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Gemeine Blutsauger

So schützt ihr euch vor Zecken

Gefahr von FSME und Borreliose

Ein Zeckenstich kann gefährlich Folgen haben. BERTRAND GUAY / AFP
Ein Zeckenstich kann gefährlich Folgen haben.

Zecken sind in Österreich mittlerweile fast ganzjährig aktiv. Die kleinen Tierchen krallen sich nicht nur an Hund und Katz fest, sondern können bei einem Stich (umgangsprachlich: Biss) auch für uns Menschen gefährlich werden. Hier erfahrt ihr, wie ihr euch vor den Blutsaugern schützen könnt.

Ein Zeckenbiss kann unangenehme Folgen haben. Die Tierchen können Krankheiten übertragen, in Österreich kommen am häufigsten Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor, berichtet die Agentur für Gesundheits- und Ernährungssicherheit (AGES). Seit 1981 gibt es in Österreich eine jährliche Impfkampagne gegen FSME, die Durchimpfungsrate liegt bei 85 Prozent. Laut Gesundheitsministerium kam es 2018 in Österreich zu 181 FSME-Fällen, 154 davon haben sich in Österreich infiziert. Fünf Menschen starben an der Krankheit.

FSME selten mit Zecken in Verbindung gebracht

Bei FSME treten zwischen sieben Tagen und zwei Wochen nach dem Zeckenstich grippeartige Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden auf. Nach wenigen Tagen ist die Krankheit aber wieder überstanden, die meisten Menschen sind damit auch ein Leben lang immun gegen die Viren. An einen Zeckenstich wird in diesem Zusammenhang selten gedacht, informiert die AGES.

Bei etwa fünf bis 15 Prozent der Patientinnen und Patienten kommt es allerdings zu einer zweiten Krankheitsphase. Dabei ist das zentrale Nervensystem betroffen. Die Symptome dieser Hirnhaut- oder Hirnentzündung sind starke Kopfschmerzen, Lichtscheue, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Sprech- sowie Gehstörungen. Die Beschwerden können mehrere Wochen oder sogar Monate andauern. Bei einem schweren Verlauf kommen auch Lähmungen dazu, die zu bleibenden Behinderungen führen können. Etwa ein Prozent Erkrankten mit diesen Symptomen stirbt an FSME.

 

Lyme-Borreliose mit schweren Folgen

Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit. Über 30 Prozent des gemeinen Holzbocks – der häufigsten Zeckenart in Österreich – sind mit Borrelien infiziert. Sie können nach einer etwa 24 Stunden dauernden Blutmahlzeit übertragen werden. Etwa drei Prozent der gestochenen Menschen erkranken tatsächlich an Lyme-Borreliose, in Österreich sind es etwa 25.000 bis 70.000 pro Jahr.

Antibiotika, aber keine Impfung

Am häufigsten äußert sich die Krankheit durch die sogenannte Wanderröte. Sie zeigt sich zwei bis drei Tage nach einem Zeckenstich als roter Fleck um die Einstichstelle. Auch ein roter Fleck am Ohrläppchen, an der Brustwarze oder dem Hodensack kann darauf hinweisen. Begleiterscheinungen der Borreliose-Lyme sind lokaler Juckreiz, Müdigkeit, Kopf- und Gelenks- sowie Muskelschmerzen. Behandelt wird die Krankheit mit Antibiotika über einen Zeitraum von zehn bis 14 Tagen. Eine Impfung gibt es nicht.

Schutz gegen Zeckenstiche

Vorbeugender Schutz ist also besonders wichtig. Trotz warmer Temperaturen werden beim Spazieren, Wandern oder Arbeiten im Freien lange Ärmel und lange Hosen sowie möglichst helle Kleidung empfohlen, um eventuelle Zecken leichter erkennen zu können. In Gebieten mit Unterholz oder hohem Gras kann man sich auch die Hosenbeine in die Socken stecken – das hilft, die Tiere abzuhalten, auch wenn es modisch nicht unbedingt gefällt. In Apotheken sind des Weiteren Abwehrmittel gegen die Parasiten erhältlich.

Wie entferne ich Zecken richtig?

Kommt es dennoch zu einem Zeckenstich, ist eine möglichst rasche Entfernung wichtig. Eine spezielle Zeckenzange oder sogenannte Zeckenkarte ist hierbei hilfreich. Die Parasiten dürfen nicht gequetscht werden, sonst gelangen die Viren und Bakterien in den Körper des Wirts. Anschließend sollte der Stich desinfiziert werden. Die Tiere müssen zudem nicht herausgedreht werden, sie haben kein Gewinde. Hin-und-her-Wackeln kann beim Entfernen allerdings helfen.

Haustiere regelmäßig nach Zecken absuchen

Nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Haustiere sind von Zeckenstichen betroffen. Nicht selten kommt es vor, dass sich ein Parasit im Fell festsetzt. Nach jedem Spaziergang oder Freilauf sollte man deshalb seinen Vierbeiner absuchen. Hat sich einer der Blutsauger auf der Haut festgesetzt, so muss er umgehend entfernt werden. Dabei sollte man auf Hausmittel, wie Alkohol, Öl oder Äther verzichten, warnt der Österreichische Tierschutzverein. Am besten entfernt man den Blutsauger mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange.

Vorbeugend kann man seinen Vierbeiner durch ein Zeckenhalsband schützen. Wer seinem Tier kein Halsband umlegen möchte, kann auf sogenannte Spot-on-Präparate ausweichen. Der Wirkstoff verteilt sich auf dem Körper und tötet die Zecken ab.

(Quelle: SALZBURG24)

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