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Annäherung zwischen Cuba und USA: Obama telefoniert mit Raul Castro

US-Präsident Barack Obama und der kubanische Staatschef Raul Castro haben ein historisches Telefonat geführt. Das knapp einstündige Gespräch am Dienstag sei der erste direkte Kontakt zwischen einem US-Präsidenten und einem kubanischen Staatschef seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen nach der kubanischen Revolution 1961 gewesen.

Obamas Regierung kündigte am Mittwoch eine Normalisierung der Beziehungen zu Kuba an.

USA wollen Embargo lockern

In den Beziehungen zwischen Kuba und den USA deutet sich eine Zeitenwende an. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter erklärte am Mittwoch, die beiden Staaten wollten Gespräche über eine Normalisierung der seit Jahrzehnten feindlichen Beziehungen aufnehmen. Die USA würden ihr Embargo lockern.

Komplett aufgehoben werden das scharfe Wirtschafts- und Handelsembargo gegen die Karibikinsel sowie bestehende Reisebeschränkungen aber wohl nicht. Dies könnte nur der US-Kongress. Da dieser Schritt in der nächsten Zeit nicht absehbar sei, habe sich US-Präsident Barack Obama entschieden, in dem ihm möglichen Rahmen allein zu handeln, sagte der Regierungsbeamte.

Gefangenenaustausch: Gros gegen "Cuban Five"

Teil der Abmachung zwischen Washington und Havanna war ein Austausch des vor fünf Jahren in Kuba verhafteten Amerikaners Alan Gross gegen die drei verbliebenen Gefangenen der sogenannten "Cuban Five" in den USA. Sie waren 1998 als Teil eines kubanischen Spionagerings in den USA zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Als erster konkreter Hinweis auf ein Tauwetter in den Beziehungen wurde am Mittwoch der 65-jährige US-Bürger Alan Gross aus kubanischer Haft entlassen. Er war im Dezember 2009 unter dem Vorwurf festgenommen worden, für Juden in Kuba geheime Internetzugänge schaffen zu wollen. Gross' Anwalt bestätigte, dass sein Mandant auf dem Weg zurück in die USA sei.

Vatikan spielte eine wichtige Rolle

Der demokratische Senator Richard Durbin sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Verhandlungen über Gross' Freilassung hätten etwa ein Jahr gedauert. Der Vatikan habe dabei eine wichtige Rolle gespielt. Teil der Abmachung ist Medienberichten zufolge Teil der Abmachung zwischen Washington und Havanna war swe Austausch Gross' gegen die drei verbliebenen Gefangenen der sogenannten "Cuban Five" in den USA. Sie waren 1998 als Teil eines kubanischen Spionagerings in den USA zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Durbins Parteifreund und Senatskollege Robert Menendez reagierte mit Empörung auf die Berichte über einen Umbruch in der Kuba-Politik. Damit belohne Obama "das brutale Vorgehen der kubanischen Regierung", erklärte der scheidende Vorsitzende des Außenausschusses. Dass Gross gegen verurteilte Verbrecher getauscht werde, schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall. Auch die einflussreiche Gemeinde der Exil-Kubaner in den USA dürfte Widerstand leisten. (APA)

(Quelle: S24)

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