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16 Jahre Haft für Überfall auf Supermarkt aus 2003

Ein äußerst brutaler Überfall vor elf Jahren auf eine Wiener Supermarktfiliale hat am Dienstag im Straflandesgericht seinen Abschluss gefunden. Eine Angestellte wurde dabei mit einem Kabel gedrosselt und mit einem Messer attackiert, sodass sie ihr Bewusstsein verlor. Ein mittlerweile 41-jähriger Mann wurde wegen versuchten Mordes und schweren Raubes von dem Geschworenengericht schuldig gesprochen.

Erst 2014 war man auf den Beschuldigten gestoßen, der bei dem Raub damals seine DNA-Spur hinterließ. Da der Serbe kurz nach der Tat im Frühjahr 2004 wegen Vergewaltigung in Schweden zu vier Jahren Haft, jedoch nicht wegen des schweren Raubes in Wien-Ottakring verurteilt werden konnte, wurde nun bei der Verurteilung eine 16-jährige Zusatzstrafe verhängt.

Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Mann - seine erste Straftat hatte er mit 15 Jahren begangen - beschloss am 30. August 2003 mit einem Bekannten, aufgrund von Geldnot den Supermarkt zu überfallen. Dazu wollte der Komplize das Geschäft zunächst auskundschaften. Der 41-Jährige ließ sich daraufhin mit einem 11,5 Zentimeter langen Messer und einem langen Kabel bewaffnet nach Ladenschluss in die Räumlichkeiten einsperren. Sein Freund, den er am Dienstag dem vorsitzenden Richter Andreas Böhm erstmals namentlich nannte, wollte draußen Schmiere stehen.

Eine Angestellte entdeckte jedoch den Serben, dieser ging sofort auf die Frau los, drosselte sie mit dem 1,70 Meter langen Kabel fast bis zur Bewusstlosigkeit und stach auf ihren Hals ein. Nur durch ein Wunder überlebte die Angestellte die Attacke, die bis heute Angst in dunklen Räumen hat. Während er sein Opfer blutend liegen ließ, ging der Räuber in das Büro, um an die Tageslosung zu kommen. Einer Kassierin, die dort mit dem Geldzählen beschäftigt war, schlang er von hinten sogleich wieder das Kabel um den Hals und würgte die Frau. Ein Filialleiter, der hinzukam, attackierte er auch noch mit dem Messer. Mit der Beute in der Höhe von 1.850 Euro suchte er das Weite. Er und sein Komplize konnten bis vor kurzem nicht ausgeforscht werden.

Der damals 30-jährige Mann flüchtete zunächst nach Schweden, wo er wegen einer Verurteilung im Gefängnis saß. Zurück in Österreich wurde er in diesem Jahr wegen eines weiteren Deliktes erkennungsdienstlich behandelt. Weil der Serbe bei dem Überfall einen Blutspur hinterlassen hatte, konnte ihm die DNA nun zugeordnet werden. Er sei "kein unbeschriebenes Blatt", wie ihn die Staatsanwältin bezeichnete. "Dass er kein Engel ist, wissen wir alle", sagte sein Verteidiger Philipp Wolm. Aufgrund familiärer Probleme sei er in die Drogensucht geschlittert. "Geld besorgen, Drogen konsumieren, schlafen - das war sein Tagesablauf", so Wolm. "Er wollte Suchtgift, da wäre er über Leichen gegangen."

Den Opfern wurde Schmerzengeld von insgesamt 4.500 Euro zugesprochen, der 41-Jährige haftet zudem für allfällige Folgekosten. Mildernd wurden von Richter Andreas Böhm das Geständnis gewertet. Erschwerend waren das Zusammentreffen dreier Verbrechen - der schwere Raub, der Mordversuch sowie das Gewaltverbrechen in Schweden.

(Quelle: S24)

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