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Ärztekammer warnt erneut vor Mediziner-Mangel

Ärzte dringend gesucht APA (dpa)
Ärzte dringend gesucht

Die Ärztekammer warnt einmal mehr vor einem Mediziner-Mangel und forderte im Ö1-"Morgenjournal" die Aufhebung der Altersobergrenze von 70 Jahren. Kommendes Jahr würden zehn Prozent aller Haus- und Fachärzte mit Kassenvertrag in Pension geschickt werden, weil dann die Altersgrenze endgültig in Kraft trete, erklärte Helga Azem, Vertreterin der Kurie der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer.

"Da kommt jetzt ein großes Versorgungsproblem auf unsere Patienten zu und wir Ärzte sehen das mit großer Besorgnis", meinte Azem. Die Bundesregierung und konkret Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) sollten sich das Gesetz anschauen und die Regelung, dass die Kassenärzte mit 70 ihren Kassenvertrag verlieren, aufheben.

Hartinger-Klein sieht dahingehend aber keinen Handlungsbedarf: "Für die Vergabe von Planstellen sind die regionalen Ärztekammern und Gebietskrankenkassen zuständig", richtete sie aus.

Die Ministerin verwies in einer Stellungnahme gegenüber der APA darauf, dass Verträge verlängert werden könnten, "sollte es zu einem Versorgungsengpass kommen". Grundsätzlich müsse man aber auch "darauf achten, dass die jungen Ärzte zu Kassenstellen kommen und nicht in das Ausland abwandern", meinte sie, ohne auf Details einzugehen.

Unterstützung erhalten die Ärzte von den NEOS. "Es ist erfreulich, dass viele Ärztinnen und Ärzte auch im Alter weiterarbeiten möchten. Die Kassen sollten ihnen diese Möglichkeit auch geben", meinte NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker. Um das Problem der viel zu geringen Zahl an Kassenärzte langfristig zu lösen, müssten die Kassen den niedergelassenen Ärzten ihre Leistungen angemessen abgelten, forderte er. Außerdem pochte Loackeer auf eine Umstellung von der Pflichtversicherung auf eine Versicherungspflicht, wo sich die Versicherten als Kunden jene Versicherung aussuchen können, die ihren Bedürfnissen am besten entgegenkomme.

Maßnahmen gegen Ärztemangel, etwa den Ausbau der praktischen Ausbildungsplätze, forderte auch die SPÖ. Man müsse Anreize setzen, damit junge Mediziner in Österreich bleiben, befand der SPÖ-Abgeordnete Philip Kucher. Es brauche etwa Stipendien für Ärzte, die in Österreich ausgebildet wurden und sich entscheiden, mindestens fünf Jahre hier zu arbeiten, zudem brauche es mehr finanzielle Unterstützung bei der Ordinationsgründung.

(APA)

(Quelle: S24)

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