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Generation Babyboomer

So bereitet ihr euch schon jetzt aufs Alter vor

Salzburger Wohnprojekt für mehr Lebensqualität

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Wer im Alter gut leben möchte, sollte sich rechtzeitig darum kümmern. (SYMBOLBILD)

Wer bei altersgerechtem Wohnen an die Generation 80plus denkt, ist viel zu spät dran. Das sagen die Alternswissenschafterin Sonja Schiff und die Architektin Ursula Spannberger. Gemeinsam haben sie in Salzburg ein Pilotprojekt gestartet, dass die Babyboomer – also Menschen zwischen 50 und 65 Jahren – auf ihre kommenden Jahre vorbereiten soll.

Die eigenen Kinder sind aus dem Haus, die Pensionierung steht vor der Tür – kurz gesagt, das ganze Leben ändert sich. Die bisherige Wohnsituation passt da nicht immer zu den neuen Lebensumständen. "Menschen werden zum Glück immer älter. Damit umfasst die Lebensspanne, nachdem die Kinder ausgezogen sind, mehrere Jahrzehnte. Wir wollen ermutigen, sich selber einmal Gedanken zu machen, welcher Wohnraum zu einem und zu seinem Leben passt", so die ressortzuständige Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) am Dienstag bei einem Pressegespräch. Denn gerade in der Pension verbringe man mehr Zeit daheim, als in den Jahren davor. 40.000 Euro hat das Land Salzburg zum Projekt beigesteuert. Die Erkenntnisse daraus wurden in einem kleinen Handbuch veröffentlicht.

Sonja Schiff, Ursula Spannberger, Andrea Klammbauer, Wohnen 70plus Land Salzburg/Neumayr/LEO
Ursula Spannberger (v.li.), Landesrätin Andrea Klambauer und Sonja Schiff bei der Buchpräsentation am Dienstag.

"Babyboomer wollen Fehler der Eltern nicht wiederholen"

Rund 160.000 Salzburgerinnen und Salzburger sind laut Landesstatistik derzeit zwischen 45 und 64 Jahre alt. "Die Menschen dieser Generation möchten die Fehler ihrer Eltern nicht wiederholen", sind die Projektinitiatorinnen überzeugt. Heute werden die Entscheidungen für altersgerechtes Wohnen meist eher spät getroffen, wenn nicht gar zu spät. "Ein gutes Leben im Alter kommt nicht von alleine, es muss rechtzeitig vorbereitet werden", empfiehlt dazu Alternswissenschafterin Schiff.

"Es geht nicht nur ums Wohnen"

Edith Zehentmayer, heute 64 Jahre alt, ist eine der Projektteilnehmerinnen, die sich bereits früh damit auseinander gesetzt hat. Sie lebte zuletzt mit ihren beiden erwachsenen Töchtern und ihrem Enkelsohn in einem Zweifamilienhaus in der Stadt Salzburg. Die beiden Wohnungen wurden zu eng. "Niemand von uns hatte den Raum sich zu entfalten", sagt Zehentmayer. "Es geht eben nicht nur ums Wohnen an sich, sondern auch immer um Familiendynamiken", erklärt Schiff.

Die Mutter zweier Töchter entschied sich schließlich, das Familienhaus, in dem sie rund 40 Jahre gelebt hatte, zu verlassen. Nun lebt die nächste Generation darin. Sie selbst bezog eine kleinere Mietwohnung. "Ich war zunächst gefangen in meinen eigenen Vorstellungen. Die Perspektive von außen half", sagt sie rückblickend über die Beratung und ihre folgenschwere Entscheidung.

Lebensbedürfnisse ändern sich mit den Jahren

  • Wie lebe ich jetzt?
  • Was tut mir gut bzw. was schadet mir?
  • Wie habe ich die letzten Jahrzehnte gelebt?
  • Wie möchte ich in Zukunft leben?

Diese Fragen hat sich Zehentmayer gestellt. "Mir wurde dabei einiges klar", schildert sie im Gespräch mit SALZBURG24. Der Garten, der ihr früher gemeinsam mit den Kindern viel Freude bereitet hat, war zuletzt eher eine Belastung. "Ich möchte einen Balkon oder eine Loggia, wo ich ein Blumen- und Kräuterbeet anlegen kann. Ein ganzer Garten ist mir zu viel Arbeit", sagt sie.

Während für Zehentmayer eine kleine Wohnung das Richtige zu sein scheint, muss dies aber nicht auf alle Salzburgerinnen ihrer Generation zutreffen, erklärt Architektin Spannberger. Im Pilotprojekt habe sie auch eine Gruppe von vier Frauen betreut, die zusammen in einer Wohngemeinschaft alt werden möchte. "Die Babyboomer sind jene Altersgruppe, die auch in jungen Jahren während ihrer Studentenzeit in Gemeinschaften gelebt hat. Für viele ist das auch im hohen Alter wieder eine Option", erzählt sie. Wichtig sei jedenfalls, sich früh genug damit zu beschäftigen und die für sich selbst beste Vision in die Tat umzusetzen. Denn das Wohnen im Alter ist nicht nur durch Treppenlifte und barrierefreie Badezimmer bestimmt.

Wohnen im Alter: Welcher Typ bist du?

Wir haben für euch einen Auszug aus dem Fragebogen zusammengestellt:

 
 
 

PDF: AUSZUG_JETZT-DAS-WOHNEN-FUER-SPAETER-PLANEN.pdf findet ihr den vollständigen Fragebogen samt Auswertung des Wohntyps.

(Quelle: SALZBURG24)

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