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12 Familienmitglieder bei Luftangriff in Afghanistan getötet

Bei einem Luftangriff in Afghanistan sind nach Angaben der Vereinten Nationen zwölf Mitglieder einer Familie getötet worden. Wie die UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) am Dienstagabend unter Berufung auf vorläufige Untersuchungsergebnisse mitteilte, handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen und zehn Kinder.

Sie starben demnach am Sonntagabend bei einem Angriff auf ihr Haus in der Provinz Wardak in der Nähe von Kabul. Die Erkenntnisse der UN-Mission bestätigen Angaben eines Mitglieds des Provinzrates und eines Dorfbewohners. Ihnen zufolge waren die zwölf Familienmitglieder bei einem Luftangriff getötet worden, der sich gegen Kämpfer der radikalislamischen Taliban richtete. Nach Angaben des Dorfbewohners sollte eigentlich ein Gefängnis der Taliban bombardiert werden, das hundert Meter von dem Haus der Familie entfernt ist.

Die UNAMA untersucht nach eigenen Angaben noch weitere Berichte über zivile Todesopfer bei Luftangriffen in anderen Teilen Afghanistans, darunter auch ein Angriff am Samstag in der Provinz Kapisa, bei dem "glaubwürdigen Berichten" zufolge neun Mitglieder einer Familie getötet wurden.

Das US-Militär bestätigte einen Luftangriff zur Unterstützung afghanischer Bodentruppen in Kapisa. Nach Angaben eines Sprechers wurden dabei aber nur Aufständische getötet. Ob der Luftangriff in Wardak von US-Truppen oder afghanischen Truppen geflogen wurde, war zunächst unklar. Das afghanische Verteidigungsministerium untersucht nach eigenen Angaben beide Vorfälle.

Nach Angaben der UNO wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 353 Zivilisten in Afghanistan Opfer von Luftangriffen - 149 wurden getötet und 204 verletzt. Das waren 52 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

(APA/ag.)

Aufgerufen am 13.12.2018 um 08:41 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/12-familienmitglieder-bei-luftangriff-in-afghanistan-getoetet-60287365

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