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Amokschütze von München hätte mehr Menschen töten können

Neun Menschen wurden erschossen Salzburg24
Neun Menschen wurden erschossen

Der Amokschütze von München hätte nach den tödlichen Schüssen an einem Einkaufszentrum weitere Menschen umbringen können. "Aber offensichtlich wollte er niemanden mehr töten", sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts am Mittwoch. Den Ermittlungen zufolge hat der 18-Jährige nach der Tat im Stiegenhaus mit den Bewohnern eines Wohnhauses gesprochen.

"Es hätte mehr Opfer geben können", sagte der Sprecher. Doch der Schütze habe seine Waffe zu dem Zeitpunkt nicht mehr in der Hand gehabt. "Sonst hätten die Menschen die ja gesehen." Mit den Anwohnern habe es eine "völlig normale Kommunikation" gegeben. Ein Bewohner des Hauses habe den 18-Jährigen sogar gefragt, ob er ihm helfen könne. "Die wussten gar nicht, wen die da vor sich haben", sagte der Sprecher. Der Täter habe keinen Bezug zu dem Wohnhaus. "Wahrscheinlich stand einfach nur die Tür offen."

Neun Tote bei Amoklauf in München

Der 18-Jährige hatte am 22. Juli neun Menschen und sich selbst getötet. 36 Menschen wurden bei dem Amoklauf verletzt. Inzwischen ist den Angaben zufolge niemand von ihnen mehr im Krankenhaus.

17 Schüsse auf geparktes Auto abgefeuert

Lange war unklar, was der Amokschütze in den rund zwei Stunden zwischen der eigentlichen Tat am Olympia-Einkaufszentrum und seinem Suizid gemacht hatte. Knapp vier Wochen nach dem Amoklauf haben die Ermittler den Weg nun weitgehend rekonstruieren können: Demnach suchte der Deutsch-Iraner nach seinen tödlichen Schüssen zunächst das Zwischengeschoß des Parkhauses am Einkaufszentrum auf und gab 17 Schüsse auf ein geparktes Auto ab.

Polizist verfehlt Amokläufer

Danach sei er auf das obere Parkdeck gegangen, hatten die Ermittler am Dienstagabend mitgeteilt. Dort lieferte sich der 18-Jährige ein Streitgespräch mit einem Bewohner. Danach hätten ihn zwei Polizeibeamte gesichtet. Einer habe einen Schuss auf den Amokläufer abgefeuert, diesen aber verfehlt.

Täter versteckt sich in Wohnhaus

Über eine Außentreppe des Parkhauses sei der Todesschütze dann wieder nach unten auf die Straße gelangt. Dort habe er eine Grünanlage betreten und sei dann in die nahe gelegene Henckystraße gegangen, wo er in das Treppenhaus des Wohnanwesens gelangte. Im Anschluss daran habe er sich offensichtlich "für längere Zeit" in der Tiefgarage des Hauses versteckt. Schließlich habe er diese über eine Außentreppe verlassen und "unmittelbar danach" mehrere Polizisten getroffen. Vor deren Augen habe er sich dann selbst gerichtet.

Mutmaßlicher Waffenverkäufer gefasst

Mit einem im sogenannten Darknet fingierten Waffengeschäft haben Ermittler den mutmaßlichen Verkäufer der Waffe des Amokläufers von München gefasst. Gemeinsam mit dem 31-Jährigen wurde am Dienstag in Marburg auch eine Frau festgenommen.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 19.08.2019 um 04:36 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/amokschuetze-von-muenchen-haette-mehr-menschen-toeten-koennen-53545408

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