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Allianz Versicherung startet mit Ventocom im Mobilfunk

Der Allianz-Schriftzug steht künftig auch auf SIM-Karten Salzburg24
Der Allianz-Schriftzug steht künftig auch auf SIM-Karten

Mit der "Allianz" kann man künftig auch mobil telefonieren oder surfen. Gemeinsam mit der durch "HoT" bekannten Ventocom von Michael Krammer lanciert die Assekuranz ein neues Tarif-Produkt für Smartphones und Tablets, Geräteversicherung inklusive. Mit "Allianz SIM" klebt das Label erstmals auf einem Nicht-Versicherungsprodukt, auch im Konzern ein Novum. Zu Stückzahlprognosen hält man sich bedeckt.

Bei 2,5 Millionen SIM-Karten-Wechseln im Jahr in Österreich durch Neugeräte oder Tarifumstiege - das ist jede fünfte SIM - sehen Allianz-Österreich-Chef Wolfram Littich und der Ventocom-Geschäftsführer gute Chancen am Markt, ohne dass sie konkrete Zahlen nennen wollen. Krammers via Diskonter Hofer verkaufte "HoT"-Verträge fanden in den ersten drei Monaten 167.000 Kunden, zu aktuellen Daten schweigt er acht Monate nach dem Start. In Österreich sind 13 Mio. SIM-Karten registriert, über 10 Mio. davon werden in Mobiltelefonen genutzt. 2014 haben sich über 1,5 Mio. Kunden für SIM-only-Produkte ohne Handy und ohne oft lästige Vertragsbindung entschieden, Tendenz steigend, so Krammer am Montag vor Journalisten. "Allianz SIM" ist monatlich kündbar, es gibt keine Anmelde- oder Servicegebühren, auch keine Indexierung.

Preislich denken die Partner mit ihrer Novität mit der Konkurrenz mithalten zu können. Das Produkt ist in zwei Varianten erhältlich: Bei "Allianz SIM phone" sind um 14,90 Euro pro Monat 2.000 Gesprächsminuten, 2.000 SMS und 3.000 MB Datenvolumen inkludiert - sowie auch die Geräteversicherung. Für Tablets steht mit "Allianz SIM tab" für 9,90 Euro pro Monat ein Downloadvolumen von 3.000 MB bereit, in beiden Fällen mit bis zu 21 Mbit/Sekunde Daten-Speed, jeweils fast das Dreifache wie beim Mitbewerb.

Die Versicherung für Smartphones und Tablets - die auch als Stand-alone für 4 bis 6 Euro monatlich zu haben wäre - ist hier bereits inkludiert, und zwar für neue wie gebrauchte Geräte. Versicherbar sind bei der Allianz Geräte mit bis zu 34 Monaten Alter, bei anderen Anbietern ist ein Abschluss meist nur in den ersten sechs Lebensmonaten möglich. Abgeschlossen werden können SIM und Versicherung über. Erste TV-Werbespots wurden bereits am Wochenende gesendet.

Sind 80 Prozent des Monatsvolumens verbraucht, erhält der Kunde ein SMS und kann bei Interesse - auch gleich per SMS - ein Nachlade-Paket (Refill) für 300 Minuten, 300 SMS oder 1.000 MB für je 4,90 Euro erstehen. Ansonsten kosten Minuten und SMS über den Tarif hinaus je 4 Cent, jedes weitere MB Daten 1 Cent.

Mensch und Smartphone würden immer mehr miteinander verschmelzen, die handlichen Geräte seien bereits der beliebteste Gegenstand, begründet Littich die erstmalige Lizenzierung der Marke Allianz außerhalb der klassischen Finanzdienstleistungswelt: "Das ist für uns ein Meilenstein. Unsere Marke findet ihre Präsenz nun in einer neuen virtuellen Welt und in neuen Communities."

Obwohl laut Statistiken fast 30 Prozent aller Nutzer ihr Smartphone schon einmal beschädigt haben, sind in Österreich maximal 3 bis 5 Prozent der Handys auch tatsächlich versichert, so Krammer. Am häufigsten seien Sturz- und Bruchschäden, die im Schnitt circa 190 Euro kosten. Für eine Geräteversicherung ist ihm zufolge üblicherweise mit 3 bis 9 Euro monatlich je nach Gerätepreis zu rechnen, bei diesem Allianz-Modell sind es 3,99 Euro (für Geräte unter 500 Euro) bzw. 5,99 Euro (ab 500 Euro). Vorteil ist wohl auch, dass sowohl Bruch- als auch Flüssigkeitsschäden (außer witterungsbedingt) enthalten sind; das erübrigt lästige Streitereien, wie sie Konsumentenschützer kennen, etwa wenn Wasserschäden ausgeklammert sind.

Fahrlässigkeit ist abgedeckt, grobe Fahrlässigkeit natürlich nicht, wie Littich betont. Bei Teilschäden sind - jeweils abzüglich 60 Euro Selbstbehalt - die Reparaturkosten in den ersten 2 Jahren zu 100 Prozent, im 3. Jahr zu 80 Prozent gedeckt, bei Totalschäden gibt es 50 Prozent Entschädigung bis 2 Jahre, danach 40 Prozent. Ein beschädigtes Handy wird abgeholt und zurückgebracht, repariert wird binnen 7 Werktagen.

Ventocom kauft die Kapazität für "Allianz SIM", wie auch schon bei HoT, von T-Mobile zu, es kommt also ein virtuelles Netz zum Einsatz; auch A1 und "3" bieten solche Dienstleistungen an. 86 Prozent der Österreicher nutzen ein Smartphone und 43 Prozent ein Tablet, wobei laut Krammer allein im ersten Halbjahr circa 1,2 Mio. neue Smartphones mit einem durchschnittlichen Wert von je 350 Euro erstanden wurden. Im Schnitt werden Smartphones 2 1/2 bis 3 Jahre genutzt - laut Marktforschern seien sie für die Menschen schon der wichtigste Gegenstand im Leben, so der langjährige Branchenprofi in einem Pressegespräch.

Nach Stationen bei tele.ring und E-Plus war Krammer 2007 bis 2012 Geschäftsführer bei Orange (früher One). Dass der nächste Ventocom-Partner nach Hofer eine Bank oder Versicherung sein könnte, hieß es schon heuer im Frühjahr. Telefoniert wird bei Allianz SIM mit 0677-1860..., wobei 1860 das Gründungsjahr der Versicherung ist; auch bei HoT wird beginnend mit 0677 telefoniert. Den Mitarbeiterstab hat die 2013 gegründete Ventocom bereits aufgestockt: Statt früher 20 plus 30 Leute sind es heute 22 im eigenen Haus plus an die 40 in einem Call Center; zudem hat man einen Software-Entwickler in Ungarn mit acht Beschäftigten erworben, so Krammer auf Anfrage.

Einen eigenen "Rapid-Tarif" für Fans oder Mitglieder des Traditions-Fußballklubs, von dem gerüchteweise immer wieder die Rede war, gibt es vorerst nicht. "Das wird sich erst 2016 entscheiden", so Krammer zur APA, der bei den Hütteldorfern seit Herbst 2013 Präsident ist. Die Allianz Versicherung ist Namensgeber des neuen Rapid-Stadions, in das man im Sommer 2016 einziehen will. "Hütteldorf ist unsere Heimat, und wir werden dort ab 2016 alle Heimspiele austragen. Nur im Allianz-Stadion ist der optimale Heimvorteil mit unseren Fans als '12. Mann' garantiert", erklärte erst kürzlich Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek.

(Quelle: S24)

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