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Ermittlungen

Tödlicher Unfall: Baldwins Waffe enthielt Patrone

Kamerafrau stirbt bei Dreharbeiten

Neue Erkenntnisse im tödlichen Unfall beim Filmdreh von Alec Baldwins Western "Rust". Die Waffe, mit der Baldwin eine Kamerafrau erschossen hat, wäre mit einer Patrone geladen gewesen.

Nach dem tödlichen Schuss von Hollywood-Star Alec Baldwin auf eine Kamerafrau sind neue Details zu dem Unglück bekanntgeworden. Wie der US-Sender NBC am Sonntag unter Berufung auf das Vernehmungsprotokoll von Regisseur Joel Souza berichtete, zielte Baldwin bei Proben für eine Filmszene mit einer Requisitenwaffe direkt auf die Kamera. Als er die Waffe abfeuerte, wurde die Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich getroffen.

Laut Regieassistent "kalte Waffe"

Die Polizei hatte Details aus zwei Untersuchungsberichten veröffentlicht. Demnach hatte ein Regieassistent Baldwin bei der Übergabe der Pistole versichert, dass es sich um eine "kalte Waffe" ohne Munition handele. Der Assistent habe nach eigener Aussage nicht gewusst, dass eine Patrone in der Waffe steckte, heißt es.

Tödlicher Unfall mit Requisitenwaffe für Western-Streifen
(FILES) In this file photo taken on June 22, 2021 US actor Alec Baldwin attends DreamWorks Animation's "The Boss Baby: Family Business" premiere at SVA Theatre in New York City. - US actor Alec Baldwin fired a prop gun that killed a cinematographer and wounded the director on a film set in New Mexico, US law enforcement officers said October 21, 2021..The incident happened on the set of "Rust" in the southwestern US state, where Baldwin is playing the lead in a 19th-century western. No charges have been filed over the incident, which is being investigated. (Photo by Angela Weiss / AFP)

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Waffe nicht erneut überprüft?

Der zweite Bericht zitiert Aussagen des bei dem Vorfall verletzten Regisseurs Joel Souza ("Crown Vic"). Dieser sagte demnach, die Crew sei nach einer Mittagspause an das Set zurückgekehrt. Er selbst sei sich aber nicht sicher, ob dabei die Waffe erneut überprüft worden sei. Der 63-jährige Hollywood-Star Baldwin habe dann in einer Kirchen-Szene auf einer Bank gesessen und mit der Waffe eine Szene geprobt.

Kamerafrau bei Dreharbeiten erschossen

Souza (48) selbst habe Kamerafrau Hutchins (42) über die Schulter geschaut, um den Kamerawinkel zu prüfen. Dann habe er etwas gehört, das wie eine Peitsche und dann wie ein lauter Knall klang. Er erinnere sich vage daran, dass sie über Schmerzen im Bauch klagte, sich an den Leib gefasst, dann rückwärts getaumelt und zu Boden gegangen sei. Er selbst habe an der Schulter geblutet und konnte Blut auf Hutchins sehen.

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Neue Kamera-Crew wird engagiert

Souza bestätigt zudem, dass am Donnerstagmorgen eine neue Kamera-Crew engagiert werden musste, weil ein davor eingesetztes Team die Produktion im Bundesstaat New Mexico verlassen hatte. Die "Los Angeles Times" hatte am Freitag berichtet, dass sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beschwert und aus Protest die Produktion verlassen haben sollen. Am Mittwoch will die Polizei bei einer Pressekonferenz über die Ermittlungen informieren, nannte aber noch keine Uhrzeit.

Assistent soll bereits Sicherheitsstandards verletzt haben

Der Regieassistent, der Baldwin die Waffe gab, habe bereits bei einer früheren Produktion Sicherheitsstandards verletzt, hatte am Sonntag eine Technikerin für Spezialeffekte und Pyrotechnik dem Sender NBC gesagt. Sie hatte mit dem Assistenten demnach 2019 für die Reihe "Into the Dark" beim Streaminganbieter Hulu gearbeitet. Das Produktionsteam dort erklärte, dass damals keine Beschwerden vorgebracht worden seien.

24-Jährige für Waffen zuständig

US-Medien berichteten zudem über Kritik an der 24 Jahre alten Waffenmeisterin, die für die ordnungsgemäße Handhabung aller Waffen am Set zuständig war. "Rust" war erst der zweite Film, an dem sie in dieser Funktion beteiligt war.

Produktionsfirma: Keine offiziellen Beschwerden

Die Produktionsfirma Rust Movie Productions wies die Vorwürfe zurück. Es seien keine offiziellen Beschwerden über die Sicherheit von Waffen oder Requisiten am Set bekannt gewesen, zitierte die "New York Times" aus einer Mitteilung. Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western, bei dem Baldwin auch als Produzent mitwirkte, hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen und sind nach dem Unfall unterbrochen worden.

ABC verbietet scharfe Munition am Set

Als Konsequenz aus dem tödlichen Zwischenfall bei "Rust" verbot der US-Sender ABC am Freitag mit sofortiger Wirkung scharfe Munition am Set für seine Serie "The Rookie", wie das Filmmagazin "The Hollywood Reporter" berichtet. Bei früheren Dreharbeiten sei gelegentlich bei Szenen im Freien scharfe Munition verwendet worden, hieß es.

(Quelle: Apa/Dpa)

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