerstag jedoch nicht erreichbar.

Etwa 60 Wellen im Unfallkrankenhaus als Beleuchtung

Eine solche Erforschung hat es im Unfallkrankenhaus (UKH) nicht gegeben, sagt der Technische Leiter des Hauses, Udo Svoboda, im Gespräch mit SALZBURG24. Insgesamt habe man im Krankenhaus wohl um die 60 Wellen hängen: "In jedem Patientenzimmer hängen welche und im Verwaltungsgebäude als indirekte Lampen." Besonders ist hier allerdings, dass die Wellen als Beleuchtung angeschafft wurden. Und zwar schon bevor es die Firma "GeoWave" überhaupt gab. Das bestätigt der Direktor der AUVA-Landesstelle Salzburg, Herbert Koutny. "Im Zuge der Renovierung des UKH haben wir die Gestaltung der Deckenbeleuchtung ausgeschrieben und die Baufirma Wiebecke hat diese im Endeffekt gestaltet", schildert Koutny. Die Welle sei hier ein reines Deckenelement, man wollte für die Patienten eine harmonische Gestaltung, da diese "meist sehr lange im Krankenhaus liegen und viel an die Decke schauen." Von der angeblichen Wirkung der Welle distanziert sich der Direktor klar: "Wir haben nicht die GeoWave gekauft, sondern eine Deckenbeleuchtung."

Erst im Zuge der Beleuchtungsgestaltung hat Adolf Wiebecke die Wirkung der Welle zufällig entdeckt, wie "GeoWave" auch auf der Firmen-Website schildert.

Auch im Landessportzentrum Rif sind drei Wellen angebracht. Laut dem dortigen Techniker sind sie vor etwa zehn Jahren installiert worden und sollten für Wohlbefinden sorgen und negativen Schwingungen vorbeugen. Zur Frage der Finanzierung konnte man nichts sagen. Direktor Wolfgang Becker ist derzeit im Urlaub und war für SALZBURG24 nicht zu erreichen.

Das sagt "GeoWave" zur Wirkung

Was sagt "GeoWave" selbst zur Aufregung um das eigene Produkt? Mayer, Energetiker und im Betrieb unter anderem für Beratungen zuständig, betont, dass es dazu immer zwei Meinungen gebe und es gut sei, dass man Dinge hinterfrage und kritisch sei. "Die Wirkung unserer GeoWave ist wissenschaftlich bewiesen und in Studien belegt. Wie sie wirkt kann man nicht allgemein sagen, denn jeder Mensch ist individuell und reagiert anders", erläutert Mayer auf Anfrage von S24. Hergestellt wird die Konstruktion in Wien. Die Welle soll Menschen und Tiere von Störzonen, etwa Wasseradern, Erdverwerfungen oder magnetischen Erdgitternetzen, abschirmen. Dadurch kann sie laut Mayer etwa bei Kopf-, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen helfen. Er betont, dass dies bei jedem Menschen individuell ist: Nicht jeder spüre die Störzonen.

Mehrere "GeoWaves" in Salzburg

Im Zuge der Energetik-Affäre im Krankenhaus Nord in Wien ermittelt nun auch die Volksanwaltschaft. Laut Anwalt Günther Kräuter seien die Metallwellen auch in mehreren anderen Wiener Gesundheitseinrichtungen montiert worden. Das Unternehmen "GeoWave" listet für Salzburg außerdem noch die Salzburg AG, das Krankenhaus in Oberndorf und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder auf. Birgit Steiner, Pressesprecherin des Krankenhauses Barmherzige Brüder, schildert gegenüber S24: "Wir haben eine Muster-Welle in einem Patientenzimmer hängen, die wurde vor etwa 15 Jahren installiert." Diese sei vom Unternehmen "GeoWave" damals zur Probe kostenfrei zur Verfügung gestellt worden. Der Hype habe sich dann verlaufen, meint Steiner, das Krankenhaus habe jedenfalls keine weiteren Wellen mehr angeschafft.

Aufgerufen am 14.12.2018 um 06:40 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/wo-in-salzburg-noch-geowaves-installiert-wurden-58062319

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