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Zehnjährige Stieftochter missbraucht: Salzburger vor Gericht

Der Stiefvater muss sich vor Gericht wegen sexuellen Missbrauchs verantworten. (Archivbild) APA/BARBARA GINDL
Der Stiefvater muss sich vor Gericht wegen sexuellen Missbrauchs verantworten. (Archivbild)

Ein 35-jähriger Salzburger hat sich am Dienstag bei einem Prozess in Salzburg zum Vorwurf, er habe seine zehnjährige Stieftochter im Herbst 2016 im Badezimmer insgesamt sechsmal sexuell missbraucht, nicht schuldig bekannt. Sie hätten sich gegenseitig gewaschen, zu sexuellen Handlungen sei es aber nicht gekommen, erklärte der Angeklagte. Der Prozess wurde vertagt.

Der Prozess wurde zur Erörterung eines Sachverständigen-Gutachtens und zur Anhörung einer Zeugin vertagt. Als Termin für die nächste Verhandlung wurde der 20. März festgesetzt.

Staatsanwältin Sabine Krünes warf dem bisher unbescholtenen Mann schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen und auch Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses vor. Der Angeklagte wurde vom Opfer belastet. Zur mutmaßlichen Tatzeit lebte er im gemeinsamen Haushalt mit seiner Ehefrau, einer gemeinsamen Tochter und der Stieftochter.

Vorwurf: Sexuelle Handlungen unter der Dusche

Als die Mutter der Kinder nicht zu Hause gewesen sei, habe der Angeklagte die Stieftochter beim Duschen aufgefordert, sie solle sexuelle Handlungen in Form einer Handonanie bei ihm durchführen, was auch geschehen sei, erklärte die Staatsanwältin. Weiters habe er in einem Fall sexuelle Handlungen bei dem Kind gesetzt. Der Beschuldigte habe der Zehnjährigen zudem befohlen, sie dürfe der Mutter nichts davon erzählen.

Salzburger beteuert Unschuld

Der Salzburger beteuerte sein Unschuld. Er habe zwar zunächst vor dem Jugendwohlfahrtsträger die Vorwürfe teilweise zugestanden, sei dazu aber von der Ehefrau genötigt worden, betonte sein Verteidiger, Rechtsanwalt Günter Tews. Ansonsten würde er seine eigene Tochter nicht mehr sehen dürfen, habe die Frau zu dem Beschuldigten gesagt. Als dieser später das Teilgeständnis widerrufen habe, habe er seine Tochter tatsächlich nicht mehr sehen dürfen.

Teilgeständnis widerrufen

"Ich war fix und fertig. Ich habe mich darauf verlassen, was meine Frau sagte, weil ich mein Kind nicht verlieren wollte. Ich bin nicht schuldig", sagte der Angeklagte zur Vorsitzenden des Schöffensenates am Landesgericht Salzburg, Richterin Anna-Sophia Geisselhofer. In dem Teilgeständnis vor Mitarbeiterinnen der Jugendwohlfahrt hatte der Mann ein gegenseitiges Waschen samt Berührungen im Intimbereich eingestanden. Heute beteuerte der 35-Jährige, er habe zwar mit der Stieftochter in der Badewanne geduscht, "ich habe aber nichts gemacht". Er ist inzwischen aus dem gemeinsamen Haushalt ausgezogen. Die Privatbeteiligten-Vertreterin forderte für die Zehnjährige ein symbolisches Teilschmerzensgeld in Höhe von 700 Euro. Es werden noch einige Zeugen einvernommen.

(APA)

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