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Zwischenfall mit Helikopter der Heli Austria in Tirol: Ursachenforschung

Nach dem Zwischenfall mit einem Hubschrauber der Heli Austria auf der 54 Meter hohen Lande-Plattform an der Innsbrucker Universitätsklinik waren die Experten am Donnerstag auf Ursachensuche.

Firmenchef Roy Knaus, der am Mittwochabend nach Tirol gekommen war, vermutete im Gespräch mit der APA eine Kombination mehrerer Faktoren, die zu den unkontrollierten Schwingungen geführt hatten. Die 1991 gebaute Maschine weise ein "durchschnittliches" Alter auf. Der Pilot, der den Helikopter schließlich unter Kontrolle bringen konnte, sei mit 8.000 Flugstunden "sehr erfahren".

Beim Anflug mit einem Patienten habe sich das Fluggerät völlig normal verhalten, erklärte Knaus. Um möglichst wenig Lärm zu verursachen, habe der Pilot die Rotordrehzahl reduziert. Nach Ansicht von mittlerweile in Kanada konsultierten Experten könnte das die Schwingungen intensiviert haben. Erste Untersuchungen am Rotorkopf hätten keine Schäden gezeigt. Dort angebrachte Gummidämpfer seien nicht verschoben.

Die Ursachensuche werde von der zuständigen Austro Control geleitet. Ein externer Experte aus der Schweiz soll am Donnerstag oder Freitag die Maschine in Innsbruck begutachten. Genau analysiert werden soll auch ein Video, auf dem die unkontrollierten Bewegungen des Hubschraubers festgehalten wurden.

Nach Angaben von Knaus wurde die amerikanische "Bel 412" im Jahr 1991 gebaut. Sein Unternehmen habe die Maschine 2010 in Katar gekauft. Sie sei besonders leistungsfähig und könne auch größere Lasten bei einer Temperatur von bis zu 40 Grad transportieren. Maschinen dieses Typs würden in ganz Europa für Rettungsflüge und Patiententransporte eingesetzt. Die "Bel" sei bisher etwa 14.000 Stunden geflogen. Bis zu 30.000 Stunden betrage das Lebensalter von Hubschraubern dieser Bauart.

Der Pilot, der die Maschine dann doch noch unter Kontrolle und ohne weitere Probleme zum Flughafen bringen hatte können, habe 25 Jahre Berufserfahrung und 8.000 Flugstunden hinter sich gebracht. Die dienstältesten Bundesheerpiloten kämen auf etwa 5.000 Stunden, sagte Knaus.

Der Firmenchef hoffte, dass die in Karres bei Imst stationierte Maschine am Wochenende wieder eingesetzt werden kann. Das Salzburger Unternehmen war wiederholt von Zwischenfällen betroffen. Das schwerste Unglück hatte sich am 5. September 2005 ereignet. Im Skigebiet Sölden im Tiroler Ötztal hatte ein Knaus-Hubschrauber einen etwa 750 Kilo schweren Betonkübel über einer Gondel der "Schwarzen-Schneid-Bahn" verloren, die in der Folge in die Tiefe gerissen wurde. Aus einer zweiten Kabine wurden durch die Schwingungen des Seils sechs Skifahrer hinausgeschleudert. Für neun Deutsche, darunter sechs Kinder im Alter von zwölf bis 14 Jahren, endete das Unglück tödlich. (APA)

(Quelle: S24)

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