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Aktionsplan zum Schutz von IS-Verfolgten vereinbart

Viele Jesiden wurden vom IS in die Flucht getrieben Salzburg24
Viele Jesiden wurden vom IS in die Flucht getrieben

Die internationale Gemeinschaft will ethnisch und religiös verfolgte Minderheiten im Nahen Osten besser vor der jihadistischen Organisation "Islamischer Staat" schützen. Dafür vereinbarten Vertreter aus 60 Ländern am Dienstag in Paris einen Aktionsplan. Nach Angaben von Frankreichs Außenminister Fabius sollen Unterkünfte geschaffen, Bildung gesichert oder Gesundheitseinrichtungen gefördert werden.

Die Verantwortlichen für Vertreibung und Verfolgung von Menschen oder Zerstörung von Kulturstätten sollten vor internationale Gerichte gebracht werden. Der UNO-Sicherheitsrat hatte sich im März mit der Verfolgung von Minderheiten durch die radikalsunnitischen IS-Fanatiker befasst, die in großen Teilen Syriens und dem Irak ein Kalifat ausgerufen haben. Die Jihadisten gehen brutal gegen Andersgläubige und Minderheiten vor.

Die sunnitischen Terroristen haben in Syrien und im Irak Zehntausende Angehörige anderer Konfessionen getötet, entführt oder in die Flucht getrieben. Opfer sind nicht nur Nicht-Muslime wie Christen und Yeziden (Jesiden), sondern auch Schiiten, neben den Sunniten die zweite große Strömung im Islam.

Nach UNO-Angaben ist allein in Syrien die Zahl der Christen während des Konflikts von 2,5 Millionen auf 500.000 zurückgegangen. Im Irak zählte die Organisation aktuell etwa zwei Millionen Verfolgte.

"Unsere Religion ist von den Terroristen gekidnappt worden", sagte der jordanische Außenministers Nasser Judeh nach der Konferenz. Minderheiten bildeten in Jordanien und in der Region zusammen ein Netzwerk, bei dem alles ineinandergreife. Diese Kommunikation dürfe nicht zerstört werden.

Judeh erinnerte an den großen Anteil von Jugendlichen in der Region. Sie seien das Ziel der Terroristen. Deswegen sei es wichtig, dass die internationale Gemeinschaft der Jugend Zukunft und Hoffnung gebe, damit sie nicht in die Fänge der Terroristen gerate. Der Ursprung der Zivilisation sei von Terrorismus bedroht.

UNO-Vize Jan Eliasson betonte während der Konferenz, es sei notwendig, demokratische Entwicklungen in der Region zu unterstützen. Mit politischen Lösungen sollten die Konflikte etwa in Syrien und im Jemen beendet und Libyen und der Irak befriedet werden.

Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte, der Nahe Osten müsse wieder eine Region werden, wo Religionen und Völker Seite an Seite leben könnten. Die IS-Extremisten zerstörten alles und wollten eine Macht des Terrors etablieren. Millionen Zivilisten hätten ihre Heimat verlassen und schauten nach Europa. Dies zeige die Dringlichkeit.

(Quelle: S24)

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