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Achtung bei Lockangeboten der Energieversorger - im zweiten Jahr kann's teuer werden

Gutes Durchrechnen kann sich auszahlen. Pixabay
Gutes Durchrechnen kann sich auszahlen.

Einen Monat Gratis-Strom, Sofortbonus, 366 Euro/Jahr sparen - zahlreiche Energieversorgen versuchen neue Kunden zu gewinnen und werben mit Superkonditionen. Doch in vielen Fällen folgt schon nach dem ersten Jahr ein böses Erwachen: Die Kunden bezahlen plötzlich um 30 Prozent mehr für den Strom. Die Preiserhöhung wird zudem auch oft zu spät bemerkt.

Neueste Studienergebnisse haben zudem gezeigt, dass zahlreiche Billig-Anbieter gar nicht in der Lage sind, die Unternehmenskosten mit den Angebotspreisen zu decken, die den Kunden im ersten Jahr  angeboten werden. „Die Strategie? Das erste Jahr ist fast geschenkt, im zweiten Jahr holt man sich das Geschenk zurück“, so Hermann-Josef Tennhagen von "Finanztip", einem Verbraucher-Portal. Auch wenn viele Energieversorger eine Preisgarantie für das erste Vertragsjahr versprechen, so erhöht sich der Preis - zumindest in fast allen Fällen - im zweiten Jahr.

Warum Preiserhöhungen nicht sofort erkannt werden

Es sind satte Bonuszahlungen, die neue Kunden anlocken sollen. Am Ende sind sogar Rabatte von bis zu 45 Prozent - etwa im Zuge der Stromgebühren - möglich. Fällt der Bonus dann mit Ablauf des ersten Vertragsjahres weg, so ist der Strom um rund 45 Prozent teurer. Ist der Strom - verglichen mit den Angeboten der anderen Energieversorger - dann sogar noch um 15 Prozent teurer, kann man keinesfalls mehr von einem günstigen Energieversorger sprechen. Noch problematischer ist jedoch der Umstand, dass die Preiserhöhung oft gar nicht erkannt wird. Die Information über die Preiserhöhung wird entweder per E-Mail oder Brief mitgeteilt, jedoch erkennen die Kunden nicht immer, dass es sich um eine Preisänderung handelt. In vielen Fällen werden die Mitteilungen mit zahlreichen Informationen geschmückt oder erinnern an eine Werbung. Der wichtigste Teil, also die Informationen über die Preiserhöhung, findet sich in der Regel auf der unteren Hälfte des Schreibens. In weiterer Folge hat der Kunde das Recht auf Kündigung des Vertrages. Von diesem Recht sollte er auch Gebrauch machen - ein Wechsel kann sich nämlich sehr wohl lohnen. Doch welcher Energieversorger kann empfohlen werden? In der Bundesrepublik Deutschland gibt es rund 13.000 Stromtarife - es scheint also fast unmöglich zu sein, den richtigen Tarif zu finden. Wichtig ist, dass im Vorfeld ein Vergleich der unterschiedlichen Energieversorger durchgeführt wird. Mitunter findet man über Vergleichsportale so einen Anbieter, der einen richtig günstigen Tarif anbietet. Aber auch hier muss man vorsichtig sein: Gelten die günstigen Konditionen nur für das erste Vertragsjahr oder für einen längeren Zeitraum?

Sollte man den Energieversorger wechseln?

Im Internet gibt es auch einige Dienstleister, die einen sogenannten Wechselservice anbieten. Der bestehende Vertrag wird gekündigt, in weiterer Folge wird ein Vertrag bei einem anderen Energieversorger abgeschlossen. Ein kundenfreundliches Angebot. Doch viele Verbraucherschützer warnen vor derartigen Dienstleistungen. „Es gibt extrem viele Dienstleister, die einen Wechselservice anbieten. Der Konsument muss im Vorfeld überprüfen, wie das Geschäftsmodell aussieht und sich erst dann für ein dementsprechendes Portal entscheiden“, so Tiana Preuschoff (Verbraucherzentrale Niedersachsen). „Man muss differenzieren, was der Wechselservice einerseits verspricht und andererseits anbietet. Zudem sollte sich der Verbraucher nie zu 100 Prozent auf den Wechselservice-Anbieter verlassen und immer überprüfen, ob alle Vereinbarungen eingehalten wurden.“

Kündigungsfrist berücksichtigen!

Die Verbraucherschützer empfehlen vorwiegend Stromtarife, die in Verbindung mit einer Preisgarantie für mindestens ein Jahr angeboten werden. Des Weiteren sollte, aufgrund der möglichen Preiserhöhung im zweiten Vertragsjahr, die Kündigungsfrist berücksichtigt werden, um rechtzeitig aus dem Vertrag aussteigen zu können. In der Regel liegt die Kündigungsfrist zwischen vier und sechs Wochen vor Ablauf des ersten Vertragsjahres.

 

(Quelle: S24)

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