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33 Ägypter wegen "Unzüchtigkeit" in Hammam in Haft

In Ägyptens Hauptstadt Kairo sind 33 Männer bei einer nächtlichen Razzia in einem öffentlichen Hammam wegen "Unzüchtigkeit" festgenommen worden. "Dem Besitzer der Badeanstalt wird vorgeworfen, die Einrichtung in einen Ort für unmoralisches und unzüchtiges Verhalten und Gruppen-Homosexualität verwandelt zu haben", so der Chef der Staatsanwaltschaft im Stadtteil Asbakeja, Mohammed Hetta, am Montag.

Unter den Festgenommenen sind auch der Besitzer der Badeanstalt sowie mehrere Angestellte. Sollten die Männer in einem Prozess verurteilt werden, drohen ihnen lange Haftstrafen. Der Vorwurf der "Unzüchtigkeit" wird in Ägypten häufig gegen Schwule erhoben.

Obwohl Homosexualität in Ägypten nicht vom Gesetz verboten ist, wurden in der Vergangenheit immer wieder Schwule festgenommen und wegen "unzüchtigen Verhaltens" oder "Verhöhnung der Religion" angeklagt. Erst im November wurden acht junge Männer in Kairo zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie an einer Schwulen-Hochzeit teilgenommen haben sollen. Eine US-Umfrage ergab im Jahr 2013, dass lediglich drei Prozent der Ägypter der Meinung sind, dass Homosexualität von der Gesellschaft akzeptiert werden sollte.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat die Verfolgung Homosexueller in Ägypten verurteilt. Männer, denen Homosexualität vorgeworfen wird, wurden nach Angaben der Organisation in der Vergangenheit wiederholt festgenommen, gefoltert und inhaftiert.

(Quelle: S24)

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