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Chronologie

Wie der Kampf gegen Aids begann

Von der ersten Infektion bis heute

Die Diagnose HIV ist zwar heute kein Todesurteil mehr, heilbar ist die Krankheit Aids dennoch nicht. In Österreich leben schätzungsweise 8.500 Menschen mit einer HIV-Infektion. Erstmals auf den Menschen übertragen wurde der HIV-Urtyp vor über 100 Jahren. Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag.

Eine Zeitreise von den ersten Infektionen bis zu effektiven Therapien:

1900: Vermutlich um die Jahrhundertwende geht ein HIV-Urtyp (SI-Virus) in Afrika vom Affen auf den Menschen über.

1959: Ärzte entnehmen einem Mann im Kongo eine Blutprobe. Jahrzehnte später wird festgestellt, dass sich darin HIV-Antikörper befinden.

1981: Die US-Gesundheitsbehörden melden, dass immer mehr Homosexuelle unter bis dahin seltenen Infektionen und Hauttumoren leiden.

1982: Krankheitsfälle treten auch bei Drogenabhängigen und Blutern auf. Die Krankheit bekommt den Namen Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome, Erworbenes Immunschwäche-Syndrom).

1983: Luc Montagnier und seinen Kollegen vom Pasteur-Institut in Paris gelingt es, das Aids-Virus zu isolieren. Der New Yorker Arzt Joseph Sonnabend benutzt erstmals den Begriff "Safer Sex".

1984: Robert Gallo entwickelt ein Zellkultursystem und schafft damit die Voraussetzung für die Entwicklung erster Aids-Tests.

1985: Die erste internationale Aids-Konferenz tagt.

1986: Experten bezeichnen den Erreger einheitlich als HIV (Human Immunodeficiency Virus, Humanes Immunschwächevirus).

1987: Das erste Aids-Medikament AZT wird in den USA zugelassen. Es kann die Virus-Vermehrung etwas bremsen.

Freddie Mercury JEAN-CLAUDE COUTAUSSE/AFP
Freddie Mercury bei einem Konzert im September 1984. Sieben Jahre später starb er. (ARCHIVBILD)

1991: Die rote Schleife (Red Ribbon) wird zum internationalen Aids-Symbol. Queen-Sänger Freddie Mercury stirbt an HIV.

1996: Für Aufsehen sorgt die Entdeckung, dass einige Menschen eine genetisch bedingte, wenn auch nicht vollständige HIV-Resistenz haben.

1999: Schweizer Ärzte haben außergewöhnlichen Erfolg mit einer Hochdosis-Kombinationstherapie aus mehreren Medikamenten (HAART), in der Folge wird diese Strategie zur Standardbehandlung.

2002: Der Globale Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria wird zur Finanzierung nationaler Maßnahmen gegen diese Krankheiten gegründet.

2003: Mit dem Fusionshemmer Enfuvirtid (Handelsname Fuzeon) kommt in den USA und der EU eine vierte Klasse von Aids-Medikamenten auf den Markt, nach den sogenannten Nukleosiden, Protease-Hemmern und Transkriptase-Hemmern.

2007: Die ersten kompletten Kombinationspräparate in Form einer einzigen Tablette zur einmal täglichen Einnahme werden zugelassen.

Françoise Barré-Sinoussi Luc Montagnier AFP PHOTO/GERARD CERLES
Luc Montagnier (li.) and Francoise Barre-Sinoussi wurden 2008 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. (ARCHIVBILD)

2008: Luc Montagnier wird gemeinsam mit Françoise Barré-Sinoussi für die Entdeckung von HIV der Medizin-Nobelpreis verliehen.

2010: Barack Obama hebt das in den USA seit 1987 geltende Einreiseverbot für HIV-Positive auf.

2014: Bei dem zunächst als "funktionell geheilt" geltenden "Mississippi-Baby" entdecken Ärzte erneut das HI-Virus. Das Mädchen war kurz nach der Geburt mit drei Medikamenten behandelt worden, nach einem halben Jahr entzog es die Mutter einer weiteren Therapie. Monate später war das Kind dennoch virenfrei gewesen. Dies bezeichneten Mediziner als Sensation - bis der Erreger doch wieder auftauchte.

2016: Die Vereinten Nationen sprechen von einem Wendepunkt der Aids-Epidemie in Afrika. Zum ersten Mal würden auf dem Kontinent mehr Betroffene behandelt als sich neu infizieren.

Aids, HIV, Grafik APA

2018: Die Zahl der Neuansteckungen bei den Null- bis 14-Jährigen ist seit 2010 zwar zunächst stark gesunken. In den darauffolgenden Jahren flacht die Kurve jedoch ab. So wird das von der UN gesteckte Ziel weit verfehlt, dass sich im Jahr 2018 nur noch 40.000 Kinder und Jugendliche mit dem HI-Virus infizieren. Mit 160.000 Neuansteckungen unter Kindern und Jugendlichen sind es 2018 rund vier Mal so viele. Weltweit gibt es 2018 37,9 Millionen Betroffene.

2019: Bis 2020 sollen sich nach den Plänen der UN weniger als 20.000 Kinder neu mit HIV infizieren. Dieses Ziel scheint auf der Basis der aktuellen Entwicklung nur schwer erreichbar.

2021: Die britische Regierung hat angekündigt, die HIV-Verbreitung bis 2030 zu stoppen. Die Chefin des National Aids Trust, Deborah Gold, begrüßt das Vorhaben, sagt aber, dass dazu deutlich höhere Investitionen nötig seien, um HIV-Tests an mehr Orten durchzuführen und mehr Menschen zu erreichen. "Es stimmt, dass wir mit nur einem Bruchteil der Investitionen, die wir in das Coronavirus gesteckt haben, große Fortschritte im Kampf gegen HIV machen könnten", sagte Gold.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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