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14 Jahre Haft wegen Mordes für 55-Jährigen in Korneuburg

Mann legte umfassendes Geständnis ab APA (Symbolbild)
Mann legte umfassendes Geständnis ab

14 Jahre Haft lautete am Montag am Landesgericht Korneuburg das nicht rechtskräftige Urteil für einen 55-Jährigen, der im März seine Ehefrau im Bezirk Hollabrunn mit mehr als 50 Messerstichen getötet hatte. Die Geschworenen entschieden einstimmig auf Mord und folgten damit der Anklage. "Ich nehme das Urteil an, es ist eine gerechte Strafe", sagte der Angeklagte.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte es in den 29 Ehejahren immer wieder heftige verbale Auseinandersetzungen gegeben, heuer soll sich die 48-Jährige für eine Scheidung ausgesprochen haben. Der Weinbauer berichtete, am 29. März bei einem Frühstück in der Küche des gemeinsamen Hauses mit seiner Frau über die Aufteilung des Vermögens in Streit geraten zu sein. Auf seinen Vorschlag, das Vermögen je zur Hälfte aufzuteilen, habe sie "zynisch gesagt: 'Danke an deine Eltern, dass sie im Übergabevertrag keine Scheidungsklausel berücksichtigt haben. Ich bekomme ja eh alles.'" Weiters habe sie angekündigt, nicht mehr arbeiten zu gehen und Unterhalt zu verlangen.

Der Beschuldigte hatte der Anklage zufolge ein Küchenmesser mit einer rund 15 Zentimeter langen Klinge aus einer Schublade genommen und auf seine Frau eingestochen - insgesamt mehr als 50 Mal. Der 55-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft auch "unzählige Male" auf das am Boden liegende Opfer eingestochen haben. Dann hatte er laut seinen Angaben das Messer gewaschen, bei der Spüle hingelegt und die Rettung verständigt, bevor er sich widerstandslos festnehmen ließ und die Tat gestand.

Zeugenaussagen in der Verhandlung am Montag drehten sich vor allem um Auseinandersetzungen in der Ehe des Angeklagten mit der 48-Jährigen. Während die beiden Kinder des Paares, eine Tochter im Alter von 25 und ein Sohn im Alter von 28 Jahren, von Streitigkeiten - auch wegen Kleinigkeiten - berichteten, hatten Freunde und Bekannte des Beschuldigten nichts von einer kriselnden Ehe bemerkt. Laut dem psychiatrischen Gutachter Werner Brosch war der 55-Jährige zum Tatzeitpunkt "sehr heftig erregt" und "nahe am Verlust der Dispositionsfähigkeit". Dem gerichtsmedizinischen Sachverständigen Wolfgang Denk zufolge trafen 31 der 51 Stiche das Opfer im Brustbereich.

Zu beurteilen galt es für die Geschworenen, ob Mord oder Totschlag vorlag. Sie entschieden einstimmig auf ersteres. Mildernd wirkten sich bei der Strafbemessung laut dem vorsitzenden Richter Martin Bodner das Geständnis, die Unbescholtenheit und die eingeschränkte Dispositionsfähigkeit des Angeklagten aus, erschwerend war die Tat gegenüber einer Angehörigen. Verteidigerin Astrid Wagner und Staatsanwältin Anna Weißenböck verzichteten auf Rechtsmittel. Die Privatbeteiligten wurden mit der Forderung nach Trauerschmerzengeld auf den Zivilrechtsweg verwiesen, weil dafür laut dem Richter keine ausreichende Entscheidungsgrundlage vorlag. Ihre Rechtsvertreter gaben keine Erklärung ab. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

(APA)

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