Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

AMS-Chef Kopf relativiert Kündigungen bei bauMax

Fast alle Filialen werden von Obi übernommen Salzburg24
Fast alle Filialen werden von Obi übernommen

Der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, hat am Dienstag relativiert, dass bei bauMax 1.100 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet worden sind. "Bei Alpine waren 4.000 angemeldet, gekommen sind nur 500, weil fast alle Baustellen übernommen worden sind", so Kopf zur APA. Die 1.100 im Frühwarnsystem des AMS gemeldeten bauMax-Mitarbeiter seien die "Höchstzahl".

Neben den Beschäftigten der Zentrale in Klosterneuburg sowie des Warenverteillagers in Wien seien auch die Mitarbeiter jener bauMax-Standorte angemeldet worden, die der kolportierte Käufer Obi nicht übernehme, sagte Kopf. Laut Medienberichten übernimmt die deutsche Baumarktkette Obi 49 von 65 bauMax-Filialen in Österreich. Für die restlichen Standorte gebe es noch Gespräche mit Interessenten, die Zahl der Kündigungen könne sich daher noch deutlich reduzieren, hofft der AMS-Chef.

Kopf geht davon aus, dass die Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze verlieren werden, einen Sozialplan erhalten. Er rechnet auch damit, dass eine Arbeitsstiftung eingerichtet wird. Kopf gab zu bedenken, dass trotz dieser "traurigen Zahl" von 1.100 zur Kündigung angemeldeten Mitarbeitern mehr als 2.500 Menschen in Österreich ihre Jobs behalten haben.

Auf den Arbeitsmarkt hat der Stellenabbau bei bauMax zumindest vorerst noch keine Auswirkungen. Kündigungen dürfen nämlich im Normalfall erst 30 Tage nach der Anmeldung im AMS-Frühwarnsystem ausgesprochen werden. Danach kommt noch die Kündigungsfrist dazu.

Das Schicksal der 16 österreichischen bauMax-Standorte, die vom deutschen Konkurrenten Obi nicht übernommen werden, entscheidet sich indes noch dieses Monat. "All jene Märkte, die nicht übernommen werden, werden einzeln an Mitbewerber verkauft. Sollte sich bis Ende September kein Käufer finden, werden diese Märkte geschlossen", erklärt bauMax seit kurzem seinen Kunden auf der Firmenwebseite.

Das Unternehmen mit Sitz in Klosterneuburg bestätigt auf baumax.com auch erstmals den Verkauf. Im Rahmen der Restrukturierung werde ein Großteil der Märkte im In- und Ausland von einem strategischen Investor übernommen. 49 der insgesamt 65 österreichischen Filialen werden demnach auch künftig - "wenn auch unter neuem Namen" weitergeführt. Obi als Käufer wird nicht genannt.

Gutscheine können laut bauMax noch bis Ende Oktober in jedem Markt in Österreich eingelöst werden, danach nicht mehr. Auch Garantiefälle würden bis dahin wie gehabt abgewickelt. Ab 1. November könne die Abwicklung aber nur mehr direkt über die Zentrale erfolgen, heißt es in dem Kundenschreiben weiter. bauMax bedankt sich zum Abschluss "für die jahrelange Treue und Unterstützung".

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.04.2021 um 05:39 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/ams-chef-kopf-relativiert-kuendigungen-bei-baumax-48241675

Kommentare

Mehr zum Thema